
Die Krankenhausgesellschaft warnt: Sollten viele syrische Ärzte Deutschland verlassen, drohen spürbare Folgen für die medizinische Versorgung.
Von Hendrik Paul – 08.18 Uhr
Berlin. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat vor möglichen Folgen einer verstärkten Rückkehr syrischer Fachkräfte gewarnt. Hintergrund sind Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), wonach ein Großteil der in Deutschland lebenden Syrer perspektivisch in ihre Heimat zurückkehren soll.
„Syrische Ärzte stellen die größte Gruppe unter den ausländischen Ärzten in Deutschland dar“, sagte die stellvertretende DKG-Vorstandsvorsitzende Henriette Neumeyer dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Ihre Bedeutung für die medizinische Versorgung sei entsprechend groß.
Ende 2024 arbeiteten demnach rund 5.745 syrische Ärzte in deutschen Krankenhäusern. Hinzu kommen nach Schätzungen mehr als 2.000 syrische Pflegekräfte.
Versorgung in Gefahr?
Sollten diese Fachkräfte in größerer Zahl Deutschland verlassen, hätte das laut DKG „spürbare Auswirkungen auf die Versorgung“. Eine forcierte Rückkehr sei aus Sicht des Gesundheitssystems „nicht produktiv“.
Die Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Gesundheitssystem ohnehin unter Fachkräftemangel leidet.
Politische Debatte nimmt Fahrt auf
Bundeskanzler Merz hatte bei einem Treffen mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa erklärt, rund 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer sollten „in der längeren Perspektive der nächsten drei Jahre“ in ihre Heimat zurückkehren.
Die Aussagen stoßen nun auf deutliche Kritik aus dem Gesundheitsbereich.

