SG BBM Männer: Einstand von Trainer Jónsson missglückt

Bietigheim kann Leipzig nur eine Halbzeit lang Paroli bieten

Kein Punkte und noch viel Arbeit für den neuen Trainer Hannes Jón Jónsson. Das war die Bilanz für Aufsteiger SG BBM Bietigheim nach der 15:24 (9:11)-Heimniederlage am Sonntag gegen den DHfK Leipzig. Die Sachsen verschaffen sich mit ihrem ersten Auswärtssieg nach neun Monaten Distanz zur Abstiegszone.

„Die Einstellung hat gepasst, darum geht es im Abstiegskampf“, sagte Bietigheims neuer Isländer an der Seitenlinie. „Wir wollten unter 26 Gegentoren bleiben, um einen Chance gegen Leipzig zu haben“, so Jónsson. „Darauf lag der Fokus, das hat ganz gut geklappt. Aber 15 eigene Tore sind natürlich viel zu wenig.“ DHfK-Coach André Haber unterstrich die Bedeutung des Auswärtserfolges für den Tabellenfünfzehnten: „Wir freuen uns riesig. Es lag viel Druck auf diesem Spiel.“

Dabei verlief die Partie vor 2913 Zuschauern in der EgeTrans Arena in der ersten Halbzeit alles in allem ausgeglichen, die Leipziger Dominanz sollte sich erst im zweiten Abschnitt entwickeln. „Man hat viel Nervosität auf beiden Seiten gespürt“, bestätigte André Haber, dessen Team in der einen oder anderen Situation in der Anfangsphase das glücklichere Händchen hatte. So parierte beispielsweise der gut aufgelegte Domenico Ebner im Tor der SG BBM zweimal beim Siebenmeter gegen Philipp Weber und Patrick Wiesmach, aber Leipzig nutzte jeweils die zweite Chance und führte nach 20 Minuten mit 4:7. Das Spiel wurde zur Abwehrschlacht, die „kämpferisch von beiden Seiten mit hohem Niveau geführt wurde“, so Haber.

Auch der Tabellenvorletzte zeigte Defensivqualitäten, hatte auf der Gegenseite aber enorme Mühen im stehenden Angriff Lücken im Leipziger Abwehrriegel zu schaffen. Dennoch hielten die Hausherren mit viel Engagement den Kontakt. Nachdem Jan Asmuth mit seinem Treffer ins leere Tor zum 9:9 ausgeglichen hatte, blieben zwei Chancen in Führung zu gehen ungenutzt. Stattdessen ging Leipzig mit einer 9:11-Führung in die Pause.

Das gebundene Spiel blieb auch im zweiten Abschnitt die Achillesferse des Aufsteigers. Zudem war Bietigheim kaum einmal in der Lage, Leipzig durch Tempospiel in Verlegenheit zu bringen. In der ersten Viertelstunde nach der Pause gelangen dem Aufsteiger erneut lediglich vier eigene Tore, im gesamten zweiten Abschnitt musste DHfK-Keeper Milos Putera ganze sechs Bälle aus seinem Tor holen. Leipzig dagegen brachte mehr Struktur und Sicherheit in seine Angriffsbemühungen und führte da schon mit 13:19. Die beiden Leipziger Tempotore in kurzer Folge zum 14:22 waren in der 52. Minute angesichts der stumpfen Offensive des Aufsteigers schon mehr als eine Vorentscheidung.

„Das war ein völlig verdienter Sieg für Leipzig“, musste Jónsson eingestehen. „Die Einstellung der Mannschaft in der ersten Halbzeit nehme ich mit, an anderen Themen müssen wir hart arbeiten.“ Für den Isländer, erst seit Mittwoch beim Aufsteiger am Ruder, beginnt morgen die erste komplette Trainingswoche.
Bericht: Bernhard Gaus

SG BBM Bietigheim: Ebner, Müller; Schäfer (4/3), Asmuth (2), Emanuel (2), Link (2), Haller (2), Claus (1), Fischer (1), Rentschler (1), Schmidt, Vlahovic, Rønningen, Marčec, Oehler, Trost.

SC DHfK Leipzig: Putera, Villadsen; Weber (8/1), Wiesmach (6/2), Binder (3), Pieczkowski (2), Semper (2), Milosevic (2), Janke (1), Remke, Krzikalla, Rojewski, Jurdzs, Roscheck, Gebala, Esche.

Spielverlauf: 3:3 (9.), 4:7 (19.), 7:8 (22.), 9:9 (26.), 9:11 (30.), 9:13 (34.), 12:17 (41.), 14:19 (47.), 14:23 (55.), 15:24 (60.).
Zeitstrafen: Rentschler (14.), Emanuel (35.), Link (40.) – Janke (8.), Rojewski (25.), Milosevic (52.)
Siebenmeter: 3/3 – 6/3

Schiedsrichter: Adrian Kinzel / Sebastian Grobe (DHB Elite-Kader)

Zuschauer: 2913 (EgeTrans Arena Bietigheim)

Exhibitionist in Heimerdingen belästigt mehrere Frauen

Ditzingen, Heimerdingen: 35-Jähriger belästigt mehrere Frauen

Gleich mehrere Frauen wurden am Donnerstag in Heimerdingen von einem 35-Jährigen belästigt, unter anderem auch sexuell. Der Mann konnte im Rahmen einer polizeilichen Fahndung gefasst werden. Er hatte gegen 12:15 Uhr an einem Wohnhaus im Ortskern geklingelt und einer 55-jährigen Bewohnerin einen Notizzettel vorgehalten, mit dem er um Geld oder bezahlte Gartenarbeit bat. Während die Frau Bargeld holte, betrat er den Eingangsbereich der Wohnung. Nach der Übergabe bedankte er sich überschwänglich und bat zudem noch um Wasser. Da dies in Griffweite stand, wurde ihm auch diese Bitte gewährt. Der Mann umarmte die 55-Jährige und wollte sie auf den Mund küssen. Die bedrängte Frau schob den aufdringlichen Kerl von sich und forderte ihn auf zu gehen. Daraufhin öffnete er den Reißverschluss seiner Hose und zeigte sich in unsittlicher Weise, bis es der 55-Jährigen gelang, ihn aus der Tür zu drängen und diese zu schließen. Sie informierte die Polizei, die den Verdächtigen gegen 13:30 Uhr an der Kreuzung Hemminger und Feuerbacher Straße ausmachen konnte. Die Beamten nahmen ihn vorläufig fest. Auf Weisung der Staatsanwaltschaft wurde er nach Durchführung der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß entlassen. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich zudem heraus, dass er bei mindestens zwei weiteren Anwohnerinnen ebenfalls geklingelt und mit der gleichen Masche versucht hatte, zum Zug zu kommen.