
Mehr als 6.000 Häftlinge wurden 2025 vorzeitig aus deutschen Gefängnissen entlassen. Besonders auffällig: Baden-Württemberg liegt mit deutlichem Abstand an der Spitze – auch die Quoten unterscheiden sich je nach Bundesland stark.
Von Hendrik Paul – 07.18 Uhr
Berlin. In Deutschland sind im vergangenen Jahr mindestens 6.125 Häftlinge vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden. Das geht aus einer Umfrage unter den Justizministerien der Länder hervor, über die die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet.
Besonders ins Auge fällt dabei Baden-Württemberg: Mit 2.061 vorzeitigen Entlassungen liegt das Bundesland deutlich an der Spitze. Mit großem Abstand folgen Niedersachsen (896) und Hessen (814).
Auch in anderen Bundesländern wurden zahlreiche Gefangene vorzeitig entlassen, darunter Rheinland-Pfalz (485), das Saarland (361) und Hamburg (346). Weitere Zahlen meldeten Berlin (326), Sachsen (280), Brandenburg (202), Sachsen-Anhalt (137) und Thüringen (129). Die niedrigste Zahl verzeichnete Bremen mit 88 Fällen.
Auffällig sind auch die Unterschiede bei den Anteilen: Im Saarland lag die Quote vorzeitiger Entlassungen bei rund 45 Prozent aller Freilassungen. In Hessen und Baden-Württemberg betrug sie jeweils etwa 30 Prozent, in Niedersachsen knapp 20 Prozent. Deutlich niedriger lagen die Werte in Sachsen und Thüringen mit rund zwölf beziehungsweise acht Prozent.
Für einige große Bundesländer liegen keine vollständigen Daten vor. Bayern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein erheben entsprechende Zahlen nicht systematisch.

