
Wie kann es gelingen, mehr junge Menschen für soziale Berufe zu begeistern? Bei einem Besuch der Fachschule St. Loreto in Ludwigsburg diskutierten Landtagspräsidentin Muhterem Aras und Landtagsabgeordnete Silke Gericke mit Auszubildenden über Fachkräftemangel, Chancengleichheit und die Zukunft frühkindlicher Bildung.
Ludwigsburg. Im Rahmen eines intensiven Austauschs über die Zukunft sozialer Berufe besuchten Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) und die Ludwigsburger Landtagsabgeordnete Silke Gericke die Fachschule für Sozialpädagogik St. Loreto. Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Auszubildenden standen Themen wie Chancengleichheit, Integration und Fachkräfteentwicklung.
Nach einer Führung durch die Ausbildungsräume der Fachschule startete der Dialog mit einem der drängendsten Themen im sozialen Bereich: dem Mangel an pädagogischen Fachkräften. Besonders in der frühkindlichen Bildung sei der Bedarf hoch, die Gewinnung neuer Kräfte bleibe jedoch eine Herausforderung. Neben der reinen Zahl der Beschäftigten sei auch die geringe Beteiligung von Männern ein strukturelles Problem.
Das soziale Berufsfeld müsse, so der Tenor der Gesprächsrunde, als moderne und vielfältige Karriereoptionwahrgenommen werden. Eine höhere Diversität in sozialen Berufen könne langfristig zu mehr Gleichstellung und gesellschaftlicher Balance beitragen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war die Bildungsgerechtigkeit. Die Teilnehmenden beschrieben den wachsenden Anteil von Kindern mit besonderem Förderbedarf und betonten den zunehmenden Druck auf pädagogische Fachkräfte. Es fehle vielerorts an finanziellen Mitteln, um zusätzliche Unterstützung – etwa durch Integrations- oder Sprachförderkräfte – bereitzustellen.
„Inklusion darf kein Kostenfaktor sein, sondern muss als Investition in die Zukunft verstanden werden“, lautete die zentrale Botschaft der Gesprächsrunde. Kinder, die heute keine ausreichende Förderung erfahren, trügen die Folgen ein Leben lang und mit ihnen die Gesellschaft als Ganzes.
Aras und Gericke nahmen die Anregungen der Auszubildenden und Lehrkräfte offen auf. Beide unterstrichen, dass soziale Berufe das Fundament einer gerechten und demokratischen Gesellschaft bilden. Gute Bildung, qualifizierte Fachkräfte und echte Teilhabe seien, so der gemeinsame Tenor, die tragenden Säulen gesellschaftlichen Zusammenhalts und sie begännen bereits in der frühkindlichen Bildung.



