Leichter Rückgang im Februar – Arbeitslosigkeit bleibt im Kreis Ludwigsburg hoch

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Ludwigsburg zeigt im Februar eine vorsichtige Entspannung. Während weniger Menschen neu arbeitslos wurden und mehr eine Stelle fanden, liegt die Gesamtzahl weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau. Sorgen bereitet vor allem die Entwicklung bei den unter 25-Jährigen.

Von der Redaktion – 08.15 Uhr 

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Ludwigsburg. Nach dem deutlichen Anstieg zu Jahresbeginn ist die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Ludwigsburg im Februar leicht zurückgegangen. Wie die Agentur für Arbeit Ludwigsburg mitteilt, waren im Februar insgesamt 14.175 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 99 Personen oder 0,7 Prozent weniger als im Januar.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich jedoch weiterhin ein deutlicher Anstieg: Gegenüber Februar 2025 erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 1.046 Personen beziehungsweise 8,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote blieb im Februar unverändert bei 4,5 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 4,2 Prozent gelegen.

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Weniger Neumeldungen – mehr Abgänge

Im Februar meldeten sich 2.921 Frauen und Männer neu oder erneut arbeitslos, 388 weniger als im Januar. Gleichzeitig konnten 3.039 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden – 675 mehr als im Vormonat. 912 Menschen nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, 616 begannen eine Ausbildung oder Qualifizierungsmaßnahme.

Ein spürbarer Anstieg zeigte sich bei den unter 25-Jährigen. In dieser Altersgruppe waren 1.374 junge Menschen arbeitslos gemeldet – 93 mehr als im Januar und 151 mehr als im Vorjahr. Der Zuwachs gegenüber dem Vormonat sei vor allem auf Arbeitslosmeldungen nach Abschlussprüfungen bei verkürzten Ausbildungen zurückzuführen, so die Agentur.

Industrie unter Druck – andere Branchen stabilisieren

Martin Scheel, Leiter der Agentur für Arbeit Ludwigsburg, ordnet die Entwicklung vorsichtig ein: „Nach dem starken Anstieg der Arbeitslosenzahlen zum Jahresbeginn zeichnete sich im Februar eine leichte Entspannung ab. Dennoch bleiben der Arbeitsmarkt und die Beschäftigung, insbesondere im industriellen Sektor, aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen für die überwiegend exportorientierten Unternehmen weiter unter Druck.“

Stabilisierend wirkten weiterhin gute Beschäftigungschancen in Bereichen wie öffentlicher Verwaltung, Pflege, Gesundheit und Handwerk. „Die Bereitschaft, sich weiterzubilden oder beruflich neu zu orientieren, erhöht die eigenen Beschäftigungschancen deutlich. Qualifizierung ist und bleibt der Schlüssel, um den strukturellen Wandel erfolgreich zu meistern“, so Scheel.

Trotz der leichten Entspannung im Februar bleibt der Arbeitsmarkt im Landkreis damit insgesamt auf einem höheren Belastungsniveau als noch vor einem Jahr.