Neue Strategie im ländlichen Raum: AfD verpflichtet Abgeordnete zur Eröffnung von Bürger-Kneipen

Mit neuen Treffpunkten will die AfD ihre Präsenz im ländlichen Raum stärken: Abgeordnete sollen in ihren Wahlkreisen eigene Anlaufstellen schaffen – im Idealfall eine Kneipe. Kritik kommt aus der SPD.

Von Lea Brandt –  07.38 Uhr

ANZEIGE

Mainz. Die AfD in Rheinland-Pfalz setzt auf neue Formen der Bürgernähe und verpflichtet ihre Abgeordneten zu konkreten Maßnahmen vor Ort. Nach einem Bericht der „Bild“ sollen Landtags- und Bundestagsabgeordnete in ihren Wahlkreisen eigene Treffpunkte einrichten.

Der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Sebastian Münzenmaier, erklärte: „Unsere Landeskonferenz hat unsere Landtags- und Bundestagsabgeordneten verpflichtet, in jedem Wahlkreis eine Anlaufstelle, im Idealfall eine Kneipe, für die Bürger zu eröffnen oder alternativ monatlich einen mittleren dreistelligen Betrag in einen Topf einzuzahlen. Aus diesem Topf sollen dann Projekte vor Ort realisiert werden.“

Ziel der Partei ist es, insbesondere im ländlichen Raum stärker präsent zu sein und neue Wählergruppen anzusprechen. „Unser Anspruch ist: Politik aus dem Dorf für das Dorf“, so Münzenmaier.

Kritik an dem Vorhaben kommt aus der SPD. Dirk Wiese, Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, sagte der „Bild“, Kneipengespräche seien bereits seit Jahren Teil politischer Arbeit: „Da macht die AfD nur Copy and Paste.“ Zudem äußerte er sich deutlich zur Umsetzung durch die AfD: „In einer AfD-Kaschemme wird nämlich eher das Bier schal bzw. die meisten von denen gehen zum Lachen in den Keller. Zudem bleiben wahrscheinlich eh viele zu Hause, weil sie vor lauter Hasskommentaren nicht vom Bildschirm wegkommen.“