
Ein Orkan zieht über den Landkreis, danach fällt großflächig der Strom aus. Telefone, gewohnte Kommunikationswege und Teile der Verwaltung funktionieren nur noch eingeschränkt. Was im Alltag niemand erleben möchte, haben der Landkreis Ludwigsburg und 18 Städte und Gemeinden nun zwei Tage lang geprobt.
Von der Redaktion – 07.53 Uhr
Ludwigsburg. Unter dem Namen „Familia Communalis“ haben das Landratsamt Ludwigsburg, der Katastrophenschutz des Landkreises sowie 18 Städte und Gemeinden am 3. und 4. Juli ihre Krisenstrukturen getestet. Im Mittelpunkt stand eine angenommene Orkanlage mit anschließendem flächendeckendem Stromausfall.
Geübt wurde nicht der einzelne Feuerwehreinsatz, sondern das Zusammenspiel im größeren Krisenfall. Beteiligt waren kommunale Krisenstäbe, der Verwaltungsstab des Landkreises als untere Katastrophenschutzbehörde, Katastrophenschutz-Leuchttürme und weitere Akteure des Bevölkerungsschutzes. Auch der Aufbau und Betrieb einer Notunterkunft wurde einbezogen.
Besonderes Augenmerk lag auf der Frage, wie Kommunikation funktioniert, wenn reguläre Systeme ausfallen. Genau das gilt bei großflächigen Stromausfällen als kritischer Punkt. Der Landkreis setzt dafür unter anderem auf Katastrophenschutz-Leuchttürme, also Anlaufstellen für die Bevölkerung, wenn Telefon, Mobilfunk oder digitale Wege nicht mehr zuverlässig funktionieren.
Landrat Dietmar Allgaier wertete die Übung positiv, betonte aber zugleich, dass Krisenvorsorge eine Daueraufgabe bleibe. Jede Übung liefere Erkenntnisse, mit denen Strukturen weiterentwickelt und die Handlungsfähigkeit im Ernstfall gestärkt werden könnten.
Kreisbrandmeister Andy Dorroch sieht den Nutzen solcher Übungen vor allem darin, Schwachstellen rechtzeitig zu erkennen. „Eine Übung ist dann erfolgreich, wenn sie nicht nur bestätigt, was bereits gut funktioniert, sondern auch aufzeigt, wo wir besser werden können“, sagte Dorroch.
Die Ergebnisse sollen nun ausgewertet und in konkrete Maßnahmen überführt werden. Ziel ist es, bestehende Konzepte weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Städten, Gemeinden und Einsatzstrukturen weiter zu verbessern.

