Klopp schrie mich an und knallte die Tür“: Gündogan erinnert sich

Jürgen Klopp stürmte ins Zimmer, schrie Ilkay Gündogan an und knallte die Tür. Eine halbe Stunde später nahm er seinen Spieler in den Arm und entschuldigte sich. Gündogan erzählt diese Episode aus Dortmunder Zeiten und erklärt zugleich, warum er den neuen Bundestrainer trotz dessen enttäuschenden Starts unterstützt.

Von der Redaktion (hp/dts) – 20.19 Uhr

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Berlin. Ein lautstarker Ausbruch Jürgen Klopps ist Ilkay Gündogan aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Borussia Dortmund besonders in Erinnerung geblieben. Der frühere Nationalmannschaftskapitän schilderte der Wochenzeitung „Die Zeit“, wie der heutige Bundestrainer ins Zimmer gestürmt sei, ihn angeschrien und die Tür zugeknallt habe. Aus Klopps Sicht war Gündogan zu spät am Trainingsgelände erschienen, um zum Physiotherapeuten zu gehen.

Klopp habe sich jedoch schnell wieder gefangen. „Eine halbe Stunde später nahm er mich in den Arm und erklärte mir, warum er so streng war. Dann hat er sich entschuldigt. Eigentlich hatte er recht“, so Gündogan. Seine impulsive Art hätten die Spieler akzeptiert: „ehrlich, direkt, sympathisch. Kein Trainer ist so authentisch wie er.“

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Trotz des enttäuschenden Starts von Klopp als Bundestrainer stellt sich Gündogan hinter seinen früheren Coach. „Ich bin trotzdem froh, dass Jürgen Bundestrainer ist. Er hat auch Liverpool und Dortmund am Boden übernommen und zu Titeln geführt.“ Allerdings werde es „ein harter Weg für die Spieler“. Deutschland sei derzeit schwächer besetzt als die internationale Konkurrenz. „Spanien, Frankreich oder England sind besser besetzt. Das ist nun mal die Realität, kann aber keine Begründung für ein Ausscheiden vor dem Achtelfinale bei großen Turnieren sein“, so der ehemalige Nationalmannschaftskapitän.

Deutliche Kritik übte er am Umgang jüngerer Profis mit sozialen Medien. Manche Spieler googelten in der Halbzeit ihren eigenen Namen. „Lob in der Öffentlichkeit ist manchen wichtiger als das des Trainers oder das der Kollegen. Das kann sehr gefährlich sein“, sagte Gündogan. Social-Media-Aktivitäten beschleunigten aus seiner Sicht den Individualismus im Fußball.

Nach dem Ende seiner Spielerkarriere will Gündogan selbst auf die Trainerbank wechseln. „Ja, ich würde gerne als Trainer arbeiten. Ich habe erlebt, was Trainer bewirken können.“ Den entscheidenden Anstoß habe Pep Guardiola gegeben: „Letztlich hat mein ehemaliger Coach Pep Guardiola den Gedanken in mich gepflanzt. In seiner Rolle habe ich meine künftige erkannt“, sagte Gündogan der Wochenzeitung „Die Zeit“.