
Trotz staatlicher Milliardenhilfen zieht Intel die Reißleine: Der Bau der Chipfabrik in Magdeburg wird vorerst gestoppt. Grund seien Überkapazitäten und strategische Neuausrichtung – auch Polen ist betroffen.
Magdeburg – Der US-Chiphersteller Intel legt den geplanten Bau seiner Halbleiterfabrik in Magdeburg überraschend auf Eis. Auch die Investitionspläne in Polen stehen offenbar vor dem Aus.
Ursprünglich hatte das Unternehmen angekündigt, rund 30 Milliarden Euro in den Standort Magdeburg zu investieren. Die Bundesregierung hatte dafür eine Förderung in zweistelliger Milliardenhöhe zugesagt. Dennoch zieht Intel nun offenbar die Reißleine.
In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen „zu früh zu viel investiert – ohne ausreichende Nachfrage“, lässt sich Intel-Chef Lip-Bu Tan in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung zitieren. Dadurch sei die Produktionsfläche „unnötig fragmentiert und nicht ausreichend ausgelastet“. Intel müsse den „Kurs korrigieren“.
Stattdessen wolle man künftig einen „systematischen Ansatz“ verfolgen, der sich voll und ganz an den Bedürfnissen der Kunden orientiert. „Vor diesem Hintergrund haben wir beschlossen, bereits geplante Projekte in Deutschland und Polen nicht weiter voranzutreiben“, so Lip-Bu Tan. Darüber hinaus planen man, die Aktivitäten in Costa Rica, Vietnam und Malaysia zu konsolidieren.

