Nur noch alle zwei Jahre: Ludwigsburg streicht den Pferdemarkt 2026

Ludwigsburg spart – aber nicht bei der Glanzveranstaltung: Die Venezianische Messe soll 2026 wieder tausende Besucher anziehen. Der traditionsreiche Pferdemarkt fällt dagegen aus – künftig wird er nur noch im Zweijahresrhythmus stattfinden. Grund ist der Sparkurs der Stadt.

LUDWIGSBURG – Die Venezianische Messe bleibt der große Glanzpunkt im Veranstaltungskalender der Barockstadt. Vom 4. bis 6. September 2026 verwandelt sich der Marktplatz erneut in eine Bühne für Masken, Kostüme und künstlerisches Straßenspektakel. Gleichzeitig wird der Rotstift sichtbar: Der Ludwigsburger Pferdemarkt soll künftig nur noch im Zweijahresrhythmus stattfinden – 2026 fällt die Traditionsveranstaltung somit aus.

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Maskenspiel mit Anziehungskraft

Die Entscheidung, an der Venezianischen Messe festzuhalten, unterstreicht den Stellenwert des Events für das touristische Profil der Stadt. „Die ersten Sondierungen mit Blick auf Künstler und Programm haben bereits begonnen“, berichtet Mario Kreh, Geschäftsführer von Tourismus & Events Ludwigsburg. Man wolle 2026 an das neue Veranstaltungskonzept von 2024 anknüpfen, das unter anderem freien Eintritt auf dem Marktplatz vorsieht.

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Die visuelle Kraft der Masken und die internationale Beteiligung sorgen für überregionale Aufmerksamkeit. „Wir haben bereits die ersten Anfragen von Busgruppen erhalten“, sagt Elmar Kunz, stellvertretender Geschäftsführer des städtischen Eigenbetriebs und verweist auf die zunehmende Strahlkraft des Festivals.

Pferdemarkt ausgesetzt

Doch das Festhalten an einem Ereignis bedeutet gleichzeitig den Verzicht auf ein anderes: Der traditionsreiche Ludwigsburger Pferdemarkt wird 2026 ausgesetzt. Künftig soll die Veranstaltung im Wechsel mit der Venezianischen Messe nur noch alle zwei Jahre stattfinden – also erst wieder im Jahr 2027. Hintergrund ist der Sparkurs der Stadtverwaltung, der auch die Budgets für städtische Großveranstaltungen betrifft.

Die finale Entscheidung über diese Neuregelung trifft der Gemeinderat im Dezember, wenn der Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Tourismus & Events auf der Tagesordnung steht.

Zwei Veranstaltungen – ein Haushalt

Dass die Messe Vorrang erhält, ist strategisch nachvollziehbar. Die Alleinstellung im bundesweiten Veranstaltungskalender, die künstlerische Vielfalt und der internationale Besuch machen sie zu einem Aushängeschild der Stadt. Der Pferdemarkt hingegen ist zwar ein lokal verwurzeltes Traditionsfest – doch der Spardruck lässt eine parallele Durchführung beider Großveranstaltungen in einem Jahr offenbar nicht mehr zu.

Für 2026 steht damit fest: Die Masken bleiben, die Pferde pausieren.

red