
Von Ayhan Güneş – 07.12 Uhr
Ludwigsburg. Landwirte im Landkreis Ludwigsburg können auf Entlastung hoffen: Mit einer neuen Muster-Allgemeinverfügung des Umweltministeriums dürfen Landratsämter künftig gezielter gegen Saatkrähenschäden vorgehen – ohne den Artenschutz zu gefährden. Auch der Kreis Ludwigsburg profitiert von dieser Neuregelung, die Vergrämungen an landwirtschaftlichen Hotspots erleichtert und bürokratische Hürden abbaut.
Die Maßnahme wurde vom Umweltministerium Baden-Württemberg vorgestellt und soll Schäden an Saatgut und Ernteflächen verhindern, die durch wachsende Krähenpopulationen in den vergangenen Jahren teils erhebliche Ausmaße erreicht hatten. Die Umsetzung erfolgt nun über das Landratsamt Ludwigsburg, das auf Basis der Muster-Allgemeinverfügung eigene rechtssichere Regelungen erlassen kann.
In einer gemeinsamen Mitteilung erklärten die Grünen-Landtagsabgeordneten Dr. Markus Rösler, Silke Gericke und Tayfun Tok, das neue Saatkrähenmanagement sei ein wichtiger Schritt für den Landkreis und ein gelungenes Beispiel, wie Artenschutz und Landwirtschaft zusammengeführt werden können.
Ich freue mich sehr, dass auch der Kreis Ludwigsburg und damit beispielsweise Korntal-Münchingen vom angepasstem Saatkrähenmanagement profitieren wird., sagte Dr. Markus Rösler (Grüne). Die neue Verfügung befähige das Landratsamt, „eine rechtssichere Allgemeinverfügung zu erlassen“ und helfe dabei, „Landwirtschaft und Artenschutz nachhaltig für die Zukunft aufzustellen.“
Auch Silke Gericke (Grüne) betonte, wie wichtig der wissenschaftliche Dialog über den Umgang mit Saatkrähen sei. „Damit unterstützen wir den wissenschaftlichen Dialog über den Umgang mit Saatkrähen und anderen konfliktträchtigen, aber ökologisch wichtigen Arten, wie er zuletzt in einem offenen Brief von Forschenden der Universität Hohenheim und weiterer Forschungseinrichtungen an die Politik adressiert wurde. Dort wird betont, dass Konflikte mit der Landwirtschaft gezielt und anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse gemanagt werden sollten, statt pauschale Bejagungs- oder Jagdregelungen zu verankern, die den Schutzstatus der Arten unnötig verkomplizieren können zumal Jagdrecht auch nach Aussagen der Wissenschaftler nicht weiterhilft.
Tayfun Tok (Grüne) hob die Bedeutung für die regionale Landwirtschaft hervor: „Mit der Gesetzesänderung machen wir den Weg frei für eine pragmatische Handhabung der zunehmenden Population von Saatkrähen. Wir unterstützen die Landwirtschaft und damit die heimische Produktion von hochwertigen Nahrungsmitteln.“
Mit der Einführung des neuen Saatkrähenmanagements will das Land Konflikte zwischen Landwirtschaft und Artenschutz entschärfen und gleichzeitig die Biodiversität sichern. Für die Landkreise bedeutet die Muster-Allgemeinverfügung eine deutliche Verwaltungsvereinfachung – und für die betroffenen Landwirte mehr Planungssicherheit vor Beginn der Aussaat.



