Mercedes-AMG SL: Die Legende lebt

Die Legendenbildung startete vor knapp 70 Jahren in Stuttgart mit dem ersten SL – einem straßentauglichen Rennsportwagen. Jetzt kehrt der große Name zurück. Und zwar, wie es sich gehört, mit aufregendem Design, modernster Antriebs- und Vernetzungstechnik. Und mit klassischem Stoffdach.

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In den auf Wunsch offenen Straßensportler hat Mercedes-AMG alles rein gesteckt, was gut und teuer ist. Etwa das 4,0-Liter-V8-Biturbotriebwerk aus Affalterbach, das Acitve Ride-Control-Fahrwerk samt aktiver Wankstabilisierung, die Hinterachs-Lenkung und auf Wunsch auch noch die Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage.

Die Absicht ist klar: Der neue SL soll Maßstäbe im Segment der Luxus-Sportwagen setzen. Der Auftritt des Muskelpakets spricht für sich, innen wie außen. Komplett neu ist das Innenraum-Maßkonzept mit 2+2 Sitzen, wobei es im Fond nur Platz für Kinder bis 1,50 Meter Körpergröße gibt. Als zusätzlicher Stauraum ist dieses Areal wohl besser geeignet..

Das aktive Luftregelsystem Airpanel ist erstmals zweiteilig ausgeführt. „Der erste Teil operiert mit senkrechten Lamellen, die sich hinter dem unteren Lufteinlass in der Frontschürze verbergen“, so Mercedes-AMG. „Der zweite Teil befindet sich hinter dem oberen Lufteinlass und hat horizontale Lamellen.“ Damit werden reduzierter Luftwiderstand plus geringerer vorderer Auftrieb und maximale Kühlluft unter einen Hut gebracht. Der in den Heckdeckel integrierte Spoiler verändert seine Stellung je nach Fahrzustand, um entweder die Fahrstabilität zu optimieren oder den Luftwiderstand zu verringern.

Zum Start Anfang 2022 wird der neue SL in zwei Leistungsstufen angeboten. Im Topmodell SL 63 4MATIC+ leistet er 430 kW/585 PS und liefert bis zu 800 Nm. Von 0 auf 100 km/h geht es in 3,6 Sekunden, maximal sind 315 km/h drin. Im SL 55 4MATIC+ geht es um 350 kW/476 PS Leistung und um 700 Nm maximales Drehmoment. Hier dauert der Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 km/h 3,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 295 km/h erreicht.

Und die Preise? Dazu herrscht offiziell noch Stillschweigen. Vermutlich wird die achte SL-Generation aber bei knapp 150.000 Euro starten.

Rudolf Huber / glp

Nissan Qashqai in der dritten Generation

Im Jahr 2007 hatte Nissan den richtigen Riecher und brachte den Nissan Qashqai als einen der ersten Kompakt-SUVs auf den Markt. Sieben Jahre später – 2014 – kam dann die zweite Generation und weitere sieben Jahre später – 2021 – läuft die aktuellste dritte Generation vom Band. Der Motor-Informations-Dienst (mid) konnte das mittlerweile über 5 Millionen Mal verkaufte Automobil im Praxistest unter die Lupe nehmen.

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Wir haben den Nissan Qashqai in der „N-Connecta 1.3 DIG-T Mild-Hybrid 140 PS 6 MT“ Ausführung im Test. Dieser baut auf die in Kooperation mit Renault entwickelten CMF-C-Plattform auf, ein Renault Schwestermodell auf dieser Plattform soll ebenfalls 2022 erscheinen. Doch was bedeutet jetzt der kryptische Name des Qashqai in technischen Daten ausgedrückt?

Das Fahrzeug wird von einem Reihen-Vierzylinder-Turbomotor mit 1,3 Litern Hubraum angetrieben. Zur Hilfe kommt außerdem ein Mild-Hybrid-System mit 12V Bordnetz, welches einen Riemenstartergenerator antreibt, der beim Anfahren und Beschleunigen unterstützt. Die Systemleistung beläuft sich auf 103 kW/140 PS bei 5.000 U/min, das maximale Drehmoment von 240 Nm liegt zwischen 1.650 – 4.000 U/Min an.

Bei einem Leergewicht inklusive Fahrer je nach Ausstattung zwischen 1.405 – 1.534 kg beschleunigt der Fronttriebler mit der 6-Gang Handschaltung von 0 auf 100 km/h in 10,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 196 km/h erreicht. Bei den Verbrauchswerten gibt Nissan im Mix einen Verbrauch von 5,8 l/100 km und einen CO2-Ausstoß von 131 g/km an. In unserem Test mit Winterbereifung und aktiver Klimaanlage lagen wir real zwischen 7 und 8 Litern auf 100 km, dabei waren wir aber hauptsächlich in den Fahrmodi Standard und Sport unterwegs. Sparsame Fahrer können im ECO Modus den Verbrauch sicherlich noch etwas geringer gestalten. Für ein Automobil aus dem SUV-Segment, das im Vergleich zum Vorgänger um 3,5 Zentimeter in der Länge, 3 Zentimeter in der Breite und 3 Zentimeter in der Höhe gewachsen ist, gute Werte (Außenabmessung: 4,43 m Länge x 1,84 m Breite x 1,64 m Höhe). Der Qashqai fährt sich angenehm laufruhig und ist auch langstreckentauglich.

Äußerlich fällt sofort die moderne Optik mit dem neuen Kühlergrill auf, welcher fließend in die langgezogenen LED-Scheinwerfer übergeht, die es bereits ab der Einstiegsversion serienmäßig gibt. Sehr passend ist die Lackvariante „Ceramic Grey“ (Aufpreis 850 Euro), eine von 11 auswählbaren Lackierungen. Auch Zweifarbenlackierungen sind bei der Konfiguration möglich.

Der Testwagen steht auf 18-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 235/55er Winterbereifung rundum. Als Kunde hat man die Wahl zwischen 17 – 20 Zoll Bereifung, da der Qashqai aber kein Adaptives Fahrwerk mitbringt, empfiehlt es sich des Komforts wegen, nicht die größtmögliche Bereifung zu wählen.

Im Innenraum gibt es viel moderne Technik, die Anzeigen teilen sich in ein aufgesetztes Nissan-Connect Touch-Infotainment-System mit 9 Zoll, ein digitales Cockpit mit 12,3 Zoll und ein sehr helles, jederzeit gut ablesbares, projiziertes Head-up-Display mit 10,8 Zoll. Der Homebildschirm lässt sich individuell konfigurieren und die wichtigsten Funktionen (Lautstärke, Klimasteuerung) werden weiterhin über haptische Tasten bedient. Das generelle Bedienkonzept ist sehr intuitiv gehalten, man steigt ein und kann direkt loslegen, ohne groß nach Einstellungen zu suchen – entweder über das Menü im Infotainment-System oder über die Tasten am unten abgeflachten Multifunktionslenkrad. Sehr schön auch die Parkkamera mit Hilfslinien, 360 Grad Ansicht und hochaufgelöstem Bild.

Um das Mobiltelefon zu verbinden gibt es in der Mittelkonsole jeweils einen USB-C und einen USB-A Anschluss, die gleiche Anschlussvielfalt findet sich im Fondbereich. Android Auto und Apple Car Play sind ebenfalls mit an Bord. Und eine Ladeschale zum Kabellos Laden, welche ausreichend dimensioniert ist, darf da natürlich nicht fehlen.

Erwähnenswert: Die Sitze gibt es in den Bezügen Stoff oder Kunstleder, es wird kein Tierleder mehr verbaut! Die Türen sind von innen ebenfalls mit Kunstleder verkleidet (in der Front und im Fondbereich) und das allgemeine Interieur wirkt sehr wertig.

Im Innenraum ist reichlich Platz, es gibt diverse Ablagemöglichkeiten (es passt eine 1,5 Liter Flasche in die Türablagen vorn) und auch im Fond nehmen zwei Erwachsene bequem Platz, der „Notsitz“ in der Mittelreihe ist eher nur für die Kurzstrecke ausgelegt. Um Kindersitze zu befestigen gibt es im Fond zwei Isofix Anschlüsse an den äußeren Sitzen.

Für den Großeinkauf reicht das Ladevolumen vom Kofferraum mit 479 Litern ebenfalls aus. Wird mehr Platz benötigt, lässt sich die Rückbank in 60/40 Aufteilung umklappen (mit sehr geringer Ladekante im Übergang) und zwei Zwischenböden entfernen. So erweitert sich das Platzangebot auf 1.447 Liter.

Der Einstiegspreis für die Qashqai Welt liegt bei 25.790 Euro, ist also im Compact-SUV Segment im Vergleich mit den Mitbewerbern (VW Tiguan, Ford Kuga) im unteren Preisbereich anzusiedeln. Der Testwagen mit etwas mehr Sonderausstattung liegt bei 35.990 Euro.

Mike Neumann / mid