Pokal-Aus: SGV Freiberg verpasst Halbfinale – Kickers eiskalt

Der SGV Freiberg ist im WFV-Pokal-Viertelfinale ausgeschieden. Trotz Führung und klarer Vorteile in der ersten Halbzeit unterlag der Regionalliga-Spitzenreiter den Stuttgarter Kickers mit 1:3. Für heftige Diskussionen nach dem Spiel sorgte zudem eine strittige Szene, bei der ein Elfmeter für Freiberg nicht gegeben wurde.

Von Ayhan Güneş – 12.28 Uhr 

ANZEIGE

Stuttgart. Der Pokal schreibt seine eigenen Geschichten und für den SGV Freiberg endete sie an diesem Abend bitter. Trotz einer starken ersten Halbzeit und klarer Vorteile unterlag der Regionalliga-Spitzenreiter den Stuttgarter Kickers im WFV-Pokal-Viertelfinale mit 1:3 und verpasste den Einzug ins Halbfinale.

Vor rund 3.800 Zuschauern im Gazi-Stadion zeigte sich einmal mehr, was den Pokal ausmacht: Effizienz schlägt Dominanz.

Freiberg überlegen – aber nicht konsequent

Die Mannschaft von Trainer Kushtrim Lushtaku begann mutig, kontrollierte das Spiel und ging folgerichtig in Führung. Nach einem Foul an Minos Gouras verwandelte Gal Grobelnik den fälligen Strafstoß sicher zum 1:0 (17.).

Auch danach blieb Freiberg das aktivere Team, spielte zielstrebig nach vorne und erarbeitete sich weitere gute Möglichkeiten. Ein Kopfball von Paul Polauke wurde stark pariert, kurz darauf rettete die Latte für die Kickers.

Doch die Chancenverwertung wurde zum Problem. „Wir haben genügend Chancen, nutzen sie aber nicht“, sagte Freiberg-Spieler Julian Kudala nach der Partie gegenüber Ludwigsburg24. „Das hat uns am Ende das Genick gebrochen.“

Spiel kippt – Kickers werden eiskalt

Mitten in die Freiburger Drangphase fiel der Ausgleich: Melkamu Frauendorf traf in der 32. Minute zum 1:1.

Nach dem Seitenwechsel veränderte sich die Partie deutlich. Die Kickers kamen mit mehr Energie aus der Kabine, agierten zielstrebiger – und nutzten ihre Möglichkeiten konsequent. Per Lockl brachte die Gastgeber in der 66. Minute mit einem sehenswerten Treffer in Führung.

Freiberg verlor in dieser Phase den Zugriff. „In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht, in der zweiten waren wir nicht mehr so präsent“, analysierte Kudala. „Die Kickers waren hingegen eiskalt vor dem Tor.“

Strittige Szene sorgt für Diskussionen

Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte eine umstrittene Entscheidung: Nach einem Foul an Minos Gouras entschied der Schiedsrichter auf Freistoß – obwohl das Vergehen im Strafraum stattfand.

„Wenn wir den Elfmeter bekommen, hätte das dem Spiel noch einmal eine Wendung geben können“, so Kudala.

Entscheidung in der Schlussphase

Freiberg warf in der Schlussphase alles nach vorne, drängte auf den Ausgleich und ging ins Risiko. Die Kickers verteidigten leidenschaftlich und setzten in der 90. Minute den Schlusspunkt: David Tomic traf zum 3:1-Endstand.

Petö fehlt – schwieriges Pflaster bleibt

Eine wichtige Rolle spielte auch das Fehlen von Topstürmer Leon Petö, der krankheitsbedingt passen musste. Nach einem Infekt stand der erfolgreichste SGV-Torschütze der laufenden Saison nicht zur Verfügung. Sein Einsatz am kommenden Spieltag gilt jedoch als wahrscheinlich.

Dass die Kickers dem SGV Freiberg nicht besonders liegen, hatte sich bereits in der Hinrunde angedeutet, als die historisch lange Siegesserie in Degerloch riss. Dennoch vermeidet man in Freiberg eine solche Einordnung. „Angstgegner würde ich nicht sagen“, stellte Kudala  klar. „Aber es ist nicht einfach, bei den Kickers zu spielen – mit der Atmosphäre und den Fans im Rücken.“

Blick nach vorne

Viel Zeit zum Hadern bleibt nicht: Bereits am Samstag wartet mit Kickers Offenbach die nächste anspruchsvolle Aufgabe in der Liga.

Das Pokal-Aus zeigt jedoch deutlich, worauf es in den kommenden Wochen ankommen wird: Wer seine Chancen nicht nutzt, wird auf diesem Niveau bestraft – besonders in Spielen, die über Kleinigkeiten entschieden werden.