Staatsanwaltschaften am Limit: Viele kleinere Fälle werden eingestellt

Deutschlands Staatsanwaltschaften stehen massiv unter Druck. Laut Richterbund fehlen bundesweit rund 2.000 Strafverfolger, weshalb Verfahren länger dauern und kleinere Fälle immer häufiger vorzeitig eingestellt werden.

Von Hendrik Paul – 08.51 Uhr

In Deutschland fehlen nach Angaben des Deutschen Richterbundes (DRB) derzeit 2.000 Strafverfolger. DRB-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn sagte der „Bild-Zeitung“: „In fast allen Bundesländern müssen drei Ermittler die Arbeit für vier tun, so dass Strafverfahren immer länger dauern und kleinere Fälle immer öfter vorzeitig eingestellt werden.“ Bundesweit fehlten den Staatsanwaltschaften heute 2.000 zusätzliche Ermittler, um den gewaltigen Verfahrensberg in der Strafverfolgung wieder abtragen zu können.

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Allein in Nordrhein-Westfalen fehlten nach dem offiziellen Personalschlüssel der Justiz inzwischen mehr als 500 Strafverfolger. Die Personallücken seien im Vergleich zum Vorjahr nochmals um rund 100 Ermittler gewachsen. Rebehn forderte: „Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung sich mit den Ländern auf die angekündigte Personaloffensive für die Justiz verständigt. Es braucht dazu noch vor der Sommerpause klare politische Beschlüsse.“