Läuse bei Kindern: Das sollten Eltern wissen

Läuse übertragen keine Krankheiten und sind eigentlich harmlos – aber lästig. Weil der Speichel der kleinen Blutsauger eine allergische Reaktion auslöst, juckt es stark. Gerade bei Kindern haben die Mini-Biester ein leichtes Spiel.

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„Kinder stecken häufig ihre Köpfe eng zusammen, wenn sie gemeinsam gebannt in ein Buch oder auf ein Smartphone schauen und genau das nutzen die Insekten, um von einer Kopfhaut auf die andere zu krabbeln“, erklärt Dr. Jakob Maske, Kinder- und Jugendarzt aus Berlin im „HausArzt-PatientenMagazin“.

Um die ungebetenen Gäste wieder loszuwerden, sind pharmazeutische Anti-Läusemittel die einzige Therapie. Rezeptfreie Wirkstoffe wie Pyrethrum, Allethrin und Permethrin attackieren das Nervensystem der Tierchen und töten sie.

Neben Insektiziden gibt es die Möglichkeit, Läuse mit Silikonöl (Dimeticon) zu beseitigen. Dieses dringt in die Lunge der Tiere ein: sie ersticken. Das Bekämpfen der Läuse mit dem synthetischen Stoff wirkt rein physikalisch, er gilt nicht als Arznei, sondern als Medizinprodukt. Frei von Giftstoffen, ist er meist die Therapie der ersten Wahl. Weiterer Pluspunkt: Einige chemische Mittel wirken nicht mehr, weil die Kopfläuse gegen sie resistent geworden sind.

Gleich ob Eltern die chemische oder physikalische Keule gegen die Tierchen schwingen: Für Kinder bis zum zwölften Lebensjahr können sie sich in der Arztpraxis dafür ein Rezept ausstellen lassen. Zunächst tragen die Eltern die Lösung aufs trockene Haar auf und lassen sie mehrere Stunden einwirken – etwa über Nacht.

Nach acht bis zehn Tagen, wenn sogenannte Nymphen aus den Läuseeiern schlüpfen, muss die Behandlung wiederholt werden. Den Erfolg der Therapie sollten Eltern mindestens zwei Wochen lang prüfen. Dafür alle drei Tage mit einem Nissenkamm durch die Haare der Kinder gehen – seine Zinken stehen im Gegensatz zum Läusekamm enger zusammen und fischen auch die Eier heraus.

mp/wal

 

Krankenhäuser in Deutschland am Rande der Insolvenz: Grünen-Politiker fordert Soforthilfe

Der Härtefallfonds wird nach Einschätzung der Grünen nicht ausreichen, um Krankenhäuser vor der Insolvenz zu retten. Die Lage der Kliniken sei jetzt schon dramatisch, sagte der Grünen-Politiker Armin Grau dem „Spiegel“. Grau ist in seiner Bundestagsfraktion für Krankenhäuser zuständig.

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Die Krankenhäuser brauchten kurzfristig mehr Geld, sagte Grau. Die von der Ampelkoalition geplante Krankenhausreform, zu der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im Sommer einen Gesetzentwurf vorlegen will, werde für viele zu spät wirksam. „Wenn wir die Kliniken retten wollen, brauchen wir mehr als eine Reform, die erst in ein paar Jahren wirken wird“, sagte Grau.

Er befürchtet, dass viele Häuser so lange nicht durchhalten werden. Auch Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hofft auf baldige Hilfen für insolvenzgefährdete Kliniken: „Viele Krankenhäuser stehen wirklich finanziell mit dem Rücken zur Wand, einige sind akut insolvenzgefährdet“, sagte sie dem „Spiegel“. Laut Deutscher Krankenhausgesellschaft haben 2022 rund 60 Prozent der deutschen Krankenhäuser rote Zahlen geschrieben.

In diesem Jahr, so die Befürchtung, könnten es noch mehr werden.

red