Städte und Gemeinden rutschen tiefer ins Minus: Defizit erreicht neuen Höchststand

Deutschlands Städte und Gemeinden geraten zunehmend unter finanziellen Druck: 2025 verzeichnen die Kommunen ein Rekorddefizit von 31,9 Milliarden Euro – so hoch wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Steigende Ausgaben, insbesondere für Personal und Soziales, treiben die Entwicklung weiter an. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor.

Von Hendrik Paul – 09.11 Uhr

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Wiesbaden. Die finanzielle Lage der Kommunen in Deutschland hat sich weiter verschärft. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilt, wiesen die Kern- und Extrahaushalte der Städte und Gemeinden im Jahr 2025 ein Defizit von 31,9 Milliarden Euro auf.

Damit wurde der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2024 (24,8 Milliarden Euro) nochmals deutlich übertroffen. Es handelt sich um das größte kommunale Finanzierungsdefizit seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990.

Ausgaben steigen schneller als Einnahmen

Hauptursache für das wachsende Defizit ist die Entwicklung von Einnahmen und Ausgaben. Während die Einnahmen 2025 um 4,1 Prozent auf 391,4 Milliarden Euro stiegen, legten die Ausgaben mit 5,6 Prozent deutlich stärker zu und erreichten 423,3 Milliarden Euro.

Rund 7,5 Prozent der Ausgaben konnten damit nicht durch reguläre Einnahmen gedeckt werden.

Mehr Schulden durch Kassenkredite

Um die Lücke zu schließen, greifen viele Kommunen verstärkt auf Kassenkredite zurück. Die Verschuldung in diesem Bereich lag zuletzt um 16,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Soziales und Personal treiben Kosten

Besonders stark gestiegen sind die Personalausgaben. Sie legten um 6,8 Prozent auf 113,4 Milliarden Euro zu – unter anderem durch Tariferhöhungen und den Ausbau des Personals.

Auch die Ausgaben für Sozialleistungen stiegen deutlich auf insgesamt 90 Milliarden Euro. Vor allem die Eingliederungshilfe sowie die Kinder- und Jugendhilfe verzeichneten kräftige Zuwächse.

Bei den Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz war hingegen ein deutlicher Rückgang um 10,9 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zu verzeichnen.

Unterschiedliche Entwicklung bei Einnahmen

Auf der Einnahmeseite entwickelten sich die Steuererträge unterschiedlich. Während der Anteil an der Einkommensteuer deutlich zunahm, blieb die Gewerbesteuer nahezu stabil. Die Einnahmen aus der Grundsteuer stagnierten trotz Reform insgesamt.