
Im Seeschloss Monrepos soll ein bedeutendes Kunstwerk des württembergischen Rokoko gerettet werden. Das barocke Deckengemälde von Hofmaler Nicolas Guibal ist seit Jahren in kritischem Zustand. Nun unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die geplante Restaurierung.
Von der Redaktion
Ludwigsburg. Es ist ein Blick nach oben, der in die Kunstgeschichte Württembergs führt. Im historischen Kuppelsaal des Seeschlosses Monrepos befindet sich eines der bedeutenden Deckengemälde des württembergischen Rokoko. Doch das Werk des Hofmalers Nicolas Guibal ist gefährdet. Ab August 2026 soll das Gemälde grundlegend restauriert und damit vor weiterem Substanzverlust bewahrt werden.
Im Kuppelsaal hat Dr. Fritz Fischer vom Ortskuratorium Stuttgart der Deutschen Stiftung Denkmalschutz nun symbolisch den Fördervertrag für die Restaurierung übergeben. Die Stiftung unterstützt damit die Sicherung eines Kunstwerks, dessen Zustand nach Angaben der Hofkammer des Hauses Württemberg seit Jahren kritisch ist.
Ein mythologischer Moment an der Decke
Das Deckengemälde entstand zwischen 1763 und 1764. Guibal, ein französisch-stämmiger Hofmaler, schuf im Kuppelsaal die Darstellung „Adonis verlässt Venus, um auf die Jagd zu gehen“. Zu sehen ist der mythologische Augenblick, in dem Venus versucht, ihren sterblichen Geliebten Adonis vom Aufbruch zur Jagd abzuhalten. Vergeblich, denn der Mythos erzählt von seinem späteren Tod durch einen Eber.
Das Gemälde gehört nach Angaben der Hofkammer zu den bedeutendsten Raumausstattungen des württembergischen Rokoko. Gerade deshalb ist seine Sicherung von besonderer Bedeutung. Denn was an der Decke des Seeschlosses zu sehen ist, ist nicht nur dekorative Ausstattung. Es ist ein Stück höfischer Kulturgeschichte.
Restauratoren warnen vor weiterem Verlust
Der Zustand des Gemäldes bereitet Fachleuten seit längerem Sorgen. Bereits 2007 wurden Notsicherungsmaßnahmen durchgeführt. Eine erneute Untersuchung im Jahr 2024 durch die Restauratoren Bunz + Bunz aus Owingen kam jedoch zu einem ernüchternden Ergebnis.
Die Maßnahmen von 2007 müssen nach dem Befund „als gescheitert eingestuft werden“. Die damals angebrachten Notsicherungen mit Japanpapier lösen sich demnach ab. Malschichtschollen drohen verloren zu gehen.
Restaurator Raymund Bunz formulierte die Dringlichkeit in seinem Zwischenbericht vom 23. April 2024 deutlich: „Eine endgültige Sicherungsmaßnahme ist als absolut dringlich einzustufen.“
Die geplante Restaurierung soll im August 2026 beginnen. Das Restauratorenteam Bunz + Bunz verfügt nach Angaben der Hofkammer über besondere Erfahrung mit Ölmalerei auf Kalk-Gips-Putz. Dazu zählt auch die Restaurierung eines weiteren Guibal-Gemäldes im Schloss Solitude.
Stiftung unterstützt bedrohte Denkmale
Ermöglicht wird die Restaurierung durch die Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Stiftung gilt als größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Seit 1985 unterstützt sie den Erhalt bedrohter Baudenkmale. Nach eigenen Angaben fördert sie jährlich rund 600 Projekte.
Für das Seeschloss Monrepos bedeutet die Unterstützung nun einen wichtigen Schritt. Das Guibal-Gemälde soll nicht nur gesichert, sondern für kommende Generationen erhalten werden. Damit wird im Kuppelsaal nicht einfach ein altes Bild restauriert. Gerettet wird ein Werk, das seit mehr als 260 Jahren zur Geschichte dieses Ortes gehört.

