Steigende Spritkosten: So will der Landkreis Ausfälle im Busverkehr verhindern

Die stark gestiegenen Dieselpreise könnten auch den Busverkehr im Landkreis Ludwigsburg belasten. Der Kreis bereitet deshalb mögliche Maßnahmen vor, um Verkehrsunternehmen zu stabilisieren und Ausfälle im ÖPNV zu verhindern.

Von der Redaktion – 12.34 Uhr

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Ludwigsburg. Wer morgens auf den Bus angewiesen ist, interessiert sich am Ende nicht für Dieselpreisformeln, Vertragsmodelle oder Vergaberecht. Entscheidend ist, ob der Bus kommt. Genau darum geht es jetzt im Landkreis Ludwigsburg: Die Kreisverwaltung beobachtet die steigenden Kraftstoffkosten im Busverkehr und bereitet Maßnahmen vor, um mögliche Probleme bei Verkehrsunternehmen abzufedern.

Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Kostensituation im öffentlichen Personennahverkehr befasst. Hintergrund sind deutlich gestiegene Dieselpreise. Nach Angaben des Landratsamts machen Treibstoffkosten im Busverkehr im Schnitt rund 18 Prozent der Gesamtkosten aus.

Nicht alle Unternehmen sind davon gleich betroffen. Bei Busverkehren, die der Landkreis über Verträge beauftragt hat, gibt es bereits Regelungen, um außergewöhnliche Kostensteigerungen vorübergehend aufzufangen. Schwieriger ist die Lage bei Unternehmen, die ihre Linien eigenwirtschaftlich betreiben. Sie tragen das wirtschaftliche Risiko selbst und können stark gestiegene Kosten nicht ohne Weiteres kurzfristig ausgleichen.

„Wenn die Dieselpreise innerhalb kurzer Zeit stark steigen, geraten diese Unternehmen schnell unter Druck. Im schlimmsten Fall kann das dazu führen, dass ein Unternehmen seine Verkehrsleistungen nicht mehr erbringen kann“, sagt Volker Maus, Leiter des Geschäftsteils ÖPNV beim Landratsamt Ludwigsburg.

Der Landkreis setzt deshalb zunächst auf kurzfristige Hilfen, falls die Zahlungsfähigkeit betroffener Unternehmen gefährdet sein sollte. Ziel ist es, den Busverkehr für Fahrgäste möglichst stabil zu halten. Denn wenn ein Verkehrsunternehmen ausfällt, müsste der Kreis kurzfristig Ersatz organisieren.

Solche Notlösungen können teuer werden. Nach Einschätzung der Verwaltung liegen die Kosten für Notvergaben je nach Umfang des betroffenen Verkehrs zwischen 25 und 60 Prozent über regulär vergebenen Leistungen. Bei größeren Verkehren könnten dadurch zusätzliche Belastungen in zweistelliger Millionenhöhe entstehen.

Unterstützung soll aber nur im Ausnahmefall möglich sein. Voraussetzung wäre nach Angaben des Landratsamts unter anderem, dass ein Unternehmen seine wirtschaftliche Notlage nachweist, etwa durch einen Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater. Zudem wären entsprechende Maßnahmen zeitlich begrenzt. Ähnliche Instrumente hatte der Landkreis bereits während der Dieselkrise 2022 eingesetzt.

Der Ausschuss nahm den Bericht zur Kenntnis. Die Kreisverwaltung will die Entwicklung der Kraftstoffpreise und die wirtschaftliche Lage der Verkehrsunternehmen weiter beobachten und sich mit den Verbundlandkreisen abstimmen.

Für die Fahrgäste heißt das zunächst: Es gibt noch keine konkreten Einschränkungen im Busverkehr. Der Landkreis bereitet sich aber darauf vor, reagieren zu können, falls steigende Dieselpreise einzelne Verkehrsunternehmen ernsthaft in Schwierigkeiten bringen.