
Überall im Land wurden wegen der Rekordhitze Feste, Läufe und Veranstaltungen abgesagt. Auch über dem Ludwigsburger Marktplatzfest lag am Samstag ein großes Fragezeichen. Mittags blieb es zunächst auffallend ruhig, doch am Abend füllte sich die Innenstadt deutlich. Am Ende war Veranstalter Mario Kreh vor allem erleichtert.
Von Lea Brandt – 08.48 Uhr
Ludwigsburg. Es war ein Marktplatzfest unter Extrembedingungen. Die Hitze lag schwer über der Innenstadt, Schattenplätze waren gefragt, Wasserstellen wurden wichtiger als sonst. Und doch blieb der Marktplatz am Samstag nicht leer. Nach einem sehr ruhigen Mittag füllte sich die Innenstadt am späten Nachmittag immer stärker. Am Abend war der Marktplatz nach Angaben des Veranstalters schließlich „fast so voll wie in Top-Jahren“.
Mario Kreh, Vorsitzender des Marktplatzfestvereins, zieht deshalb ein vorsichtig positives Fazit. „Unter den klimatischen Voraussetzungen war es ein sehr gutes Fest“, sagte Kreh gegenüber Ludwigsburg24.
Die Hitze veränderte den Ablauf spürbar. Mittags sei die Resonanz sehr gering gewesen, berichtet Kreh. Viele Besucherinnen und Besucher kamen offenbar erst später, als die Temperaturen etwas erträglicher wurden. „Ab spätem Nachmittag dann immer mehr und der Abend war enorm voll“, so Kreh.
Auch das Konsumverhalten habe sich dem Wetter angepasst. Bis zum Schluss habe es lange Schlangen vor den Essensständen gegeben. In früheren Jahren sei es dort am späten Abend deutlich ruhiger gewesen.
Keine hitzebedingten Rettungseinsätze
Für Veranstalter, Standbetreiber und Einsatzkräfte war die Hitze die größte Herausforderung. Im Vorfeld hatte das Organisationsteam zusätzliche Wasserstellen, Wassernebler und kühle Rückzugsorte in den Kirchen vorbereitet. Besucherinnen und Besucher waren zudem aufgerufen, ausreichend zu trinken, Sonnenschutz zu nutzen und Pausen im Schatten einzulegen.
Aus Sicht des Veranstalters ging dieses Konzept auf. Besonders wichtig: Nach Angaben von Kreh gab es keinen einzigen hitzebedingten Einsatz der Rettungskräfte.
Auch das Programm musste wegen der Temperaturen reduziert werden. Dadurch standen am Ende vor allem die Bands am Abend im Mittelpunkt. Diese seien auf allen drei Bühnen sehr gut angenommen worden, sagte Kreh.
Erleichterung statt großer Worte
Genaue Besucherzahlen liegen noch nicht vor. Kreh beschreibt den Verlauf aber klar: mittags kaum Betrieb, abends dann fast so voll wie in besonders starken Jahren. Das dürfte vor allem für die über 40. Vereine wichtig gewesen sein, die mit ihren Ständen auf Einnahmen angewiesen sind.
Nach einem Tag mit Rekordhitze war Kreh vor allem erleichtert. Das Fest sei trotz der schwierigen Bedingungen gut verlaufen, die Rettungsdienste hätten keinen hitzebedingten Einsatz verzeichnet und der volle Abend habe vielen Vereinen zumindest die Chance gegeben, den schwachen Mittag teilweise auszugleichen.
So bleibt vom Marktplatzfest 2026 vor allem das Bild eines Tages mit zwei Gesichtern: erst Rekordhitze, Unsicherheit und leere Plätze, dann ein voller Abend, Musik auf drei Bühnen und ein Veranstalter, der am Ende vor allem erleichtert war.

