
Mercedes-Benz verteidigt den Ausbau seines Werks in Ungarn und verweist auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns. Produktionsvorstand Michael Schiebe sagt, niedrigere Kosten im Ausland könnten helfen, Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Gleichzeitig fordert das Management von den Beschäftigten hierzulande längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich.
Von der Redaktion – 18.26 Uhr
Stuttgart – Der Produktionsvorstand von Mercedes-Benz, Michael Schiebe, hat die Verdopplung der Kapazitäten im Werk des Niedriglohnlands Ungarn verteidigt. „Die Werkserweiterung in Kecskemét hilft uns, Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern“, sagte er dem „Handelsblatt“. Es gehe darum, die Kostenbasis insgesamt zu senken.
In Kecskemét, südöstlich von Budapest, steht nun das größte europäische Werk von Mercedes. Gleichzeitig kürzt der Konzern in Deutschland und hat im Heimatland sein Sparprogramm verschärft. Das Management will, dass die Beschäftigten in Deutschland ohne Lohnausgleich mehr arbeiten. Schiebe verwies auf Ungarn: „Die Arbeitsstunden, die ein Mitarbeiter hier zur Verfügung stellt, sind höher als in Deutschland.“ Auch der Krankenstand sei deutlich geringer.
Die Gewerkschaft IG Metall hat Widerstand angekündigt. „Ich möchte dafür werben, dass wir hier nicht in einen ideologischen Positionskampf abdriften“, sagte Schiebe. Er könne nachvollziehen, „wie ernst es für die Mitarbeitenden ist, wenn wir fordern, dass sie ihre Freizeit aufgeben, um das Unternehmen zu sichern“. Doch Mercedes müsse am Standort Deutschland wettbewerbsfähiger werden.
Sollte es zu keiner Einigung kommen, könnte es in einem ganz extremen Szenario zu Werksschließungen in Deutschland kommen, sagte Schiebe. „Aber, um das ganz klar zu sagen: Wir wollen Werksschließungen in Deutschland verhindern und Beschäftigung am Standort Deutschland sichern.“


