
Eine Silvesterparty im Vereinsheim des Musikvereins Neckarwestheim sorgt über die Ortsgrenzen hinaus für Diskussionen. Hintergrund sind politische Botschaften eines angekündigten DJs und mögliche Verbindungen zur rechtspopulistischen Szene. Nach öffentlicher Kritik wurde der Künstler ausgeladen – doch Fragen bleiben.
Neckarwestheim. Eine Silvesterfeier im Vereinsheim des Musikvereins Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) sorgt für Diskussionen – auch in der Region Ludwigsburg. Grund sind Berichte über Verbindungen des angekündigten DJs zur rechtspopulistischen Szene sowie Werbebotschaften, die in sozialen Netzwerken kursierten.
Wie die Stuttgarter Zeitung berichtete, warb der DJ in sozialen Medien mit Slogans wie „Make Germany great again“ und bezog sich in seinen Beiträgen positiv auf die AfD. Nach Bekanntwerden dieser Inhalte habe der Veranstalter reagiert und den DJ kurzfristig wieder ausgeladen. „Mir war nicht bekannt, was der macht. Ich will damit nichts zu tun haben“, wird der Organisator zitiert.
Zuvor hatten Nutzerinnen und Nutzer auf Telegram und anderen Plattformen auf den geplanten Auftritt hingewiesen. Dort war in einer Ankündigung von „vielen Ungeimpften, Schwurblern und Widerständlern“ die Rede – Formulierungen, die der Veranstalter später zurückzog und eigenen Angaben zufolge nicht selbst veröffentlicht haben will.
Der Musikverein Neckarwestheim, der sein Vereinsheim an Privatpersonen vermietet, erklärte auf Nachfrage, man habe „keine Kenntnis darüber, was und mit wem gefeiert wird“ und distanziere sich ausdrücklich von politischen oder propagandistischen Veranstaltungen.
Die Polizei steht nach Angaben des Veranstalters in Kontakt mit den Organisatoren, um mögliche Sicherheitsrisiken zu prüfen. „Wir rechnen mit etwas Ärger, deshalb haben wir die Security aufgestockt“, hieß es.
Nach Recherchen der Stuttgarter Zeitung soll der ausgeladene DJ in der Vergangenheit auch in Verbindung mit der russlandfreundlichen „Druschba“-Bewegung in Marbach (Landkreis Ludwigsburg) gestanden haben.



