
Das Leben in Deutschland verteuert sich wieder etwas stärker: Die Inflationsrate steigt im April auf 2,9 Prozent. Vor allem die Energiepreise ziehen deutlich an.
Von Hendrik Paul – 14.17 Uhr
Wiesbaden. Die Inflation in Deutschland hat im April erneut angezogen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, wird die Teuerungsrate voraussichtlich 2,9 Prozent betragen. Im März hatte die Inflationsrate noch bei 2,7 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im April voraussichtlich um 0,6 Prozent.
Energie wird zum größten Preistreiber
Vor allem die Energiepreise haben die Inflation zuletzt weiter nach oben getrieben. Sie lagen im April um 10,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Das ist der stärkste Anstieg in diesem Bereich seit Februar 2023.
Auch Dienstleistungen verteuerten sich weiter. Hier lag das Plus bei 2,8 Prozent. Nahrungsmittel stiegen dagegen deutlich moderater um 1,2 Prozent.
Kerninflation fällt niedriger aus
Die sogenannte Kerninflation, also die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, lag im April voraussichtlich bei 2,3 Prozent. Sie fiel damit um 0,2 Prozentpunkte niedriger aus als in den Vormonaten.
Das ist insofern bemerkenswert, weil die Kerninflation inzwischen klar unter dem Gesamtwert liegt. Das deutet darauf hin, dass der aktuelle Preisdruck vor allem von den Energiepreisen ausgeht.
Nahostkrieg wirkt auf Preise
Vor dem Hintergrund des Krieges im Nahen Osten hatte sich bereits abgezeichnet, dass die Energiepreise wieder stärker steigen könnten. Genau dieser Effekt schlägt sich nun auch in den aktuellen Inflationszahlen nieder.

