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Outdoor: Auf die Schuhe kommt es an

Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust. Denn immer mehr Menschen sind Outdoor unterwegs oder wie es in der Werbung so schön heißt: “draußen zuhause”. Wer sich auf lange Wanderungen begibt, muss sich allerdings auch bei Regengüssen, Geröll und steilen Passagen auf seine Schuhe verlassen können. Und deshalb hat das Magazin “Outdoor” jetzt bei acht Qualitäts-Wanderschuhen jeweils das Herren- und das Damenmodell einem Härtetest unterzogen.

Besonders unangenehm für den Wanderer ist in den Schuh eindringende Feuchtigkeit, deshalb wurde die Dichtigkeit der Membranen mit einem Gehsimulator überprüft. 24 Stunden lang müssen die Schuhe 60 Schritte pro Minute durch ein Wasserbad machen und dabei eine imaginäre Strecke von 110 Kilometern zurücklegen. “Wer das schafft, ohne innen nass zu werden, hält auch auf Tour garantiert trocken”, sagt Outdoor-Experte Frank Wacker. Die gute Nachricht: Nur eines der getesteten Modelle blieb in dieser Kategorie mit drei von fünf Sternen etwas hinter dem Feld zurück; die anderen Schuhe erreichten vier oder sogar fünf Sterne.

Für die Einschätzungen in vier weiteren Kategorien nahmen mehrere erfahrene Mitarbeiter die Schuhe zum Praxistest mit ins Gelände und benoteten anschließend Tragekomfort, Schnürung, Stabilität und Schuhklima. Insgesamt fielen die Gesamtwertungen so positiv aus, dass sich das Fazit ziehen lässt: Die Investition in Marken-Wanderschuhe lohnt sich.

Ralf Loweg

 

Forscher dem Reichtum auf der Spur

“Wer zur Oberschicht gehört” lautet der Titel einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Die Wirtschaftsforscher gehen beispielsweise den Fragen nach: Wie viele Reiche leben in Deutschland, wie viele Arme? Oder: Wieviel Einkommen muss jemand beziehen, um als reich zu gelten? Der aktualisierte interaktive Rechner des IW visualisiert die Einkommensverteilung in Deutschland.

Paare ohne im Haushalt lebende Kinder, die mehr als 5.294 Euro netto monatlich zur Verfügung haben, zählen in Deutschland zu den reichsten zehn Prozent. Das ist das Ergebnis des interaktiven IW-Rechners, für den die Verteilungsexperten des Instituts die aktuell verfügbaren Daten aus der Haushaltsbefragung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) neu ausgewertet haben.

Der Wohlstand ist in Deutschland in den Jahren vor der Coronakrise insgesamt deutlich gestiegen, zeigen die Berechnungen: Neben der Einkommensgrenze zu den oberen zehn Prozent ist beispielweise auch das Medianeinkommen nach oben gegangen. 2016 lag es bei 1.869 Euro netto im Monat – die Hälfte der Bevölkerung verdiente also mehr, die andere Hälfte weniger. 2017 lag es schon bei 1.946 Euro monatlich, ein deutliches Zeichen für gestiegenen Wohlstand.

Ab wann jemand als reich gilt, darüber gibt es keine Einigkeit. In der amtlichen Statistik gilt üblicherweise als relativ einkommensreich, wer das Doppelte des Medianeinkommens zur Verfügung hat. Als Single zählte man demnach ab einem monatlichen Nettoeinkommen von 3.892 Euro zu den reichsten sieben Prozent der Bevölkerung. Tatsächlich glauben aber viele, dass erst bei deutlich höherem Einkommen von Reichtum gesprochen werden kann – die Schätzungen liegen meist zwischen 7.000 und 10.000 Euro netto im Monat. Unabhängig davon, wie Reichtum definiert wird, ordnen sich selbst nur wenige der Oberschicht beziehungsweise den Reichen zu.

Darüber hinaus überschätzen viele Deutsche den Anteil der Reichen in der Bevölkerung. Nach aktuellen Schätzungen gehen die meisten davon aus, dass mehr als 20 Prozent der Deutschen als reich bezeichnet werden können – und damit ein deutlich größerer Anteil als gemäß der verschiedenen Reichtumsdefinitionen.

“Bei Einschätzungen zum Thema Reichtum gehen Daten und Wahrnehmung besonders weit auseinander”, sagt IW-Verteilungsexpertin Judith Niehues. Kaum jemand empfinde sich selbst als reich, gleichzeitig würden viele glauben, dass sehr große Teile der Bevölkerung reich seien.

Laut Untersuchung eines anderen Forscher-Teams, dem des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, gibt es weitere Zahlen zum Reichtum in Deutschland und der sozialen Ungleichheit. Demnach besitzen die reichsten zehn Prozent mehr als die Hälfte des Vermögens in Deutschland. Das heißt im Umkehrschluss: Noch weniger als die Hälfte des hierzulande existierenden Vermögens entfällt auf 90 Prozent aller Deutschen.

Lars Wallerang