
Der Gesamtverband der Versicherer hat neue Regionalklassen für Kfz-Haftpflichtversicherungen festgelegt – mit Folgen für mehr als zehn Millionen Autofahrende. In Hessen und NRW steigen die Beiträge besonders häufig. Offenbach hat die bundesweit schlechteste Schadenbilanz, Elbe-Elster die beste. Was das für Ihre Versicherung bedeutet – ein Überblick.
Berlin/Ludwigsburg. Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland müssen sich auf Änderungen bei ihrer Kfz-Haftpflichtversicherung einstellen. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag mitteilte, ändern sich in diesem Jahr die Regionalklassen in 99 von 413 Zulassungsbezirken – mit direkten Auswirkungen auf die Versicherungsbeiträge. Für rund 5 Millionen Versicherte steigen die Beiträge, für etwa 5,3 Millionen wird es günstiger.
„Durch die aktuelle Auswertung ändern sich die Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung für mehr als zehn Millionen Autofahrende“, erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. In den übrigen 314 Bezirken mit rund 32,1 Millionen Versichertenbleibt alles wie im Vorjahr.
Hessen, NRW und Großstädte besonders betroffen
Besonders stark betroffen von höheren Einstufungen sind Autofahrende in Hessen und Nordrhein-Westfalen. „Hier wird fast jeder vierte Autofahrende hochgestuft“, so Asmussen. Aber auch Großstädte schneiden regelmäßig schlechter ab: „Die schlechteste Schadenbilanz hat Offenbach, dicht gefolgt von Berlin. In beiden Städten liegen die Schäden fast 40 Prozent über dem Schnitt.“
Brandenburg ganz vorn – Elbe-Elster mit bester Bilanz
Vergleichsweise gute Schadenbilanzen weisen erneut die Flächenländer Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern auf. In diesen Regionen verursachen Autofahrende nach Angaben des GDV deutlich weniger oder günstigere Schäden als im Bundesdurchschnitt.
Spitzenreiter unter den sichersten Bezirken ist erneut Elbe-Elster (Brandenburg): Dort liegen die Schäden etwa 30 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.
Was bedeutet die Regionalklasse für Versicherte?
Die Regionalklasse beeinflusst, wie hoch der Versicherungsbeitrag ausfällt. Je höher die Schadenhäufigkeit und -kosten in einem Zulassungsbezirk, desto höher die Einstufung – und desto teurer die Versicherung. Allerdings weist der GDV darauf hin, dass die Regionalklasse nur ein Faktor bei der Berechnung des Gesamtbeitrags ist.
Entscheidend sind außerdem:
• Typklasse des Fahrzeugs
• jährliche Fahrleistung
• Fahrerprofil
• und die Entwicklung der Reparaturkosten, die laut GDV seit Jahren deutlich schneller steigen als die allgemeine Inflation.
In den letzten zwei Jahren hätten diese Kostensteigerungen zu Verlusten von rund fünf Milliarden Euro bei den Kfz-Versicherern geführt.
Kaum Änderungen bei der Kaskoversicherung
In der Teilkasko- und Vollkaskoversicherung bleibt die Lage größtenteils stabil. Rund 33,4 Millionen Versicherte behalten ihre bisherige Einstufung. Für 2,1 Millionen Menschen steigt die Klasse, bei 2,6 Millionen sinkt sie.

