Kurden-Demo in Ludwigsburg eskaliert zeitweise: Pyrotechnik und Polizeieinsatz

Was als Kundgebung begann, endete mit Pyrotechnik, Vermummungen und Polizeieinsätzen: Am Dienstagabend ist eine Demonstration in der Ludwigsburger Innenstadt zeitweise eskaliert. Nach dem offiziellen Ende formierten sich mehrere unangemeldete Aufzüge, die Polizei leitete Ermittlungsverfahren ein und sprach Platzverweise aus.

Von Lea Brandt – 09.15 Uhr 

ANZEIGE

Ludwigsburg. Eine ursprünglich friedlich verlaufende Demonstration in der Ludwigsburger Innenstadt ist am Dienstagabend (27. Januar 2026) zeitweise aus dem Ruder gelaufen. Während der Kundgebung auf dem Vorplatz der MHP Arena kam es zu kleineren Ausschreitungen, vereinzelt wurde Pyrotechnik gezündet – später bildete sich ein unangemeldeter Aufzug, der von der Polizei gestoppt wurde.

ANZEIGE

Mehrere Ermittlungsverfahren und Platzverweise

ANZEIGE

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Ludwigsburg begann die Demonstration unter dem Motto „Defend Rojava“ am Dienstagabend gegen 19 Uhr auf dem Vorplatz der MHP Arena. Zu Beginn versammelten sich rund 400 Personen, im Verlauf der Veranstaltung wuchs die Teilnehmerzahl auf etwa 600 an.

Gegen 20:10 Uhr wurde die Veranstaltung durch die Versammlungsleiterin offiziell beendet. Bereits zuvor hatten sich jedoch rund 80 Personen von der Kundgebung gelöst und waren über die Brenzstraße und Schillerstraße in Richtung Arsenalplatz gezogen. Aus dieser Gruppe heraus wurde Pyrotechnik gezündet und in Richtung der Einsatzkräfte geworfen. Am Arsenalplatz löste sich die Gruppe schließlich auf.

Kurz darauf formierte sich ein Spontanaufzug mit etwa 150 Personen, der laut skandierend durch die Bahnhofsunterführung und das Bahnhofsgebäude in die Myliusstraße zog. Laut Polizei kam es dabei zur Vermummung einzelner Teilnehmer und zum Wurf einer Glasflasche auf Einsatzkräfte. Verletzt wurde dabei niemand.

Die Polizei stoppte den Aufzug in der Alleenstraße, kontrollierte sämtliche beteiligte Personen und stellte mehrere verbotene Gegenstände sicher. Gegen die Betroffenen wurden Strafverfahren eingeleitet, zudem wurden Platzverweise ausgesprochen. Die Maßnahmen endeten gegen 23:30 Uhr, anschließend wurde die Myliusstraße für den Verkehr wieder freigegeben.

120 Einsatzkräfte im Stadtgebiet

Im Einsatz waren rund 120 Polizeikräfte aus den Polizeipräsidien Ludwigsburg, Stuttgart und Einsatz. Die Polizei kündigte an, die Vorfälle umfassend auszuwerten.