Sparen im Gesundheitssystem: Kassenärztechef fordert Ende freiwilliger Kassenleistungen

Angesichts knapper Kassen im Gesundheitssystem fordert Kassenärztechef Andreas Gassen einen radikalen Schnitt: Freiwillige Zusatzleistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen sollen gestrichen werden. Bevor ärztliche Honorare gekürzt würden, müssten aus seiner Sicht Marketingangebote wie Homöopathie-Zuschüsse oder Fitness-Gadgets verschwinden.

Von Hendrik Paul – 07.28 Uhr 

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Berlin – In der Debatte um Einsparungen im Gesundheitssystem fordert Kassenärztechef Andreas Gassen, die häufig für Marketingzwecke genutzten freiwilligen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen komplett abzuschaffen. „Wenn nicht genug Geld für den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung da ist und gespart werden muss, sind `Nice to have`-Leistungen als Erstes zu streichen“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

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„Es kann doch nicht sein, dass Kassen die Vergütung für Leistungen, die durch den Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossen worden sind, kürzen wollen und gleichzeitig hohe Summen für werbewirksame Dinge bezahlen“, so der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mit Blick auf Forderungen der Kassen, die Honorare der Ärzte zu kappen. Das mögliche Einsparvolumen durch eine komplette Abschaffung bezifferte Gassen auf knapp eine Milliarde Euro pro Jahr.

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Gassen bezieht sich auf die sogenannten Satzungsleistungen, die über das allgemeine Leistungsniveau der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen und von Kasse zu Kasse unterschiedlich sind. Dazu zählen etwa die umstrittenen Behandlungsmethoden Homöopathie, Anthroposophie oder Phytotherapie. Zudem zahlen viele Krankenkassen Zuschüsse zu Gesundheitskursen oder für den Kauf von Fitnesstrackern. Den Kassen wird immer wieder vorgeworfen, mit solchen Angeboten, deren medizinischer Nutzen oft angezweifelt wird, Geld der Solidargemeinschaft für Werbezwecke einzusetzen.