
Post zum Stromzähler landet derzeit bei zahlreichen Haushalten in Ludwigsburg und Kornwestheim. Darin wird der kostenpflichtige Einbau eines intelligenten Messsystems angeboten. Die Stadtwerke warnen davor, das Schreiben mit einer offiziellen Aufforderung zu verwechseln.
Von der Redaktion (lb) – 11.02 Uhr
Ludwigsburg/Kornwestheim. Zahlreiche Stromkunden der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim erhalten derzeit Schreiben der Deutschen Messwesen GmbH zum Einbau sogenannter Smart Meter. Wie die SWLB mitteilt, erweckten die Briefe durch ihre Gestaltung und zeitliche Vorgaben den Eindruck einer offiziellen Aufforderung.
Nach Darstellung der Stadtwerke besteht jedoch keinerlei Verpflichtung, das Angebot anzunehmen.
„Die Deutsche Messwesen GmbH agiert weder in unserem Auftrag, noch obliegt ihr eine offizielle Zuständigkeit“, erklärt Fatih Kuyucu, Abteilungsleiter Messwesen bei der SWLB. Es handele sich um das Angebot eines wettbewerblichen Messstellenbetreibers.
SWLB: Kunden müssen Schreiben nicht annehmen
Der Hintergrund: Verbraucher können grundsätzlich auch einen anderen Messstellenbetreiber mit dem Betrieb ihres Stromzählers beauftragen. Die Deutsche Messwesen GmbH bietet nach Angaben der SWLB einen solchen Wechsel kostenpflichtig an.
Dafür würden laufende Kosten von 99 Euro pro Jahr verlangt.
Die SWLB ist in ihrem Netzgebiet dagegen der grundzuständige Messstellenbetreiber. Haushalte, bei denen ein Smart Meter gesetzlich vorgeschrieben ist, werden nach Angaben des Unternehmens derzeit ohne zusätzliche Einbaukosten umgerüstet.
Bereits mehr als 1.600 intelligente Messsysteme seien installiert worden.
Wer einen Smart Meter bekommen muss
Zum verpflichtenden Einbau zählen nach Angaben der SWLB unter anderem Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden im Jahr sowie Haushalte mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Wallboxen. Auch Betreiber von Photovoltaikanlagen können unter die gesetzlichen Vorgaben fallen.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Einbau und laufendem Messstellenbetrieb: Für den verpflichtenden Einbau verlangt die SWLB nach eigenen Angaben derzeit keine zusätzlichen Kosten. Für den Betrieb des intelligenten Messsystems fallen dagegen jährliche Entgelte an.
Bei einem Jahresverbrauch von 6.000 Kilowattstunden seien dies bei der SWLB 40 Euro im Jahr. Die Preise orientieren sich nach Angaben des Unternehmens an gesetzlichen Preisobergrenzen.
Stadtwerke raten zum genauen Blick auf den Absender
Wer ein Schreiben zum Zählerwechsel erhält, sollte deshalb zunächst prüfen, von wem es stammt und ob tatsächlich Handlungsbedarf besteht.
Die SWLB verweist für Informationen zum eigenen Smart-Meter-Ausbau und zu den geltenden Preisen auf ihre Internetseite.


