
Die Generalsanierung des Forums am Schlosspark nimmt konkrete Formen an. Nach aktuellen Planungen soll das Kulturzentrum erst zum 31. Juli 2027 schließen und damit eine weitere Spielzeit sowie die Ludwigsburger Schlossfestspiele ermöglichen. Gleichzeitig rechnet die Stadt inzwischen mit Gesamtkosten von rund 134 Millionen Euro für eines der größten Bauprojekte ihrer Geschichte.
Von Ayhan Güneş – 09.22 Uhr
Ludwigsburg. Nach aktualisierter Kostenberechnung veranschlagt die Stadt für die Generalsanierung Gesamtkosten in Höhe von 134 Millionen Euro. Im Frühjahr 2025 war noch von rund 120 Millionen Euro die Rede. Damit liegen die aktuellen Berechnungen rund 14 Millionen Euro über der damaligen Schätzung.
Über den Zeitpunkt der Schließung muss nun der Ludwigsburger Gemeinderat entscheiden. Die Stadtverwaltung schlägt vor, den Betrieb erst zum 31. Juli 2027 einzustellen. Ursprünglich war ein Ende bereits zum Jahreswechsel 2026 vorgesehen. Die Verlängerung würde es ermöglichen, die Spielzeit 2026/2027 regulär abzuschließen und das Forum im Sommer 2027 noch als Spielstätte der Ludwigsburger Schlossfestspiele zu nutzen.
Ab Oktober 2027 ist ein reduziertes Interimsprogramm unter dem Titel „Zwischenspiel“ an verschiedenen Orten im Stadtgebiet vorgesehen. Eine Wiedereröffnung des generalsanierten Hauses gilt – sofern Planung und Bau ohne Verzögerungen verlaufen – gegen Ende des Jahres 2032 als realistisch.
Technik am Ende ihrer Lebenszyklen
Das 1988 eröffnete Gebäude steht seit Anfang 2024 unter Denkmalschutz. Die bauliche Substanz gilt weiterhin als stabil, doch die technische Infrastruktur ist weitgehend überaltert. Lüftungsanlagen, Wasser- und Elektroleitungen sowie die Veranstaltungstechnik sind mehr als vier Jahrzehnte alt, Ersatzteile teilweise nicht mehr verfügbar. Hinzu kommt ein nicht mehr ausreichender Brandschutz nach heutigen Standards.
Der Betrieb erfolgt derzeit im sogenannten Duldungsbetrieb. „Es kommt fast im Wochenrhythmus zu technischen Ausfällen sowie Wasser- oder Kabelschäden“, erklärt Mario Kreh, Geschäftsführer des Eigenbetriebs Tourismus und Events. Konkrete Gefahren für Veranstaltungen oder Besucher bestünden nicht. Größere Schäden könnten jedoch – je nach Umfang – auch zu längeren Betriebsausfällen führen.
Enger finanzieller Rahmen
Die Verlängerung der Spielzeit steht unter engen finanziellen Bedingungen. Für die letzte reguläre Spielzeit 2026/2027 sowie das anschließende Interimsprogramm stehen im Haushaltsjahr 2027 nach aktueller Planung 700.000 Euro zur Verfügung. Zuvor waren 1,03 Millionen Euro eingeplant. Die finale Spielzeit vor der Schließung dürfte daher reduziert ausfallen.
Oberbürgermeister Matthias Knecht bekräftigt dennoch das Ziel, das Forum langfristig zu sichern. „Wir stehen mit voller Überzeugung zu einem starken und zukunftsfähigen Forum – auch für die kommenden Jahrzehnte“, betont Knecht. Zugleich verweist er auf die Notwendigkeit erheblicher Fördermittel von Bund und Land. „Angesichts der angespannten Haushaltslage können wir diese Kraftanstrengung nicht allein bewältigen. Deshalb sind wir auf Fördermittel in erheblichem Umfang angewiesen.“
Mit der nun vorgelegten Termin- und Kostenplanung tritt das Projekt in eine entscheidende Phase. Der Gemeinderat wird in den kommenden Wochen über die weiteren Schritte beraten.
Kommentar:
Kaum ein Gebäude steht so sehr für das Selbstverständnis Ludwigsburgs wie das Forum am Schlosspark. Doch das kulturelle Aushängeschild der Stadt steht vor einer doppelten Herausforderung: Die Technik ist am Ende ihrer Lebenszyklen angekommen – gleichzeitig muss die Stadt ein 134-Millionen-Euro-Projekt in Zeiten angespannter Haushaltslage verantworten. Das Ringen um Fördermittel und politische Prioritäten dürfte die Debatte in den kommenden Monaten prägen.

