Millionen für die Region, Sorgen um das Land: Kreissparkasse Ludwigsburg zieht Bilanz

Die Kreissparkasse Ludwigsburg wächst weiter und gehört bundesweit zu den größten Sparkassen. Vorstandschef Heinz-Werner Schulte blickt dennoch mit Sorge auf den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg. Zugleich unterstützten die Bank und ihre Stiftungen 2025 insgesamt 596 Projekte. Das gesamte gemeinnützige Engagement belief sich auf mehr als 4,7 Millionen Euro.

Von Ayhan Güneş – 08.35 Uhr

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Ludwigsburg. Die Zahlen stimmen, doch unbeschwert fiel die Bilanz der Kreissparkasse Ludwigsburg nicht aus. Mit einer Bilanzsumme von 13,33 Milliarden Euro, höheren Kundeneinlagen und einem stabilen Jahresergebnis hat das Institut 2025 erneut zugelegt. Bei der Vorstellung der Geschäftszahlen verband Vorstandschef Dr. Heinz-Werner Schulte die positive Entwicklung allerdings mit einer deutlichen Warnung.

Baden-Württemberg habe vor wenigen Jahren noch als Lokomotive der deutschen Wirtschaft gegolten, sagte Schulte bei der Bilanzkonferenz am Donnerstag, 23. Juli in Ludwigsburg. Diese Rolle spiele das Land inzwischen nicht mehr. Strukturelle Probleme, Kriege, internationale Krisen und der wachsende Wettbewerbsdruck aus China bereiteten der Kreissparkasse Sorgen.

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Die Kreissparkasse selbst sieht Schulte dagegen solide aufgestellt. Nach seinen Angaben liegt das Ludwigsburger Institut unter den rund 340 Sparkassen in Deutschland auf Rang zwölf.

Bilanzsumme steigt auf 13,33 Milliarden Euro

Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 442 Millionen Euro oder 3,4 Prozent. Die Kundeneinlagen stiegen nach Angaben der Kreissparkasse um 128 Millionen Euro auf 9,54 Milliarden Euro.

Das Kreditvolumen wuchs deutlich schwächer: um 26 Millionen Euro auf 7,37 Milliarden Euro. Das Jahresergebnis blieb mit 18,07 Millionen Euro nahezu unverändert.

Die Kreissparkasse verweist zugleich auf ihre breite Verankerung im Landkreis. Rund 247.500 Menschen besitzen dort ein Privatgirokonto. Von den etwa 21.000 Unternehmen im Kreis führen knapp 12.700 ein Geschäftskonto bei dem Institut.

Die Bank unterhält 91 Geschäftsstellen. Davon sind 50 mit Beschäftigten besetzt, bei 41 handelt es sich um Selbstbedienungsstandorte. Zum Jahresende arbeiteten 1.529 Menschen bei der Kreissparkasse, darunter 169 Auszubildende.

„Ohne die KSKLB gäbe es vieles nicht“

Ein großer Teil der Bilanzkonferenz drehte sich um die gesellschaftliche Rolle der Kreissparkasse. Vorstandsmitglied Thomas Raab brachte den eigenen Anspruch auf den Punkt: „Ohne die KSKLB gäbe es vieles nicht.“

Im Jahr 2025 wurden nach Angaben der Bank 596 Projekte unterstützt. Das gesamte gemeinnützige Engagement belief sich auf rund 4,7 Millionen Euro. Davon flossen etwa 2,7 Millionen Euro in konkrete Förderbereiche wie Soziales, Schulen, Sport, Kunst, Kultur, Umwelt und das Schullandheim Strümpfelbrunn. Weitere zwei Millionen Euro wurden dem Kapital zweier Stiftungen zugeführt.

Seit 2016 unterstützten die Kreissparkasse und ihre Stiftungen knapp 6.500 Projekte. Das gemeinsame Stiftungskapital soll von 43 Millionen Euro Ende 2025 auf 44,6 Millionen Euro steigen.

Fast eine Million Euro für Trockenmauern

Als konkretes Beispiel stellte die Kreissparkasse den Erhalt der Weinbergsteillagen heraus. Seit 26 Jahren unterstützt ihre Umweltstiftung die Sanierung von Trockenmauern an Enz und Neckar. Bislang flossen rund 958.000 Euro in das Projekt.

Der Landkreis verfügt über rund 370 Hektar terrassierte Steillagen. Die Mauern sichern die Hänge, ermöglichen den Weinbau und bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Thomas Nollenberger von der Schutzgemeinschaft Kirchheimer Steillagen und Bernd Essig vom Heimatverein Roßwag machten deutlich, wie viel Handarbeit und ehrenamtlicher Einsatz nötig sind, um diese Landschaft zu erhalten. Allein in Roßwag wurden seit Beginn der Unterstützung im Jahr 2003 rund 2.060 Quadratmeter sichtbare Mauerfläche saniert.

Auch wirtschaftlich verweist die Kreissparkasse auf ihre Bedeutung für die Region. 2025 zahlte sie nach eigenen Angaben 32,5 Millionen Euro Steuern, vergab Aufträge über 23,74 Millionen Euro an regionale Unternehmen und zahlte ihren Kunden 78,69 Millionen Euro Zinsen.

Die eigenen Zahlen geben der Kreissparkasse Rückenwind. Gleichzeitig machte Schulte deutlich, dass ein gutes Ergebnis des Instituts nicht darüber hinwegtäuschen dürfe, wie stark Unternehmen und Haushalte inzwischen unter Krisen, Standortproblemen und internationalem Wettbewerbsdruck stehen.