Immer mehr junge Menschen mit psychischen Erkrankungen im Krankenhaus

Psychische Erkrankungen sind inzwischen die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Die Zahl der betroffenen Minderjährigen ist zuletzt wieder gestiegen und liegt deutlich über dem Niveau früherer Jahre. Besonders häufig führen Depressionen zu stationären Behandlungen. Das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts hervor.

Von der Redaktion – 09.18 Uhr

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Wiesbaden. Psychische Erkrankungen gewinnen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren sie im Jahr 2024 die häufigste Ursache für stationäre Krankenhausbehandlungen in der Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen.

Rund 116.300 junge Menschen wurden aufgrund von psychischen Erkrankungen oder Verhaltensstörungen stationär behandelt. Das entspricht 18,9 Prozent aller Krankenhausfälle in dieser Altersgruppe – also fast jeder fünfte Fall.

Zahl der Fälle steigt wieder

Nach zwischenzeitlichen Rückgängen ist die Zahl der Behandlungen zuletzt wieder gestiegen. Im Vergleich zu 2023 bedeutet das ein Plus von 3,4 Prozent.

Im langfristigen Vergleich wird die Entwicklung noch deutlicher: Seit 2004 ist die Zahl der stationären Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen um 36,5 Prozent gestiegen.

Depressionen dominieren

Am häufigsten werden junge Patienten wegen Depressionen behandelt. Mehr als 33.900 Fälle – rund 29 Prozent – entfallen auf depressive Episoden oder wiederkehrende depressive Störungen.

Weitere häufige Diagnosen sind Belastungs- und Anpassungsstörungen (10,1 Prozent), alkoholbedingte Erkrankungen (8,5 Prozent) sowie Essstörungen (6,3 Prozent).

Trend betrifft alle Altersgruppen

Auch über alle Altersgruppen hinweg gehören psychische Erkrankungen zu den wichtigsten Gründen für Krankenhausaufenthalte. Besonders häufig sind auch hier Depressionen und alkoholbedingte Erkrankungen.