
Mehr als 30 gestohlene Jeeps, manipulierte Kennzeichen und Spezialtechnik zum Öffnen der Fahrzeuge: Nach jahrelangen Ermittlungen haben deutsche und polnische Behörden eine international agierende Diebesbande zerschlagen. Die Serie betraf auch den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg.
Von der Redaktion (hp) – 17.53 Uhr
Ludwigsburg/Heilbronn. Nach einer Serie von mehr als 30 Jeep-Diebstählen in Baden-Württemberg haben deutsche und polnische Ermittler eine mutmaßlich international agierende Diebesbande zerschlagen. Betroffen waren auch Orte im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Heilbronn und des Polizeipräsidiums Heilbronn wurden zwischen Januar und Juli 2024 mehr als 30 Fahrzeuge des Herstellers Jeep gestohlen, insbesondere die Modelle Wrangler und Cherokee. Die Taten ereigneten sich in den Zuständigkeitsbereichen der Polizeipräsidien Heilbronn, Ludwigsburg, Mannheim, Aalen, Reutlingen und Stuttgart.
Im Zentrum der Ermittlungen stehen zwei polnische Staatsangehörige im Alter von 43 und 34 Jahren. Sie sollen während ihrer Aufenthalte in Deutschland gezielt nach geeigneten Fahrzeugen gesucht haben.
Nach Erkenntnissen der Ermittler führten die Männer neben sogenannten Dublettenkennzeichen auch technische Geräte mit sich, mit denen sie die ausgewählten Jeeps offenbar in Betrieb setzen konnten, ohne sie dabei sichtbar zu beschädigen.
Anschließend sollen die Tatverdächtigen falsche Kennzeichen an den gestohlenen Fahrzeugen angebracht und die Autos teilweise weit entfernt von den eigentlichen Tatorten in Wohngebieten abgestellt haben.
Ein weiterer Beteiligter soll eigens mit dem Bus aus Polen nach Heilbronn gereist sein. Dort sei er von einem der mutmaßlichen Haupttäter abgeholt und zu den abgestellten Jeeps gebracht worden. Seine Aufgabe soll darin bestanden haben, die gestohlenen Fahrzeuge anschließend nach Polen zu fahren.
Durchsuchungen in Deutschland und Polen
In enger Zusammenarbeit mit den polnischen Behörden gelang es den Ermittlern nach eigenen Angaben, die Struktur der Gruppe aufzuklären und Tatbeteiligungen nachzuweisen.
Ende Juli fanden im Rahmen eines gemeinsamen „Action Days“ Durchsuchungen in Deutschland und Polen statt. Dabei stellten die Ermittler unter anderem technische Geräte zur Fahrzeugmanipulation, sogenannte Jammer, sowie Navigationsgeräte sicher.
Am 4. August 2026 wurde der 43-jährige Haupttatverdächtige aufgrund eines Europäischen Haftbefehls in Polen festgenommen.
Sein 34 Jahre alter mutmaßlicher Komplize befindet sich bereits seit Januar 2026 in Polen in Haft. Hintergrund ist dort ein gesondertes Ermittlungsverfahren wegen des Handels mit Cannabisprodukten. Der Europäische Haftbefehl aus dem deutschen Verfahren wurde ihm inzwischen in der polnischen Haftanstalt eröffnet.
Polizeipräsident Frank Spitzmüller wertete den Ermittlungserfolg als Ergebnis der engen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Auch der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Frank Schwörer betonte die Bedeutung internationaler Kooperation bei der Aufklärung organisierter und grenzüberschreitender Kriminalität.
Verwendete Quelle: Staatsanwaltschaft Heilbronn / Polizeipräsidium Heilbronn


