Moraltest bestanden: HB Ludwigsburg gewinnt Handball-Krimi gegen Spaichingen

Von der Redaktion 12.01 Uhr 

Ludwigsburg – Zwei Wochen nach der enttäuschenden Niederlage gegen Schwaikheim stand die HB Ludwigsburg unter Zugzwang. Im Heimspiel gegen den TV Spaichingen ging es nicht nur um zwei Punkte in der Verbandsliga, sondern auch um eine Reaktion. Die Mannschaft von Trainer Jörg Kaaden lieferte sie – mit einem 29:28-Arbeitssieg in einer hochdramatischen Schlussphase.

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Tempo, Tiefe, Verantwortung

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Von Beginn an entwickelte sich eine intensive Partie mit hohem Tempo. Aufsteiger Ludwigsburg suchte früh den direkten Weg zum Tor – insbesondere über die beiden Kapitäne Jonas Krautt und Alexander Nicolai, die mit Eins-gegen-eins-Aktionen und Würfen aus der zweiten Reihe Verantwortung übernahmen. Krautt verwandelte zudem sicher einen Siebenmeter nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen die Gäste.

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Auffällig in der Anfangsphase: Die HB nutzte Spaichingens Unterzahlsituationen konsequent, schaffte es jedoch nicht, sich entscheidend abzusetzen. Zwar brachte Mark Weigand sein Team mit vier Treffern in Serie in der 13. Minute mit 9:7 in Führung, doch defensiv fehlte phasenweise die letzte Abstimmung im Innenblock. Spaichingen blieb in Reichweite.

Beim Stand von 12:10 reagierten die Gäste mit einer Auszeit und fanden bessere Lösungen gegen die kompakte 6:0-Abwehr der HB. Kurz vor der Pause glichen sie aus. Ludwigsburg rettete eine knappe 16:15-Führung in die Halbzeit, profitierte dabei vor allem von einer stabilen Defensivarbeit in Unterzahl.

Spiel kippt – und wird zur Mentalitätsfrage

Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischte Spaichingen. Die Gäste erhöhten das Tempo im Rückraum, zwangen Ludwigsburg zu technischen Fehlern und gingen in der 38. Minute erstmals in Führung. In dieser Phase zeigte sich, dass die HB im Positionsangriff zeitweise zu statisch agierte.

Eine zentrale Rolle übernahm nun Torhüter Michael Bognar. Der parierte nicht nur einen Siebenmeter, sondern leitete mit einem Treffer ins verwaiste Tor selbst den Wendepunkt ein. Nachdem Spaichingen den Torhüter zugunsten einer Überzahl vom Feld genommen hatte, erkannte Bognar die Situation blitzschnell und traf zur Zwei-Tore-Führung.

Doch das Spiel blieb offen. Spaichingen kam erneut zurück und führte zwischenzeitlich mit 24:26. Die Partie wurde physischer, Unterbrechungen und Verletzungsunterbrechungen auf Seiten der Gäste unterbrachen den Rhythmus.

Crunchtime: Führung verteidigt

In den letzten fünf Minuten entschied nicht mehr das Tempo, sondern Struktur und Nervenstärke. Fandrich und Skalicky brachten Ludwigsburg zurück ins Spiel. Krautt und Weigand – beide am Ende mit jeweils sieben Treffern – übernahmen erneut Verantwortung.

45 Sekunden vor Schluss nahm Kaaden beim Stand von 29:28 noch einmal eine Auszeit. Ludwigsburg konnte den letzten eigenen Angriff nicht verwerten, verteidigte jedoch den finalen Spaichinger Vorstoß konsequent. Der letzte Wurf der Gäste ging am Tor vorbei.

Arbeitssieg mit Signalwirkung

Der 29:28-Erfolg war kein spielerischer Glanzmoment, aber ein mental wichtiger Sieg. Nach der Niederlage gegen Schwaikheim zeigte die HB Ludwigsburg, dass sie enge Spiele wieder für sich entscheiden kann.