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So ansteckend ist das Coronavirus wirklich

Die Lage in Deutschland hat sich angesichts der neuen Corona-Fälle geändert. Grund zur Panik besteht aber nicht. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sei es bislang gelungen, Infizierte und möglicherweise Betroffene aus deren direktem Umfeld gezielt zu isolieren. Bei den Fällen in Nordrhein-Westfalen gebe es allerdings Hunderte Kontaktpersonen, Infektionsketten ließen sich nicht mehr nachvollziehen. Deutschland stehe am Beginn einer Coronavirus-Epidemie. Das klingt allerdings alles andere als beruhigend.

Die Frage, die sich die Menschen in Deutschland jetzt stellen: Wie ansteckend ist das Coronavirus wirklich? Das Virus verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion – also wenn man zum Beispiel direkt angehustet wird, erklären die Mediziner. Auch sogenannte “Schmier-Infektionen” können als Ansteckungsweg nicht ausgeschlossen werden. Dabei werden Erreger über eine Kette von Berührungen weitergereicht.

Fest steht: Der Erreger ist deutlich infektiöser als anfangs angenommen. Das Coronavirus vermehrt sich im oberen Rachenbereich. Bei den oberen Atemwegen ist der Ansteckungsweg deutlich kürzer, als wenn ein Erreger erst von der Lunge eines Patienten in die Lunge eines anderen Menschen gelangen muss.

Unklar war lange, ob weitgehend oder gänzlich symptomfreie Menschen die Erreger weiter verbreiten können. Mittlerweile geht das Robert-Koch-Institut davon aus, dass Menschen mit wenigen Krankheitszeichen andere anstecken können.

Ral Loweg

Händewaschen will gelernt sein

Viele Menschen sehen die Hand-Hygiene in der Corona-Krise plötzlich mit ganz anderen Augen. Und eines haben in dieser schwierigen Zeit selbst die größten Ignoranten gelernt: Richtiges Händewaschen ist ein zentraler Bestandteil des Infektionsschutzes – kann aber die Haut strapazieren. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) kennt Hautgefährdungen und weiß, wie man durch Pflege vorbeugen kann.

“Häufiges Händewaschen trocknet die Haut aus”, sagt Dr. Verena Kagel, Hautärztin bei der BGW. “Wenn die Hände nicht sichtbar verschmutzt sind, kann die Desinfektion mit einem geeigneten Händedesinfektionsmittel eine hautschonendere Alternative sein.”

Im Alltag gibt es aber nicht immer die Möglichkeit, zwischen Desinfektion und Händewaschen zu wählen. Beim Händewaschen sollte darauf geachtet werden, möglichst lauwarmes, nicht zu heißes Wasser und geeignete Handwaschpräparate zu verwenden.

Die notwendige verstärkte Hände-Hygiene gehe an der Haut nicht spurlos vorbei, so Dr. Kagel. Deshalb benötigen die Hände mehr Pflege. Die verwendeten Pflegepräparate sollten dabei ausreichend rückfettend und möglichst frei von Duftstoffen sein. “Wenn die Haut der Hände trocken ist, sich rötet oder rau und rissig wird, können dies erste Anzeichen eines Handekzems sein”, sagt die Expertin.

Wie beim Händewaschen, kommt es auch beim Eincremen auf das “wie oft” und das “wie” an. “Nehmen sie sich in der Freizeit ganz bewusst mehrmals am Tag die Zeit zum Eincremen – zum Beispiel nach dem Händewaschen und vor dem Schlafengehen”, rät die Hautschutzexpertin. Wichtig sei auch, dass die Hände gründlich und vollständig eingecremt werden.

Ralf Loweg