So sauber sind die Dienstwagen der Bundesregierung

Die Ampel-Koalition versteht sich unter anderem als „Klima-Regierung“. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat am Beispiel der Dienstwagen nachgeschaut, wie weit her es ist mit den hehren Zielen der Bundesregierung. Ergebnis: Von neun Fahrzeugen der Bundesminister überschreiten sieben den CO2-Flottengrenzwert von 95 g/km auf der Straße deutlich. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Bundesministerien habe sich mit 208 g/km gegenüber 2021 (229 g CO2/km) wenig verändert.

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Die leichte Verbesserung sei zudem fast ausschließlich auf einzelne Lichtblicke zurückzuführen. Die sieht die DUH im Auswärtigen Amt, das als erstes Bundesministerium eine Grüne Karte erhält, bei Landwirtschaftsminister Özdemir und Umweltministerin Lemke mit klimafreundlichen reinen E-Autos sowie bei Staatssekretärin Jennifer Morgan und den Staatssekretären Sven Giegold und Udo Philipp, die auf persönliche Dienstwagen ganz verzichten.

Auch einige Landespolitiker erhalten schlechte Noten: Schlusslichter im Gesamtranking sind dieses Jahr erneut Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und der Nordrhein-Westfälische Innenminister Herbert Reul. Sie haben jeweils einen Audi A8 als Dienstwagen gewählt, der 488 g/km realen CO2-Ausstoß auf die Straße bringen soll.

Lars Wallerang

Bericht: Neuer Kompromissvorschlag der Bundesregierung für Verbrenner-Aus

Die Regierungskoalition hat sich bei der EU-Abstimmung über das Verbrenner-Aus offenbar auf eine neue gemeinsame Position geeinigt. Das berichtet die „Welt“. Demnach würde die Bundesregierung dem Vorschlag der Europäischen Kommission zustimmen, ab 2035 nur noch Autos zuzulassen, die im laufenden Betrieb kein CO2 ausstoßen.

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Das wäre ein De-Facto-Verbot für Verbrennungsmotoren. Gleichzeitig würden die EU-Mitgliedstaaten aber die Europäische Kommission beauftragen, neue Vorschläge zu machen, wie auch nach 2035 noch Autos und leichte Nutzfahrzeuge zugelassen werden könnten, die mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden. Die FDP drängt seit Langem auf solch eine Ausnahme für synthetische Kraftstoffe.

In dem deutschen Vorschlag zu den laufenden Beratungen in Luxemburg heißt es dazu: „Nach Beratungen mit Stakeholdern wird die Kommission einen Vorschlag dazu machen, wie nach 2035 Fahrzeuge zugelassen werden können, die ausschließlich mit CO2-neutralen Kraftstoffen betrieben werden, außerhalb des Geltungsbereichs der Flottengrenzwerte und in Konformität mit den Zielen der Union für die Klimaneutralität.“ Die EU will ab 2050 klimaneutral wirtschaften. Die Bundesregierung hat sich zwar intern geeinigt, ob ihr Vorschlag aber die Zustimmung der anderen EU-Länder finden wird, ist völlig offen.

Würde der Kompromissvorschlag von einer qualifizierten Mehrheit von Mitgliedstaaten akzeptiert, könnten Wirtschaftsminister Robert Habeck und Umweltministerin Steffi Lemke, die an den Beratungen in Luxemburg teilnehmen, für den Kommissionsvorschlag und das De-Facto-Verbot der Verbrenner stimmen – gekoppelt an den Auftrag an die Kommission, Ausnahmen für synthetische Kraftstoffe auszuarbeiten. Synthetische Kraftstoffe oder E-Fuels werden in chemischen Prozessen aus CO2 hergestellt. Sie setzen zwar bei der Verbrennung wieder CO2 frei, aber weil bei der Herstellung CO2 gebunden wird, ist ihre Herstellung klimaneutral.

Sie gelten allerdings als nicht sehr energieeffizient, weil die Herstellung viel Energie benötigt.

red / dts