Musk macht mobil: Teslas verrückter Höhenflug

Alle Autobauer haben in der Corona-Krise herbe Rückschläge wegstecken müssen. Wirklich alle? Nein! Denn der Milliardär Elon Musk hat mit seiner Elektroauto-Marke Tesla mitten in der Krise einen Höhenflug hingelegt, den niemand so richtig begreifen kann. Verrückt: Der Kurs der Tesla-Aktie hat sich an der Börse beinahe verachtfacht.

Auch andere Zahlen klingen schier unglaublich: Das US-Unternehmen hat im Corona-Jahr 2020 fast eine halbe Million Fahrzeuge ausgeliefert – so viel wie nie. Seit fünf Quartalen in Folge macht Tesla nun schon Gewinne. Und ein Ende dieser rasanten Bergauf-Fahrt scheint nicht in Sicht.

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Ende Dezember 2020 stieg Tesla in den prestigeträchtigen Aktienindex S&P 500 auf, der die größten börsennotierten US-Unternehmen umfasst. Mit fast 758 Milliarden Dollar (umgerechnet 616 Milliarden Euro) Marktkapitalisierung ist der E-Auto-Hersteller an der Börse inzwischen mehr wert als alle deutschen, französischen, italienischen und amerikanischen Autobauer zusammen.

Zum Vergleich: Daimler kommt auf eine Marktkapitalisierung von 61 Milliarden Euro, BMW auf 42 Milliarden Euro, Volkswagen auf 30 Milliarden Euro und Porsche auf 8,5 Milliarden Euro.

Der Gewinn von Tesla resultiert hauptsächlich aus dem Verkauf von CO2-Guthaben an andere Autobauer, die damit ihre eigenen Emissionswerte für das Erreichen der Klimaziele ausgleichen. Im dritten Quartal 2020 waren das 397 Millionen Dollar (323 Millionen Euro). Ohne diese Einnahmen wäre Tesla im dritten Quartal nicht profitabel gewesen.

Da die Wettbewerber immer mehr klimaschonende Autos an den Start bringen und ihre CO2-Bilanzen damit verbessern, dürfte dieser Geldregen für Tesla künftig deutlich kleiner werden. Dann wird sich nach Meinung von Analysten erweisen, ob das Unternehmen mit dem Verkauf von Elektroautos Geld verdienen kann.

Viele Anleger trauen dem Unternehmen den Wandel von einem Nischenhersteller zum weltweiten Marktführer für saubere Mobilität offenbar schon jetzt zu.

Ralf Loweg / glp

Gewerkschaft NGG: 17 Prozent weniger Minijobs im Gastgewerbe im Landkreis Ludwigsburg

Wenn die Pandemie den Job kostet: Im Zuge der Coronakrise ist die Zahl der Minijobs im Landkreis Ludwigsburg um 6 Prozent gesunken. Mitte vergangenen Jahres gab es rund 47.500 geringfügig entlohnte Arbeitsverhältnisse – ein Jahr zuvor waren es noch 50.400. Besonders stark war der Rückgang im Gastgewerbe. In der Branche gingen binnen eines Jahres 867 Minijobs verloren – ein Minus von 17 Prozent. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich hierbei auf neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „450-Euro-Kräfte zählen zu den Hauptverlierern der Wirtschaftskrise. Sie haben bislang keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, werden häufiger gekündigt und sind sozial kaum abgesichert“, sagt Hartmut Zacher, Geschäftsführer der NGG-Region Stuttgart.

Die Statistik spiegele eine „enorme Unwucht“ auf dem heimischen Arbeitsmarkt wider. Während dank staatlicher Hilfen wie der Kurzarbeit die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen in der Region nahezu konstant geblieben sei, treffe die Pandemie prekär Beschäftigte besonders hart. Nach dem Prinzip „Hire and Fire“ (Heuern und Feuern) lebten sie in ständiger Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. „Betroffen sind gerade Frauen, die eine 450-Euro- Stelle als Kellnerin oder Küchenhilfe oft als einzige Einnahmequelle haben. Auch für viele Studierende, die sich nebenher etwas hinzuverdienen, sind die Folgen des Jobverlustes dramatisch“, betont Zacher.

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Der Gewerkschafter kritisiert die Entlassungen, hat aber angesichts der historischen Krise Verständnis für die Lage der Hotels und Restaurants. „Das Problem ist vielmehr, dass die Politik durch abgabenfreie Minijobs schon seit Jahren falsche Anreize setzt. Es ist höchste Zeit, diese Stellen sozialversicherungspflichtig zu machen.“ Nur wenn Sozialabgaben, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge gezahlt würden, könnten Beschäftigte wirksam geschützt werden.

Eine Heraufsetzung der Verdienstgrenze bei den Minijobs auf monatlich 600 Euro, wie sie derzeit Teile der Union fordern, gehe dagegen „in die völlig falsche Richtung“, so Zacher. Damit werde eine prekäre Beschäftigungsform weiter ausgebaut, statt sie einzudämmen. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) würden durch eine Heraufsetzung bundesweit rund 470.000 Menschen mit regulären Stellen ungewollt zu Minijobbern. „Die Coronakrise hat den Blick auf viele gesellschaftliche Probleme gelenkt. Dazu gehören die Minijobs. Die Politik muss hier arbeitsmarktpolitisch umsteuern“, fordert Zacher.

Zum Vergleich: Laut Arbeitsagentur nahm die Zahl sozialversicherungspflichtiger Stellen im Landkreis Ludwigsburg zwischen Juni 2019 und Juni 2020 um lediglich 0,5 Prozent ab.

red