„Rassismus und Grundgesetz“

Eine Kolumne von Dr. Matthias Knecht, Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg

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Liebe Leserinnen und Leser von Ludwigsburg24,
ich freue mich Ihnen heute niederschreiben zu dürfen, was mich derzeit bewegt.

Stellen Sie sich folgendes Bild vor: Sie werden in einer Gegend geboren, in der Menschen leben, die den gleichen beruflichen Status und eine ähnliche Lebenssituation wie Sie aufweisen. Sie sind in Sport-, Kultur- oder Musikvereinen aktiv, deren Mitglieder Interessen mit Ihnen teilen. Sie haben Freunde, die Urlaubsziele wie Sie präferieren und die die gleichen Konzerte besuchen. Diese Ausgangssituation lässt sich wohl tausendfach auf Bürgerinnen und Bürger in Ludwigsburg bzw. unseres  Landes übertragen, und für uns ist das ein Vorteil, etwas Schönes, was uns Vertrautheit gibt. Erkennen Sie sich wieder? Ich mich in jeden Fall.

Jetzt stellen Sie sich vor, dass auf Sie die oben genannten Aussagen alle zutreffen und Sie doch merken, dass Sie aufgrund eines Merkmals nicht zu dieser Gruppe gehören dürfen. Einem Merkmal, das eigentlich keine Wirkung auf Ihr Zusammenleben oder Ihre Interaktion mit anderen Personen hat. Es wird Ihnen klischeehaft vorgehalten und grenzt Sie aus. Wir alle würden das wohl als für völlig ungerechtfertigt und unfair halten.

So verhält es sich beim Rassismus. Menschen werden aufgrund Ihrer Hautfarbe, Ihres familiären Hintergrunds, Ihres Herkunftslandes oder anderer Merkmale Eigenschaften nachgesagt, die die Individualität jeder Einzelnen und jedes Einzelnen außen vor lässt. Rassismus gibt Menschen nicht die Chance sich zu verwirklichen, da sie durch Vorurteile daran gehindert werden.

In unserer Barockstadt fand vor wenigen Wochen eine Kundgebung „Black Lives Matter“ statt, bei der ich anwesend sein durfte. Dabei sprach eine junge Frau, die sich immer wieder mit der Frage auseinandersetzen musste „woher sie denn komme“. Ihre Antwort war immer die gleiche: „Ludwigsburg!“. Auf erneute Nachfrage antwortete sie: „Geboren wurde ich in Leverkusen.“ Doch das Nachbohren hört hier nicht auf – und das ist das Problem. Liebe Leserinnen und Leser, äußerliche Merkmale von Menschen mit Wertungen zu verbinden, war und ist nicht akzeptabel und wird es nie sein. Viele leisten in Ludwigsburg vorbildliche Arbeit für Integration, Inklusion und Völkerverständigung, weswegen wir in einer so tollen Stadt mit unterschiedlichsten Facetten leben – und doch dürfen wir nie müde werden, oben genannte Aussage zu betonen.

In Artikel 2, Absatz 1 unseres Grundgesetzes heißt es „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit,…“ Lassen Sie uns dies immer verinnerlichen! Die Würde aller Menschen ist zu achten, wie Artikel 1 unseres Grundgesetzes nicht umsonst betont! Ludwigsburg mit seinen internationalen Restaurants und Cafés, seinen Kulturvereinen, seinen Menschen! Das macht diese Stadt aus.

Unser Bundespräsident hat neulich in einer Ansprache deutlich gemacht, dass wir „Antirassisten“ sein müssen.  Liebe Leserinnen, liebe Leser, das müssen wir uns zu Herzen nehmen – denn es reicht nicht zu Rassismus zu schweigen, wir müssen ihm aktiv im Alltag entgegentreten.

Ihr Matthias Knecht

Ratskeller-Pavillon bietet weiterhin Corona-Schnelltests an

Weil der Bund die Kosten für die Corona-Bürgertests anteilig übernimmt und angesichts der wieder stark steigenden Anzahl der Corona-Infizierten, hat die Stadt gemeinsam mit der Firma KME beschlossen, die städtische Corona-Teststation im Ratskeller-Pavillon weiter zu betreiben, teilt das Ludwigsburger Rathaus am Montag mit.

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Bürgerinnen und Bürger können sich dort ab 1. Juli zu folgenden Zeiten testen lassen: montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 19 Uhr. Eine vorherige Terminvereinbarung ist notwendig. Am besten den Termin online vereinbaren unter www.coronatest-ludwigsburg.de. Eine telefonische Anmeldung ist montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr unter 07141 6962339 möglich.

red