Organspende-Aktion auf dem Marktplatz: Ludwigsburg spricht am 06. Juni über Leben retten

Über Organspende wird oft zu spät gesprochen. Auf dem Ludwigsburger Marktplatz können Bürgerinnen und Bürger Fragen stellen, mit Betroffenen ins Gespräch kommen und sich über die aktuelle Debatte zur Widerspruchslösung informieren.

Von der Redaktion – 06.51 Uhr

Ludwigsburg. Es ist ein Thema, über das viele ungern sprechen, das aber im Ernstfall Leben retten kann: Organspende. Zum Tag der Organspende am Samstag, 6. Juni, laden die Stadt Ludwigsburg und das Landratsamt von 10 bis 12.30 Uhr zu einer Mitmach-Aktion auf den Marktplatz ein.

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Unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“ können sich Bürgerinnen und Bürger über Organspende informieren, Fragen stellen und mit Expertinnen, Experten sowie Transplantierten ins Gespräch kommen. Geplant sind außerdem ein Glücksrad mit Fragen und Preisen sowie eine Abstimmung zur sogenannten Widerspruchslösung.

Entscheidung oder Widerspruch

Im Mittelpunkt steht auch die aktuelle Debatte darüber, wie Organspende in Deutschland geregelt werden soll. Nach geltender Rechtslage ist eine Organ- und Gewebeentnahme nur möglich, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten zugestimmt hat oder Angehörige nach ihrem mutmaßlichen Willen entscheiden. Seit 2024 gibt es zudem ein bundesweites Register für Erklärungen zur Organ- und Gewebespende.

Bei der Widerspruchslösung wäre eine Organspende grundsätzlich möglich, solange keine Ablehnung dokumentiert wurde. Genau diese Unterschiede sollen am Aktionsstand verständlich erklärt werden.

Bürgermeister Sebastian Mannl unterstützt die Aktion und wird vor Ort sein. „Organspende ist ein Thema, das uns alle betreffen kann. Deshalb ist es wichtig, dass wir offen darüber sprechen und Menschen die Möglichkeit geben, sich gut informiert eine eigene Meinung zu bilden. Der Aktionstag schafft dafür einen unkomplizierten Rahmen mitten in der Stadt“, sagt Mannl.

Dr. Uschi Traub vom Landratsamt Ludwigsburg verweist auf die Dringlichkeit des Themas: „Täglich sterben zwei bis drei Personen auf der Warteliste, weil kein passendes Organ gefunden wird. Die Widerspruchslösung ist ein Baustein, um den über 8.000 Wartepatienten zu helfen, zusammen mit Regelungen in den Krankenhäusern und einer Kultur der Organspende.“

Weitere Informationen gibt es unter www.organspende-info.de.