
Der SGV Freiberg hat im Aufstiegsrennen einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Beim abgeschlagenen Tabellenletzten Bahlinger SC ließ der Spitzenreiter trotz Führung zwei Punkte liegen – der Ausgleich fiel erst in der Schlussphase nach einer Ecke. Verfolger Großaspach rückte damit wieder bis auf zwei Punkte heran.
Von Ayhan Güneş – 11.28 Uhr
Bahlingen/Freiberg. Der Tabellenführer ist verwundbar – zumindest an diesem Nachmittag im Kaiserstuhlstadion. Der SGV Freiberg kam beim Tabellenletzten Bahlinger SC nicht über ein 2:2 hinaus und ließ damit im Aufstiegsrennen der Regionalliga Südwest zwei wichtige Punkte liegen. Besonders bitter für den Primus: Der Ausgleich für die Gastgeber fiel erst kurz vor Schluss nach einer Ecke.
Während Bahlingen den Punktgewinn wie einen Sieg feierte, musste Freiberg einen schmerzhaften Dämpfer hinnehmen – auch weil Verfolger SG Sonnenhof Großaspach parallel gewann und den Abstand in der Tabelle auf zwei Punkte verkürzte.
Favorit gegen Außenseiter
Die Ausgangslage vor dem 24. Spieltag war eindeutig. Spitzenreiter Freiberg, der zuletzt sechs Ligaspiele in Serie gewonnen hatte, gastierte beim abgeschlagenen Tabellenletzten Bahlinger SC. Die Gastgeber stellten vor der Partie mit nur 20 Treffern aus 23 Spielen sogar den schwächsten Angriff der Liga.
Doch schon früh zeigte sich, dass Tabellenstände im Fußball nur bedingt zählen.
Nach drei Minuten nutzte Bahlingen seine erste Chance. Scholl setzte sich im Mittelfeld durch und bediente Köbele, der im Rücken der Freiberger Abwehr zum überraschenden 1:0 einschob. Für den SGV war es gleichzeitig das erste Gegentor nach der Winterpause.
„Wir wussten im Vorfeld, dass uns gegen Balingen ein unangenehmes Spiel erwartet“, sagte Leon Petö gegenüber Ludwigsburg24 nach der Partie. „Leider sind wir schlecht gestartet und kassieren früh das Gegentor.“
Petö bleibt vom Punkt eiskalt
Der Tabellenführer brauchte eine Weile, um ins Spiel zu finden. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit erhöhte Freiberg den Druck. Kurz vor dem Pausenpfiff fiel schließlich der Ausgleich: Nach einem Foul an Ballo zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt – Petö verwandelte sicher zum 1:1 (38.).
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Bahlingen mutig und kam durch Bux und erneut Köbele zu gefährlichen Abschlüssen. Dennoch war es wieder Freiberg, das zuschlug – erneut vom Punkt. Nach gut einer Stunde entschied der Schiedsrichter ein zweites Mal auf Strafstoß. Wieder trat Petö an und traf sicher zur 2:1-Führung.
Mit seinen Treffern zwölf und dreizehn in dieser Saison bestätigte der Angreifer einmal mehr seine Rolle als gefährlichster Offensivspieler der Freiberger.
Bahlingen gibt nicht auf
Doch die Gastgeber, trotz ihrer Probleme im Angriff, gaben sich nicht geschlagen. Bahlingen spielte weiter nach vorne und suchte bis zum Schluss seine Chance.
Kurz vor Spielende wurden die Bemühungen belohnt: Nach einer Ecke stieg Tost am höchsten und köpfte zum 2:2-Ausgleich ein. Für die kämpferisch starken Bahlinger war es ein umjubelter Punktgewinn im Abstiegskampf.
Fast wäre das Spiel in der Nachspielzeit sogar noch komplett gekippt. Nach einem weiteren Eckball für Freiberg kam Tim Pietzsch zum Kopfball, doch Bahlingen-Verteidiger Klose klärte den Ball gerade noch über die Latte.
Für Freiberg fühlt sich das Ergebnis dennoch wie ein Rückschlag an.
„In der zweiten Halbzeit gehen wir wieder per Elfmeter in Führung und haben sogar noch die Chance auf das 3:1“, sagte Petö. „Umso bitterer ist es, dass wir in der 90. Minute nach einer Ecke noch den Ausgleich kassieren – das fühlt sich am Ende eher wie eine Niederlage an.“
Tabellenrennen bleibt eng
Der Punktverlust hat unmittelbare Auswirkungen auf die Tabelle. Verfolger SG Sonnenhof Großaspach gewann parallel sein Spiel und verkürzte den Rückstand auf Freiberg auf zwei Punkte. Damit bleibt das Aufstiegsrennen in der Regionalliga Südwest weiterhin äußerst spannend.
Wichtige Wochen für den SGV
Viel Zeit, das Spiel aufzuarbeiten, bleibt für Freibergs Trainer Lushtaku allerdings nicht. Bereits am kommenden Dienstag wartet mit dem Landespokal-Viertelfinale bei den Stuttgarter Kickers die nächste Herausforderung. In der Liga folgt am Wochenende das nächste Topspiel gegen Kickers Offenbach.
Der Nachmittag in Bahlingen hat jedenfalls gezeigt: Für Freiberg gibt es in dieser Liga nur noch Endspiele.

