Vorstellung: BMW präsentiert neuen 7er

Palm Springs – Wuchtig, luxuriös, elektrisch: Der BMW i7 ist das Flaggschiff der neuen 7er-Reihe. Einen Diesel wird es aber auch geben. In Palm Springs durften wir eine erste Probefahrt machen.

Bei der Elektrifizierung der Modellpalette fährt BMW seine ganz eigene Strategie. Nach dem Auslaufen des originellen City-Stromers i3 haben die Münchner mit dem SUV iX derzeit nur ein reines Akku-Auto im Programm. Bei allen anderen ist die Elektroversion eine weitere neben Verbrennern und Hybrid.

Das gilt nun auch für die neue 7er-Reihe, eine wuchtige, repräsentative Luxus-Limousine. Reine Verbrenner wird es hier künftig zwar keine mehr geben, für Europa aber zwei Benziner und einen Diesel mit “mildem” 48-Volt-Hybridsystem, sowie Plug-in-Hybride. Allerdings lässt BMW keinen Zweifel daran, welche Version das Flaggschiff seiner Luxusflotte sein soll: “Die Zukunft ist elektrisch”, erklärt Entwicklungsvorstand Frank Weber.

Der i7 also, die batterieelektrische und erste in Deutschland verkaufte Variante der 7er-Reihe. Im Vergleich zum Mercedes EQS ist sie, bei aller Modernität und Expressivität im Design, eine klassische, fast schon konservative Limousine. 5,39 Meter lang, mit einem Radstand von 3,22 Metern. Eine kürzere, nach europäischen Maßstäben “normal” lange Version hat BMW künftig nicht mehr im Programm. Damit beugen sich die Bayern den wichtigsten Absatzmärkten USA und China. Gerade die jungen Kunden aus dem Reich der Mitte, 38 Jahre ihr Durchschnittsalter, fahren normalerweise nicht selbst und nehmen hinten Platz.

Und erleben dort ein Entertainment-System, wie es das auf vier Rädern bislang nicht gab. Vor ihre Augen senkt sich dann ein riesiger 32-Zoll-Screen ab, mit 8k-Auflösung und im extrabreiten 32:9-Format. In dem Autokino der etwas anderen Art laufen unter anderem Filme und Serien von Amazon Prime, während ringsherum die Fenster verdunkelt werden. An der Heckscheibe ist das schon allein aus Zulassungsgründen notwendig, um eine Ablenkung des nachfolgenden Verkehrs zu vermeiden.

Ein weiteres Luxus-Feature, das dazu der Sicherheit dient: Die Türen schwingen motorgetrieben auf – beziehungsweise nicht, wenn beispielsweise ein Radfahrer vorbeiflitzt. Ein vergleichbares Feature bietet auch der Mercedes EQS.

Beide großen Wagen nehmen ihrem Besitzer darüber hinaus auch ohne Chauffeur das Fahren ab. Je nach gesetzlicher Lage indes in unterschiedlichen Ausprägungen: In den USA gleitet der neue BMW autonom über den Highway, bei jedem Tempo und ohne dass der Fahrer das Lenkrad berühren muss – solange er, per Innenraum-Kamera überwacht, nach vorn schaut. Das funktionierte auf der Testfahrt einwandfrei und wirft die Frage auf, warum es in Deutschland nicht zulässig ist. Dafür entlässt der Autopilot hierzulande den Fahrer bis 60 km/h komplett aus der Verantwortung. Der darf dann also bei stockendem Verkehr auch auf dem Fahrersitz ganz offiziell Filme gucken.

Wer nicht selber fährt, verpasst allerdings das Beste. Die Fahrleistungen des i7 sind, klassen- und elektrotypisch, schlicht überwältigend. 4,7 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 beschreiben nicht einmal annähernd das Spurtvermögen von der Ampellinie weg. Aber nicht allein beim grandiosen Schub geradeaus, auch in Kurven bleibt der BMW i7 agiler als das Leergewicht von über 2,6 Tonnen es vermuten lässt.

Kein überragendes Tempo erreicht dagegen der Ladevorgang mit 400 Volt. Allerdings kann der Fahrer die Batterien vorwärmen (wenn es das Navi nicht ohnehin automatisch tut), um an der Ladestation Zeit zu sparen. Die Reichweite mit offiziell gut 600 Kilometern, realistisch wohl eher 500, ist für den Manager-Alltag zwischen Flughafen, Kurz- und Mittelstrecken ausreichend, aber BMW-typisch auch kein Rekordwert. Für jene, die ohne Pause möglichst schnell, möglichst weit über die Autobahn hetzen wollen, haben die Münchner ohnehin andere Modelle im Programm.

Marcus Efler / mid

Technische Daten BMW i7 xDrive60:

– L x B x H: 5,39 x 1,95 x 1,54 Meter
– Motor: 2 Elektro
– Leistung: 400 kW/544 PS
– max. Drehmoment: 745 Nm
– Allradantrieb
– 0 bis 100 km/h: 4,7 Sekunden
– Spitze: 240 km/h
– Normverbrauch: 19,6 – 18,4 kWh/100 km
– Preis: ab 135.900 Euro

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BMW stellt den neuen 7er vor

Mit der neuen 7er-Reihe will BMW “zukunftsweisende Möglichkeiten, Freude am Fahren, einzigartigen Reisekomfort und ein digitales Erlebnis auf höchstem Niveau” bieten – nach wie vor mit Verbrennern, aber auch mit Plug-in-Hybriden und vollelektrisch im i7. Noch 2022 sollen die ersten Exemplare ausgeliefert werden.

Auf eines hat BMW beim neuen Flaggschiff definitiv keinen Wert gelegt: auf optische und stilistische Zurückhaltung. Der 7er ist ein klares Statement in Sachen Premium-Anspruch – vom massiven Kühler mit der von Leuchtrahmen gezierten, riesigen Doppelniere und dem scharfen Blick der schlitzförmigen Scheinwerfer bis zum puristisch geformten Heck mit in die Seiten ragenden LED-Leuchten. “Beeindruckende Präsenz” heißt das bei BMW.

Zu haben ist der 7er ausschließlich in der Langversion – damit es sich die Fond-Passagiere schön gemütlich machen können. Innendrin soll das “multisensorische Fahrzeugerlebnis” iDrive mit dem Curved Display in Kombination mit feinen Materialien und aktuellsten Infotainment-Angeboten für das adäquate Fahrerlebnis sorgen. Das Ziel: “Reisekomfort und Wohlfühl-Ambiente in einer neuen Dimension”.

Dabei hilft den Fond-Passagieren der aus dem Dachhimmel herausfahrende Theatre Screen, ein 31,3 Zoll großes Panoramadisplay im 32:9-Format mit 8K-Auflösung, der die zweite Sitzreihelaut BMW “in ein exklusives Privatkino auf Rädern verwandelt”.

In Europa startet der neue Top-BMW zunächst ausschließlich als i7. Voraussichtlich Anfang 2023 folgen dann Plug-in-Hybrid-Modelle, unter anderem das erste BMW M-Modell mit Reihensechszylinder-Benziner und E-Motor. “Außerdem wird das Angebot in Europa bereits unmittelbar nach dem Marktstart um eine Modellvariante mit Dieselmotor und 48-Volt-Mild-Hybrid-Technologie ergänzt”, so die Münchner. Weitere Versionen des vollelektrischen BMW i7, etwa das künftige Topmodell BMW i7 M70 xDrive, werden später nachgereicht. Der Zwölfzylinder im 7er ist Geschichte.

Die für Deutschland relevanten technischen Daten für die neue Baureihe beziehen sich auf den 5,39 Meter langen i7 xDrive60. Der bringt gut 2,6 Tonnen auf die Straße, hat aus je einem E-Motor vorne und hinten eine Systemleistung von 400 kW/544 PS zu bieten und liefert ein maximales Drehmoment von 745 Nm. Er soll seinen netto knapp 102 kWh fassenden Akku mit maximal 195 kW laden können und laut WLTP-Norm knapp unter 20 kWh pro 100 Kilometer verbrauchen. Von null auf 100 km/h beschleunigt das Schwergewicht in 4,7 Sekunden, die Spitze liegt bei 240 km/h. Die Reichweite gibt BMW mit 590 bis 625 Kilometer an.


Rudolf Huber / glp

Deutsche Umwelthilfe klagt gegen BMW und Mercedes

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zieht wieder vor Gericht. In der Schusslinie stehen die Fahrzeughersteller BMW und Mercedes-Benz. Zankapfel: das Weltklima. Die Klageschriften wurden bei den zuständigen Landgerichten in München und Stuttgart eingereicht.

Die Umweltschützer fordern darin von BMW und Mercedes den klimagerechten Umbau ihrer Unternehmen insbesondere durch eine drastische Reduzierung der CO2-Emissionen ihrer Fahrzeuge im Einklang mit den verbindlichen Regelungen des Pariser Klimaschutzabkommens und des deutschen Klimaschutzgesetzes. BMW und Mercedes-Benz sollen dazu unter anderem bis zum Jahr 2030 den Verkauf klimaschädlicher Verbrenner-Pkw stoppen.

Lars Wallerang / glp

BMW iX3 aufgefrischt

Bei Design und Technik des BMW iX3 haben die Bayern etwas nachgeschärft. Die modellgepflegte Version des Elektro-SUV soll im Herbst 2021 anrollen. Bestellbar sind die Fahrzeuge schon jetzt zu Preisen ab 67.300 Euro. Der jüngste iX3 ist zudem das erstes Modell mit BMW eDrive Technologie der fünften Generation. Europapremiere für den neuen BMW iX3 ist auf der IAA Mobility ab dem 7. September 2021 in München.

Der am chinesischen Standort Shenyang gefertigte Stromer verfügt gemäß WLTP-Testzyklus über eine Reichweite pro Vollladung von 460 Kilometern. Höchstleistung: 210 kW/286 PS, maximales Drehmoment: 400 Nm. Kraftübertragung auf die Hinterräder, die Beschleunigung von null auf 100 km/h dauert 6,8 Sekunden.

Die Fahrzeugfront besitzt eine gesteigerte Präsenz durch die größere BMW-Niere, um rund zehn Millimeter flachere Scheinwerfer und eine neumodellierte Schürze. Das Fahrzeug wirkt muskulös durch eine kraftvolle Flächengestaltung am Heck und markante, dreidimensional modellierte LED-Heckleuchten.

Der volldigitale Anzeigenverbund verfügt jetzt über eine 12,3 Zoll große Instrumentenkombi und ein auf das gleiche Format vergrößertes Control Display. Zudem gibt es unter anderem ein neugestaltetes Bedienfeld auf der Mittelkonsole für Gangwahlschalter, BMW Controller, Start-/Stop-Knopf sowie Fahrerlebnisschalter- und Parkbremse-Tasten.

Lars Wallerang / glp

BMW X5 xDrive 30d: Großes Nieren-Maul und viel dahinter?

Der Ludwigsburg24-Fahrzeugtest

Stuttgart/Ludwigsburg: Der neue BMW X5 rollt bereits in seiner vierten Generation vom Band und zeigt, dass er mit dem Vorgänger nicht mehr viel außer dem Namen gemeinsam hat.

Am ehesten lässt sich lässt sich der X5 an der Front, ausgenommen von den deutlich größeren Nieren, vom bekannten Vorgänger Design erkennen. Ferner wirkt das Fahrzeug deutlich aufgefrischt, zeigt sich dynamischer und bietet den Fahrzeuginsassen mehr Sicherheit . Das Heck präsentiert sich mit den erneuerten LED-Rückleuchten sehr eigenständig.

Auch im Innenraum hat sich einiges getan: Wie in fast alles neuen Premium Fahrzeugen dominieren hier digitale Anzeigen das Erscheinungsbild. Zwei 12,3-Zoll-Monitore informieren dabei den Fahrer über alle notwendigen Informationen. Das BMW-Bediensystem ist nach wie vor eines der besten auf dem Markt, auch wenn heutzutage digitalisierte Fahrzeuge mit stark erweitertem Funktionsumfang eine einfache Handhabung deutlich erschweren. Eine kurze Eingewöhnungszeit vorausgesetzt, findet man jedoch im BMW auch Funktionen, die in tiefen Untermenüs schlummern. Die Bedienung des Infotainmentsystems ist wie üblich über vielerlei Arten möglich. Dazu gehört die Steuerung über den traditionellen iDrive-Controller in der Mittelkonsole, per Touch-Funktion, per Sprachsteuerung oder per Gesten-Steuerung. Letzteres ist größtenteils überflüssig, da alle anderen Bedienungsfunktionen einen erstklassigen Job machen. Durch das Kommando „Hey BMW“, oder eines eigens gewählten Befehles, kann die Sprachsteuerung aktiviert werden. Hierbei sind keine vorgefertigten Anweisungen notwendig, da das Sprachsystem auch die natürliche Sprache ähnliche wie bei Siri im IPhone versteht. 

Die Materialauswahl ist BMW-typisch 1A. Der neue Schaltknauf aus Glas in Kristall Optik ist ein wirklicher Hingucker, jedoch in der haptik auch Geschmackssache. Im allgemeinen fühlt man im BMW sehr wohl und sicher aufgehoben. Bei einem Fahrzeug dieser Größenordnung versteht sich auch von selbst, dass das Platzangebot keine Wünsche offenlässt. Auch auf der Rücksitzbank ist genügend Platz vorhanden, um eine lange Strecke in Angriff zu nehmen. Den X5 gibt es gegen Aufpreis auch als Siebensitzer.

Der im Motorraum arbeitende Sechszylinder Diesel besitzt 265 PS und braucht unserer Meinung auch nicht mehr, denn er ist im perfekten Einklang zwischen Leistung und Effizienz. Der Motor zeigt sich in jeder Alltagsituation sehr souverän und laufruhig. Wer das Gaspedal durchtritt, schafft den Spurt auf 100 km/h in 6,5 Sekunden und kann bis zu 230 km/h Höchstgeschwindigkeit erreichen. Das Drehmoment von 620 Nm, welche ab 2000 U/min anliegen, bereiten dem Fahrer des 2,2-Tonnen-Koloss wenig Mühe ausreichend Kraft auf die Straße zu bringen. Der positive Fahreindruck ist auch der Achtgangautomatik zu verdanken, da diese Gangwechsel unauffällig und blitzschnell meistert. Bei unseren Testfahrten lagen wir bei einem Durchschnittsverbrauch von 8,0 Litern, welches für ein Fahrzeug in dieser Klasse durchaus akzeptabel ist.  

Dass im BMW eine große Sicherheit herrscht, unterstreicht der ADAC Crash Test wo der X5 volle 5 Sterne erreicht hat. Auch zahlreiche Assistenzsysteme, die dem Fahrer den Alltag erleichtern sollen, sind serienmäßig mit an Bord. Dazu gehören mitunter die Kollisionswarnung, das City-Notbremssystem, die Verkehrszeichenerkennung sowie der Spurassistent. Wer noch weiteres Geld auf seinem Sparkonto hat, kann seinen BMW deutlich aufrüsten. Systeme wie das Head Up Display, die Querverkehrerkennung beim Rückwärtsfahren sowie ein Abstandregeltempomat sind dabei nur ein kleiner Auszug aus der langen Optionsliste.

Unser Fazit:

Groß, stark und teuer. Der BMW X5 folgt dem SUV Trend, welches dem Fahrer eine Art Überlegenheitsgefühl vermittelt. Nicht für jedermann ein must-have jedoch verständlicherweise ein nice to have! Würden wir vor die Wahl gestellt werden einen SUV zu kaufen, würde der BMW X5 bei uns an erster Stelle stehen. Der erstklassige Komfort, die zahlreichen Sicherheitsfeatures und der souveräne 6 Zylinder-Dieselmotor haben uns dabei überzeugt.

Stärken und Schwächen

souveräner Sechszylinder-Diesel mit akzeptablem Verbrauch 
viele Sicherheitsfeatures
zahlreiche Assistenzsysteme
langstreckentauglich / viel Platz im Innenraum
  erstklassige Materialien  
schlechte Rundumsicht

Unterhaltungswert

Design 9
Emotion 7
Handling 8
Wellness 9
Image  9
Gesamt-Unterhaltungswert* 8,4

Punkteskala: Von 1 bis 10

1 = furchtbar, 10 = fantastisch

* Lediglich eine Bewertung für den Spaßfaktor

Technische Daten

Motorart Reihen-Sechszylinder- Turbodiesel
Schadstoffklasse Euro 6d-TEMP (WLTP)
Kraftstoffart Diesel
Hubraum 2993 cm³
Leistung 195 kW/265 PS
bei 4000 U/min
Drehmoment 620 Nm
bei 2000 U/min
0-100 km/h 6,5 s
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h
Verbrauch pro 100 km lt. Hersteller 6,0 – 6,8 l Diesel
Testverbrauch 8,0 l
CO2 [g/km] lt. Hersteller 158 – 179
Kraftübertragung Allrad permanent
Getriebe 8-Gang-Automatikgetriebe

Preise

Startpreis*   69.200 €
Testwagenpreis*   98.550 €

* inkl. 19% MwSt.

Testredakteur: Oktay E. Zaza

BMW-Werk in Mexiko eröffnet

Mehr als eine Milliarde Euro bzw. US-Dollar hat BMW in sein neues Werk im mexikanischen San Luis Potosí investiert. Nun feierte man die Eröffnung. “Wir streben ein ausgewogenes Verhältnis von Produktion und Absatz in den verschiedenen Weltregionen an”, erläutert Produktions-Chef Oliver Zipse. “Und wir wollen unsere Präsenz in wichtigen und wachsenden Märkten stärken.” Das Werk San Luis Potosí werde die Produktionsflexibilität auf dem amerikanischen Kontinent deutlich erhöhen. Von dort aus liefere BMW die 3er-Limousine an Kunden weltweit.

Sobald die Anlaufphase vollständig abgeschlossen ist, verfügt das Werk über eine Kapazität von bis zu 175.000 Einheiten jährlich. Das Werk beschäftigt aktuell 2.500 Mitarbeiter. 2019 feiert die Vertriebsgesellschaft der BMW Group in Mexiko ihr 25-jähriges Bestehen. Die Vertriebsgesellschaft ist nicht nur für den mexikanischen Markt zuständig, sondern steuert auch die Unternehmensstrategie in der gesamten Region Lateinamerika, die insgesamt 28 Länder umfasst. Mit dem neuen Werk in Mexiko erweitert BMW das Produktionsnetzwerk auf weltweit 31 Standorte. mid/wal

BMW: 2018 zweitbestes Konzernergebnis der Geschichte

München – Entschlossen und angriffslustig blickt die BMW Group in die Zukunft. “Wir befinden uns im Angriffsmodus”, formulierte Vorstandsvorsitzender Harald Krüger die Entschlossenheit seines Unternehmens anlässlich der Bilanzpressekonferenz 2019 in München. “Wir mögen Herausforderungen”, fügte passend dazu Finanzvorstand Nicolas Peter hinzu. Im großen Saal der BMW-Welt ergab sich so in erster Linie ein Bild der Zuversicht, mit der die BMW-Spitze “auch in Zeiten schwieriger Rahmenbedingungen” (Peter) in die nahe Zukunft blickt.

Ganz im Sinne der aktuellen Strategie “Number One > Next” setzt das Unternehmen auf schnellere Prozesse, schlankere Strukturen und damit auf eine höhere Effizienz. Harald Krüger bilanziert die erste Phase dieser Zukunftsplanung: “Nach drei Jahren unserer Strategie liegen wir klar auf Kurs.” Dazu gehöre besonders die E-Mobilität, wo BMW laut Krüger “weltweit zu den Top-Anbietern” gehöre. Außerdem baue die Group die Präsenz ihrer Marken in der oberen Luxusklasse aus. Neben aktuellen Investitionen in die Themenfelder Autonomie und Mobilitätsdienstleistungen hob Krüger besonders die Kooperationen mit der Daimler AG hervor – “für eine noch höhere Schlagkraft”, so der BMW-Boss.

Trotz Zuversicht und regelrechter Kampfansagen: Bei der Bilanzpressekonferenz wurde immer wieder klar, mit welch herausfordernden Rahmenbedingungen Unternehmen wie die BMW Group derzeit zu kämpfen haben. Als herausragende Eckpunkte nannte Nicolas Peter den Handelsstreit zwischen USA und China, die negative Entwicklung von Wechselkursen und Rohstoffpreisen, die aufwändige Umstellung auf das neue WLTP-Prüfverfahren sowie drohende Aufwendungen für einen bevorstehenden Brexit.

“Vorleistungen für die Mobilität der Zukunft gehören außerdem zu den Faktoren, die bessere Geschäftszahlen derzeit verhindern, und die auch in naher Zukunft anhalten werden. Dennoch kann sich das Geschäftsjahr 2018 aus Sicht der BMW Group sehen lassen”, so Nicolas Peter: “Als einziger Premiumhersteller konnten wir Zuwächse in den USA verzeichnen. In China ist die Zahl der Auslieferungen in einem schrumpfenden Gesamtmarkt auf über 640.000 Fahrzeuge angestiegen. Und in Europa haben wir trotz WLTP-Verwerfungen und rückläufiger Marktentwicklung das hohe Vorjahresniveau gehalten.” Man habe dabei bewusst die Produktion gekürzt, um den Preiskampf nicht weiter zu befeuern.

Die drei Premium-Automarken BMW, Rolls-Royce und Mini steigerten ihre Auslieferungen 2018 immerhin auf die neue Bestmarke von 2.490.664 Fahrzeugen. Der Konzernumsatz lag mit 97,48 Milliarden Euro nur ganz knapp unter Vorjahresniveau, währungsbereinigt stieg er sogar um 1,2 Prozent. Jedenfalls konnte Harald Krüger in München das “zweitbeste Konzernergebnis der Geschichte” verkünden, obwohl das Ergebnis vor Steuern immerhin 8,1 Prozent unter dem Vorjahr lag (9,815 im Vergleich zu 10,675 Milliarden Euro).

Zuversichtlich in die Zukunft blickt die BMW Group unter anderem wegen der umfassenden Modelloffensive, die 2019 einen Vorgeschmack auf die weiteren Jahre geben wird. Aktuell stehen in der oberen Luxusklasse 8er Coupé und Cabrio an, daneben der neue X7 und der überarbeitete 7er sowie das 8er Gran Coupé. Im Herbst 2019 folgt der neue BMW 1er, im Frühjahr 2020 dann das 2er Gran Coupé. Ein weiteres “hochemotionales Modell, um zahlreiche neue Kunden zu gewinnen”, heißt es in München.

Zu einer “Technologie-Offenheit” bekennt sich BMW laut Harald Krüger in Bezug auf die Antriebsarten. Der Konzern will hier nicht nur auf eine Antriebsform setzen, sondern sich weiterhin auf verschiedenen Wegen engagieren. Krüger nannte konkret “Verbrenner, Plug-in-Hybrid und Elektroantrieb” zum Beispiel in Bezug auf den neuen X3, den man ab 2020 in allen drei Varianten anbieten werde: “Der Kunde hat dann die Wahl. Mit unserem breiten Ansatz sind wir hoch flexibel. Eine Plattform für alles – das ist die effizienteste Lösung.” Auch die Brennstoffzelle gehöre im Rahmen der Kooperation mit Toyota dazu, ergänzte hierzu Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich.

Ein klares Bekenntnis fiel außerdem zur BMW M GmbH, die laut Klaus Fröhlich auf allen Technologie-Ebenen des Konzerns voll eingebunden sei: “BMW M wird es auch in 40 Jahren noch als hochemotionale Sparte geben, wir werden das künftig noch toppen.” Gleichzeitig betonten die anwesenden Unternehmensvertreter die große Bedeutung der Elektromobilität für BMW. Ende 2018 habe die Group mehr als 350.000 Einheiten dieser Modelle (130.000 vollelektrische Fahrzeuge und mehr als 220.000 Plug-in-Hybride) an Kunden ausgeliefert. Für Ende 2019 werden 500.000 elektrifizierte Fahrzeuge erwartet. Aufladbare Hybrid-Versionen des BMW 3er, 7er und X5 mit größerer, rein elektrischer Reichweite als bisher folgen schon bald.

Bis Ende 2020 werden mehr als zehn neue oder mit der vierten Technologie-Generation (“Gen 4”) überarbeitete E-Modelle auf den Markt kommen – darunter der vollelektrische Mini Electric sowie der iX3, der künftig im chinesischen Shenyang für den Weltmarkt gefertigt wird.

Besonders die Vorzüge von BMWs jüngster Batterie- und E-Motorengeneration für die Plug-in-Hybride hob Harald Krüger hervor: “So erreichen wir eine elektrische Reichweite von bis zu 80 Kilometern. Auch die 2er und 5er-Reihen erhalten im Sommer ein Batterie-Update.” Der BMW-Boss fährt selbst einen Plug-in-Hybrid: “Er ist perfekt, um Kunden für elektrisches Fahren zu begeistern.”

Zurückhaltend äußerten sich die Unternehmensvertreter in Bezug auf konkrete Zahlen zum erwarteten Gewinn für 2019. Nicolas Peter stellte klar: “Darüber reden wir 2020.” Noch klarer erteilte BMW-Kommunikationschef Maximilian Schöberl wiederholten Fragen zur Zukunft von Harald Krüger eine Absage: Das Thema stellt sich nicht. Punkt.

Ralf Schütze / mid

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7er BMW: Feinschliff fürs Flaggschiff

BMW hat sein Flaggschiff deutlich überarbeitet. Neben optischen Änderungen rollt der nach wie vor als Normal- und als Langversion angebotene 7er in Kürze mit einer Reihe technischer Updates zu den Händlern.

Am deutlichsten ist das Facelift an der Front zu erkennen, die um 40 Prozent vergrößerte Niere ragt noch selbstbewusster als zuvor in die Höhe. Auch beim Interieur hat BMW Hand angelegt und verspricht “neue Maßstäbe für Wohlbefinden und Reisekomfort”.

Nach zwischenzeitlichen Verkaufsstopps für einzelne Versionen wegen der WLTP-Umstellung im letzten Jahr versprechen die Münchner für die aufgefrischte 7er-Reihe: “Alle Modellvarianten erfüllen jetzt die Auflagen der Emissionsnorm Euro 6d-Temp.” Neu entwickelt wurde der 4,4 Liter große V8-Motor des 750i und des 750Li, der mit 530 PS immerhin 80 PS mehr leistet als sein Vorgänger. Topmotor ist der Zwölfzylinder mit 585 PS aus 6,6 Liter Hubraum. Außerdem werden drei Dieselmotoren mit bis zu vier Turboladern und einem Leistungsspektrum zwischen 265 und 400 PS angeboten. Neu bei den Plug-in-Hybriden: Sie rollen mit einem speziell angepassten Reihensechszylinder-Benziner und optimierter Hochvoltbatterie vor. Die Systemleistung im Sport-Modus wurde bis auf 394 PS erhöht, die elektrische Reichweite liegt jetzt zwischen 50 und 58 Kilometern.

Ein adaptives Fahrwerk mit elektronisch geregelten Dämpfern und eine Zweiachs-Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung sind serienmäßig installiert. Auf Wunsch bietet BMW auch die Integral-Aktivlenkung und – außer für die Plug-in-Modelle – das Executive Drive Pro- Fahrwerkssystem.

Das Netz aus hilfreichen und komfortablen Assistenzsystemen wurde für die Neuauflage deutlich vergrößert. Das sogenannte Live Cockpit Professional aus Navigations- und Multimediasystem und vollständig digitaler, hochauflösender Instrumentenkombi mit einer Bildschirmdiagonale von 12,3 Zoll hinter dem Lenkrad und 10,25 Zoll großem Display ist jetzt Serienstandard. Bei der Bedienung des “Operating System 7.0” kann der Fahrer auf die Touch-Funktion des Displays, den iDrive Controller, Lenkradtasten und die Sprachsteuerung zurückgreifen. Der “Intelligent Personal Assistant” wird durch den Zuruf “Hey BMW” aktiviert und ist wie sein Pendant mit Stern (“Hey Mercedes”) lernfähig. mid/rhu

Verursacher muss unbrauchbares Gutachten zahlen

Wer einen Verkehrsunfall verursacht hat, muss dem Unfallgegner auch dann die Kosten für ein Gutachten erstatten, wenn dieses fehlerhaft und sogar unbrauchbar ist. Das hat das Amtsgericht Frankfurt am Main entschieden.

Im Fall ging es um ein Unfallgutachten im Wert von rund 1.000 Euro, für dessen Kosten die Kfz-Versicherung des Unfallverursachers nicht aufkommen wollte. Begründung: Das Gutachten sei wegen handwerklicher Mängel unbrauchbar. Der Privatgutachter der Geschädigten hatte den Restwert des Fahrzeugs nicht richtig ermittelt.

Kein Grund, die Kosten nicht zu übernehmen, entschied das Amtsgericht Frankfurt am Main mit Urteil vom 24. Oktober 2018 (Aktenzeichen: 31 C 1884/16 (17)). Fehler des Sachverständigen seien dem Unfall-Geschädigten nicht zurechenbar, so das Gericht. Der Unfallverursacher müsse nur dann nicht haften, wenn die Unfallgegnerin erkennen konnte, dass das Gutachten fehlerhaft war und entsprechend Nachbesserung vom Gutachter verlangen konnte. Dann könne vom Schädiger nicht verlangt werden, Schadenersatz für ein unbrauchbares Gutachten zu leisten – das war hier aber nicht der Fall. mid/Mst

Zeitreise: Mit dem Auto in den Wintersport

Die Auto-Zeitreise:

Am 15. Januar 1962 berichtete der Motor-Informations-Dienst über das Autofahren im Schnee.

Während die Kraftfahrer im Mittel- und Hochgebirge meist schon über gute Erfahrungen fürs Fahren im Schnee verfügen, ist das für viele Flachländler noch ein reines Abenteuer. Dennoch bringt das Fahren im Schnee – gehört man erst einmal zu den Eingeweihten – viel Spaß. Man sollte es ruhig versuchen. Der motorisierte Skiläufer weiß, dass M&S-Reifen oder Schneeketten (sie sind immer noch das sicherste Hilfsmittel und oft auch Vorschrift) ebenso zum Wagen gehören wie die Schaufel und ein Sack Sand, wie Abschleppseil, Kokosmatten, Kühlerabdeckungen, Eiskratzer für die Scheiben, Taschenlampe und Skihalter. Für jeden Wagentyp gibt es Skihalter. Am zweckmäßigsten sind die Dachhalter, die beim Fahren am wenigsten Wirbel und Widerstand erzeugen.

Für Cabrios und Coupés gibt es Heckträger, die dem Fahrer die Sicht durch das Rückfenster nicht nehmen. Während bei den Dachhaltern die Spitzen der Skier nach hinten zeigen, ragen bei den Heckhaltern die Skier meist über das Fahrzeug hinaus. Zur Fahrtechnik im Winter! Oberstes Gebot: doppelte Vorsicht walten lassen. “Mit Gefühl” Lenkrad und Bremspedal bedienen. Das Pedal nicht voll durchtreten, besser sind kurze sanfte Drücke auf die Fußbremse. Abstand halten! Das Anlegen der Schneeketten will gelernt sein. Also: rechtzeitig üben – schon daheim in der Garage! Erfahrungsgemäß legt man Schneeketten in einer waagerechten Ebene am einfachsten auf. Ein sicheres Anfahren und Halten ist gewährleistet, wenn die Ketten richtig montiert sind. mid/jub

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