
Im Streit um das Stadtbahnprojekt LUCIE hat die Stadt Ludwigsburg ihr Angebot an Remseck, Schwieberdingen und Pattonville nachgebessert. Über die Ausgleichszahlungen müssen nun die kommunalen Gremien entscheiden.
Von Ayhan Güneş – 15.59 Uhr
Ludwigsburg. Die Stadt Ludwigsburg will den vom ursprünglichen Stadtbahnnetz betroffenen Zweckverbandsmitgliedern 75 Prozent ihrer geleisteten Umlagen erstatten. Zuvor hatte das Angebot bei rund 70 Prozent gelegen. Die neue Offerte wurde am Donnerstag im Verwaltungsrat des Zweckverbands Stadtbahn vorgestellt.
Betroffen sind Remseck, Schwieberdingen und der Zweckverband Pattonville. Deren kommunale Gremien sollen nun über den Vorschlag beraten. Eine endgültige Entscheidung soll anschließend in der Zweckverbandsversammlung fallen.
Auslöser des Konflikts ist der Ludwigsburger Gemeinderatsbeschluss vom November 2025. Die Mehrheit hatte sich damals gegen das ursprünglich geplante Gesamtnetz ausgesprochen. Weiterverfolgt werden soll nach dem Willen der Stadt nur noch die Reaktivierung der Bahnstrecke von Markgröningen über Möglingen nach Ludwigsburg.
Remseck, Schwieberdingen und Pattonville hätten von dieser verkleinerten Lösung deutlich weniger oder keinen unmittelbaren Nutzen mehr. Deshalb wird seit Monaten über einen finanziellen Ausgleich und die künftige Zusammensetzung des Zweckverbands verhandelt.
Knecht: „Es war eine gute Sitzung“
Ludwigsburgs Oberbürgermeister Matthias Knecht bewertete die Gespräche auf Anfrage von Ludwigsburg24 positiv. „Es war eine gute Sitzung“, sagte Knecht. Man habe in der Sache hart gerungen, alle Beteiligten hätten ihre Positionen und Argumente einbringen können. Zwischen den verschiedenen Standpunkten habe man sich auf einen Weg verständigt, der nun noch von den kommunalen Entscheidungsgremien beraten und abschließend in der Zweckverbandsversammlung entschieden werden müsse.
Zur möglichen Höhe der Zahlungen machte die Stadt keine weiteren Angaben. Offen bleibt, auf welchen Gesamtbetrag sich das Angebot von 75 Prozent bezieht und ob eine Obergrenze vorgesehen ist. Nach bisherigen Informationen von Ludwigsburg24 könnten sich die Ausgleichszahlungen auf insgesamt bis zu rund 2,4 Millionen Euro belaufen. Davon müsste die Stadt Ludwigsburg 75 Prozent und damit bis zu rund 1,8 Millionen Euro übernehmen.
Die Beteiligten haben nach Angaben des Landratsamts vereinbart, weitere Fragen zur Reaktivierungsstrecke bis zum Jahresende zu klären. Danach soll über den Fortgang des Projekts und die künftige Besetzung des Zweckverbands entschieden werden.
Ludwigsburg, Markgröningen, Möglingen und der Landkreis wollen die Strecke zwischen Markgröningen und Ludwigsburg weiterhin reaktivieren, sofern die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Gleichzeitig soll geprüft werden, unter welchen Bedingungen Remseck, Schwieberdingen und Pattonville aus dem Zweckverband ausscheiden können.


