
Neue Satellitendaten zeigen eine besorgniserregende Entwicklung: Die globale Wasserspeicherung nimmt deutlich ab, während trockene Regionen stark zunehmen. Auch Deutschland ist betroffen – mit einem Defizit in Milliardenhöhe.
Von Hendrik Paul – 06.35 Uhr
Potsdam. Die globale Wasserspeicherung verändert sich deutlich – mit spürbaren Folgen auch für Deutschland und Europa. Das geht aus aktuellen Auswertungen von Satellitendaten hervor, über die das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung berichtet.
Demnach hat sich die Fläche mit normaler Wasserspeicherung weltweit seit 2009 massiv verringert: von rund 75 Prozent auf nur noch knapp ein Drittel im Jahr 2025. Gleichzeitig hat sich der Anteil trockener Regionen mehr als verdreifacht.
Auch Deutschland ist betroffen. Bis Ende 2025 habe sich ein Defizit von rund 25 Milliarden Tonnen Wasser aufgebaut – gemessen am Durchschnitt seit 2002. Hauptursache sei eine anhaltende Trockenheit, die bereits seit 2018 zu beobachten ist.
Zwar gab es 2024 kurzfristig eine Erholung durch überdurchschnittliche Niederschläge, doch im Jahr 2025 lagen die Werte erneut unter dem Durchschnitt. In Kombination mit erhöhter Verdunstung führte dies zu einem weiteren Rückgang der Wasserspeicherung.
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Während Afrika teils eine Zunahme der Wasserspeicherung verzeichnet, geht sie in Europa und im Nahen Osten zurück. Besonders stark betroffen ist zudem die Arktis, wo die Gletscherschmelze die Entwicklung zusätzlich beschleunigt.

