
Stuttgart/Ludwigsburg – Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat den ersten Bilanzbericht zum Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für die Jahre 2019 bis 2024 veröffentlicht – mit einer positiven Zwischenbilanz. Trotz Großbaustellen wie Stuttgart 21 und zahlreicher Netzarbeiten fahren heute mehr Züge im Land als jemals zuvor, und auch die Nachfrage erreicht laut dem Ministerium neue Höchstwerte.
43 Prozent mehr Personenkilometer seit 2010
Laut Bericht legten die Fahrgäste 2024 rund 6,2 Milliarden Personenkilometer im Regionalverkehr zurück – ein Plus von 43 Prozent im Vergleich zu 2010 und 21 Prozent mehr als noch vor der Corona-Pandemie. Mit über 88 Millionen Zugkilometern im Regionalverkehr, insgesamt 100 Millionen inklusive der S-Bahn Stuttgart, verzeichnete das Land so viele Fahrten wie nie zuvor.
Deutschland-Ticket und dichterer Takt als Wachstumstreiber
Das Ministerium führt die steigende Nachfrage auf zwei Entwicklungen zurück: zum einen das Deutschland-Ticket, das den Zugang zum ÖPNV vereinfacht, zum anderen den kontinuierlichen Ausbau des Angebots. Mit dem „Landestakt“ fahren auf 85 Prozent der Strecken mindestens stündlich, vielfach auch halbstündlich Züge.
Qualität und Zuverlässigkeit im Fokus
Zugleich hebt der Bericht die Bedeutung von Pünktlichkeit und Verlässlichkeit hervor. Mit dem 2023 gestarteten „Aktionsplan Qualität“ wurden die Verkehrsverträge neu geregelt: Strafzahlungen bei Ausfällen werden stärker an die Verantwortung der Betreiber gekoppelt, um Anreize für Verbesserungen zu schaffen. Erste Fortschritte seien bereits erkennbar.
Eigene Fahrzeugflotte wächst weiter
Ein zentrales Element bleibt die landeseigene Fahrzeugflotte, die seit 2015 auf 390 Züge angewachsen ist. Bis 2035 sollen es rund tausend Fahrzeuge sein – darunter neue Coradia-Max-Doppelstockzüge für den Digitalen Knoten Stuttgart. Ziel sei es, Komfort, Kapazität und Geschwindigkeit spürbar zu erhöhen.
Hintergrund
Der Bilanzbericht dokumentiert nicht nur Angebot und Nachfrage, sondern auch die Finanzierung und Organisation des SPNV. Er stellt zentrale Projekte wie das Zielkonzept 2025 oder den Aufbau der Fahrzeugflotte dar und soll künftig regelmäßig erscheinen.
red

