
So viel Cannabis wie nie zuvor wurde in Deutschland beschlagnahmt. Doch ob die Teillegalisierung den Schwarzmarkt befeuert hat, ist umstritten.
Von Hendrik Paul – 08.54 Uhr
Berlin. In Deutschland ist im vergangenen Jahr eine Rekordmenge an Cannabis beschlagnahmt worden. Allein der Zoll stellte mehr als 50 Tonnen sicher, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.
Zum Vergleich: 2024 hatten Polizei und Zoll gemeinsam rund 24 Tonnen Cannabis beschlagnahmt. Bundesweite Zahlen der Polizei für 2025 liegen bislang noch nicht vollständig vor.
Debatte über Ursachen
Vertreter von Sicherheitsbehörden sehen in den steigenden Sicherstellungen ein mögliches Zeichen dafür, dass die Teillegalisierung von Cannabis den Schwarzmarkt gestärkt haben könnte.
Recherchen legen jedoch nahe, dass diese Schlussfolgerung zu kurz greift. Demnach spielen vor allem veränderte Schmuggelrouten eine zentrale Rolle für den Anstieg der beschlagnahmten Mengen.
Konsum kaum gestiegen
Auch wissenschaftliche Studien zeichnen ein differenziertes Bild: Der Cannabiskonsum sei durch die Teillegalisierung nicht deutlich gestiegen.
Gleichzeitig hat jedoch der Import von Medizinalcannabis spürbar zugenommen, das legal über Apotheken bezogen werden kann.
Suchtforscher Jakob Manthey vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sagte: „Ich gehe davon aus, dass seit der Teillegalisierung die Nachfrage nach illegalem Cannabis insgesamt zurückgegangen ist.“

