
Der Arbeitsmarkt im Landkreis Ludwigsburg kommt weiter nicht richtig in Bewegung. Im Juni waren 14.021 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren zwar etwas weniger als im Mai, aber deutlich mehr als vor einem Jahr.
Von Lea Brandt – 11.39 Uhr
Ludwigsburg. Auf den ersten Blick ist die Zahl leicht gesunken. 42 Menschen weniger als im Mai waren im Juni bei der Agentur für Arbeit Ludwigsburg und dem kommunalen Jobcenter arbeitslos gemeldet. Doch von einer echten Entspannung kann im Landkreis Ludwigsburg keine Rede sein. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag die Arbeitslosigkeit um 1.028 Personen höher. Das entspricht einem Plus von 7,9 Prozent.
Die Arbeitslosenquote blieb im Juni unverändert bei 4,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 4,1 Prozent gelegen.
Im Laufe des Monats meldeten sich 2.601 Menschen neu oder erneut arbeitslos, darunter 1.017 aus einer Erwerbstätigkeit heraus. Gleichzeitig konnten 2.650 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. 812 von ihnen nahmen eine Beschäftigung auf.
Junge Menschen besonders betroffen
Auffällig ist, dass die Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen über dem Niveau des Vorjahres lag. Besonders stark fiel der Anstieg bei den unter 25-Jährigen aus. In dieser Gruppe nahm die Arbeitslosigkeit um 16,2 Prozent zu.
Zugleich verfestigt sich die Lage bei vielen Betroffenen. Im Juni waren 4.378 Menschen bereits ein Jahr oder länger arbeitslos gemeldet. Das waren 12,1 Prozent mehr als im Juni des vergangenen Jahres.
Die Agentur für Arbeit spricht von einer weiterhin sehr angespannten Situation. Für viele arbeitslose Menschen sei es derzeit schwer, zeitnah wieder eine Anschlussbeschäftigung zu finden. Das gelte zunehmend auch für gut qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
„Die Lage ist weiterhin sehr angespannt und für viele arbeitslose Menschen ist es aktuell sehr schwer, zeitnah wieder eine Anschlussbeschäftigung oder nach der Ausbildung oder einer Beschäftigungspause den Einstieg beziehungsweise den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt zu finden“, sagt Martin Scheel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ludwigsburg.
Scheel verweist zugleich auf die Bedeutung von Ausbildung und Weiterbildung. Gerade in einem sich wandelnden Arbeitsmarkt blieben Qualifikation und lebenslanges Lernen wichtige Voraussetzungen, um berufliche Chancen zu verbessern.

