
Ludwigsburg. Er war Jurist, IHK-Chef, Stadtrat und hat das Ludwigsburg der Nachkriegszeit wirtschaftlich mitgestaltet. Heute ist Dr. Karl Maier vor allem eines: der älteste Mann der Stadt. Am Dienstag, 29. Juli, feiert er seinen 101. Geburtstag.
Mehr als zwei Jahrzehnte war Maier Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Ludwigsburg. Er kannte die Unternehmer der Region beim Vornamen – und sie ihn. Bei seinem Abschied 1986 im Forum am Schlosspark hielten Ministerpräsident Lothar Späth und der damalige Trumpf-Chef Berthold Leibinger die Reden. Heute kaum vorstellbar: Ein Mann, der so viel politisches und wirtschaftliches Gewicht hatte, dass Regierungschefs zum Abschied kommen.
Ein Mann der alten Schule
Karl Maier galt als durchsetzungsstark, aber verbindlich. Wer mit ihm diskutierte, musste gut vorbereitet sein. Im Gemeinderat, dem er von 1962 bis 1972 für die Freien Wähler angehörte, war er zuletzt stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Mitentscheidend war er beim Bau des heutigen Kulturzentrums – also jenem Haus, in dem heute Stadtbibliothek, VHS und Sitzungssaal untergebracht sind.
Wirtschaft und Ehrenamt, Aktenlage und Humor
Nicht nur als Funktionär war Maier präsent. Er war jemand, der Aktenlage mit Haltung verband, Detailwissen mit Pragmatismus – und all das mit einem feinen Sinn für Humor. Für seine Verdienste erhielt er die Bürgermedaille der Stadt und die Eberhard-Ludwig-Medaille des Landkreises.
Oberbürgermeister Matthias Knecht würdigt Maier mit klaren Worten: „Er war ein Mann, der seine Ansichten mit Nachdruck vertrat. Als Fachmann für Wirtschaft und Recht genoss er hohen Respekt. Und er hat zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt viel beigetragen.“
Geboren wurde Maier in Schwäbisch Gmünd als Sohn einer Bäckerfamilie. Nach dem Jurastudium in Freiburg und der Promotion begann er bei der IHK seiner Heimatstadt. Ab 1954 wirkte er in Ludwigsburg bei der IHK, zunächst als Geschäftsführer, später als Hauptgeschäftsführer.
red


