Tanken in Deutschland: Die Preise purzeln

Sogar beim Blick auf die Benzinpreise werden Deutschlands Autofahrer mit dem Coronavirus konfrontiert. Denn die weltweite Krise lässt die Rohölnotierungen einbrechen. Und dadurch geben auch die Spritpreise an den Tankstellen deutlich nach. Laut aktueller Auswertung des ADAC kostet ein Liter Super E10 im Bundesmittel 1,267 Euro, das sind 5,8 Cent weniger als in der Vorwoche. Diesel verbilligte sich um 4,1 Cent auf durchschnittlich 1,137 Euro je Liter.

Aus Angst vor einer globalen Rezession bewegen sich die Rohölnotierungen weiter steil nach unten. Ein Barrel der Sorte Brent kostet aktuell nur noch 29 Dollar, das sind rund acht Dollar weniger als vor einer Woche. Rohöl ist damit so billig wie zuletzt Anfang des Jahres 2016, teilt der ADAC mit.

Und wie geht es weiter? Angesichts dieser Entwicklung auf dem Rohölmarkt besteht Potenzial für noch weitere Rückgänge der Kraftstoffpreise, so die Experten des Automobilclubs. Vergünstigungen aus sinkenden Rohölnotierungen kommen dann vollständig bei den Verbrauchern an, wenn der Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt dies erzwingt.

Ralf Loweg

Achter Todesfall im Land – Zahl der Infizierten steigt weiter

Die Zahl der Infizierten im Land steigt auf 2.184. Das wurde vom Sozialministerium am Mittwochabend (18. März) bekanntgegeben. Damit stieg die Zahl der Neu-Infizierten seit gestern um 543 Fälle. Inzwischen wurde ein weiterer – achter Todesfall – gemeldet.

Darüber hinaus hat das Sozialministerium über einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg informiert. Es handelt sich demnach um einen über 80-jährigen stationär behandelten Patienten aus dem Landkreis Emmendingen, der heute verstorben ist. Damit steigt die Zahl der Todesfälle in Baden-Württemberg auf acht (Landkreise Emmendingen, Esslingen, Göppingen, Heilbronn, Hohenlohekreis, Ortenaukreis, Rems-Murr und Rottweil).

Laut Ministerium waren von den 2.184 bestätigten Fällen 1.210 männlich (55 Prozent). Das Durchschnittsalter beträgt 47 Jahre bei einer Spannweite von 0 bis 94 Jahren.

Zahl der Erkrankten steigt im Kreis Ludwigsburg auf 124

Laut dem Landratsamt Ludwigsburg ist die Zahl der Erkrankten seit dem gestrigen Tag (17. März) erneut gestiegen. Das Kreisgesundheitsamt zählt am Mittwochnachmittag insgesamt 124 bestätige Corona-Erkrankungen im Kreis Ludwigsburg. Davon 26 neue Fälle seit gestern. Die Altersspanne liegt laut der Behörde zwischen 4 und 93 Jahren, wovon zur Zeit sechs Personen stationär behandelt werden.

Der dringende Appell der Behörden lautet daher weiterhin, die Gefahr ernst zu nehmen und Sozialkontakte auf ein Minimum zu beschränken.

red

36-Jähriger parkt zuerst seinen Nachbar ein und schlägt den 68-Jährigen anschließend

Laut einer Pressemeldung der Polizei, attackierte in Heimerdingen am Dienstagnachmittag ein 36-Jähriger seinen 68-jährigen Nachbarn und verletzte ihn dabei.

Ein 36-Jähriger parkte in Heimerdingen in der Wiesenäckerstraße am Dienstag gegen 17:35 Uhr zunächst seinen Nachbarn ein und griff diesen dann noch an, als der sich darüber beschwerte. Das 68-jährige Opfer ging zuvor zu seiner Garage und stellte fest, dass der 36-Jährige sein Fahrzeug vor der Garageneinfahrt abgestellt hatte, so dass der 68-Jährige nicht mehr ausfahren konnte. Als dieser den Tatverdächtigen dann verständigen ließ, reagierte der Mann äußerst ungehalten und beleidigte den 68-Jährigen. In der Folge soll er den Senior getreten und geschlagen haben, so dass dieser mehrere Verletzungen erlitt. Als Zeugen auf das Geschehen aufmerksam wurden und die Polizei verständigten, flüchtete der Tatverdächtige zu Fuß. Der Senior wurde vor Ort durch den Rettungsdienst versorgt.

Was in Ludwigsburg und in der Region los war

Asperg: Streit auf Drogeriemarktparkplatz

Vermutlich aufgrund eines Parkvorgangs kam es am Dienstag gegen 11.00 Uhr auf einem Drogeriemarktparkplatz in der Eglosheimer Straße in Asperg zu einem Streit zwischen zwei 26 und 43 Jahre alten Männern. Der Jüngere hatte wohl zunächst wegen dem 43-Jährigen warten müssen und habe ihn beleidigt, als er schließlich an ihm vorbeifahren konnte. Dies führte mutmaßlich dazu, dass der 43-Jährige aus seinem PKW ausstieg, um den Kontrahenten zur Rede zu stellen. Der Kontrahent sei nun rückwärts auf den Mann zugefahren, worauf der 43-Jährige gegen das Auto des 26-Jährigen geschlagen haben soll. Schließlich habe sich eine Diskussion zwischen den beiden Männern entwickelt. Der 43-Jährige alarmierte im weiteren Verlauf die Polizei. Bis zum Eintreffen der Beamten des Polizeipostens Asperg soll der Jüngere den Älteren ein weiteres Mal beleidigt haben. Der Polizeiposten Asperg ermittelt nun gegen beide Männer.

Asperg: Kompletträder gestohlen

Am Dienstag zwischen 06.25 Uhr und 16.25 Uhr trieb ein noch unbekannter Täter in einer Gemeinschaftstiefgarage im Otto-Dix-Weg in Asperg sein Unwesen. Der Unbekannte gelangte zunächst auf ungeklärte Weise in die Garage und stahl einen Satz Kompletträder im Wert von etwa 2.500 Euro. Um an die mit einer Kette gesicherten Räder heranzukommen, durchtrennte der Täter die Kette. Hinweise nimmt das Polizeirevier Kornwestheim, Tel. 07154/1313-0, entgegen.

Kornwestheim-Pattonville: Jugendlicher in psychischem Ausnahmezustand verletzt 46-Jährige

Am Dienstag gegen 17.15 Uhr kam es in der John-F.-Kennedy-Allee in Pattonville zu einem Einsatz mit mehreren Streifenwagenbesatzungen. Ein 14-jähriger Jugendlicher, der mutmaßlich unter dem Eindruck eines psychischen Ausnahmezustands stand, war zunächst auf ein zwölf Jahre altes Mädchen und anschließend auf eine 46-jährige Frau losgegangen. Vermutlich war der 14-Jährige aufgrund eines nicht zustande gekommenen Treffens mit einem Bekannten derart in Wut geraten, dass er das zwölf Jahre alte Kind anging. Dies beobachtete die 46 Jahre alte Frau und eilte dem Mädchen zur Hilfe. Der 14-Jährige, der zwischenzeitlich eine Handlaubsäge in der Hand hielt, schlug mit dieser in Richtung der Frau und verletzte sie hierbei leicht. Die 46-Jährige, die ihrerseits eine Gartenschaufel mit sich führte, setzte sich mit dieser zur Wehr. Hierdurch erlitt der Jugendliche ebenfalls leichte Verletzungen. Anschließend versuchte der 14-Jährige zu flüchten. Er wurde jedoch von einem Zeugen verfolgt, der schließlich die Polizeibeamten zu dem Jugendlichen führen konnte. Die eingesetzten Beamten forderten den Teenager im weiteren Verlauf auf, die Säge und seine mitgeführte Tasche auf den Boden zu legen. Dies tat der 14-Jährige, wenn auch zögerlich. Dann wurden ihm Handschließen angelegt. Der Junge und die Tasche wurden im Anschluss durchsucht. Hierbei entdeckten die Polizisten einen Schraubendreher, ein Küchenmesser sowie ein Cuttermesser und weitere alltägliche Gegenstände. Im Zuge der weiteren Ermittlungen wurde der Jugendliche in eine psychiatrische Einrichtung gebracht. Er muss mit einer Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung rechnen.

Markgröningen: 80-Jähriger Motorradfahrer verletzt sich schwer

Ein 80-jähriger Motorradfahrer erlitt am Dienstag gegen 15:05 Uhr in Folge eines Verkehrsunfalls in der Pforzheimer Straße in Hardt-und Schönbuchhof schwere Verletzungen. Der Mann war in der Pforzheimer Straße unterwegs und wurde vermutlich von einem Pkw-Fahrer übersehen, der gerade aus einer Hofausfahrt herausfuhr. In der Folge stürzte der Motorradfahrer von seiner Honda. Der 45-jährige VW-Fahrer kam daraufhin von der Fahrbahn ab und fuhr in den Straßengraben. Eine Zeugin konnte den Unfall von ihrem Garten aus beobachten und rief schließlich die Polizei. Der 80-Jährige wurde durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 3.000 Euro.

Kornwestheim: Einbruch in ein Wohnhaus

Ein Sachschaden von etwa 200 Euro hinterließ ein noch unbekannter Einbrecher, der sich am Dienstag zwischen 12.30 Uhr und 21.10 Uhr über die Haustür, die er aufhebelte, Zugang in ein Wohnhaus verschaffte. Mutmaßlich betrat der Täter jedoch lediglich den Hausflur und machte sich anschließend, wohl ohne Diebesgut gemacht zu haben, wieder aus dem Staub. Das Polizeirevier Kornwestheim, Tel. 07154/1313-0, bittet Zeugen, die Verdächtiges beobachtet haben, sich zu melden.

BAB 81 / Mundelsheim: Geplatzter Lkw-Reifen verursacht Unfälle

Der geplatzte Reifen eines Lkw sorgte am Dienstag gegen 12:30 Uhr auf der Bundesautobahn 81 in Fahrtrichtung Stuttgart zwischen den Anschlussstellen Mundelsheim und Pleidelsheim für Unfälle und eine Fahrbahnsperrung. Nachdem bei einem Sattelzug ein Reifen an der linken Achse seines Aufliegers platzte, fuhr der nachfolgende Sattelzug über einen Teil des Reifens und riss sich dabei den Verbindungsschlauch zwischen zwei Diesel-Tanks ab. In der Folge verlor dieser Sattelzug etwa 300 Liter Diesel. Der Kraftstoff verteilte sich dann über eine Strecke von circa 500 Meter auf der Fahrbahn. Ein weiteres Reifenteil wurde auf einen nachfolgenden Pkw geschleudert und verursachte dort einen Sachschaden. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt, aber es entstand ein Sachschaden von insgesamt circa 1.100 Euro. Zur Reinigung der Fahrbahn musste die Fahrbahn teilweise gesperrt werden. Die Feuerwehr Mundelsheim war mit drei Fahrzeugen und 16 Einsatzkräften, die Straßenmeisterei mit fünf Fahrzeugen und sechs Einsatzkräften vor Ort.

Ludwigsburg-Pflugfelden

Zwischen Dienstag 19.30 Uhr und Mittwoch 07.10 Uhr beschmierte ein noch unbekannter Täter einen PKW sowie eine Hauswand in der Enzstraße in Pflugfelden. Während auf der Hauswand braune Farbe verteilt wurde, beschmierte der Unbekannte das Fahrzeug mit blauer Farbe. Derzeit wird der entstandene Sachschaden auf etwa 8.000 Euro geschätzt. Das Polizeirevier Ludwigsburg, Tel. 07141/18-5353, bittet Zeugen sich zu melden.

Ludwigsburg: Radfahrer beim Abbiegen übersehen

Am Dienstag kam es gegen 15:45 Uhr in Ludwigsburg in der Marbacher Straße zu einem Verkehrsunfall, als ein 44-jähriger Opel-Fahrer von der Marbacher Straße auf einen Parkplatz neben der Fahrbahn fahren wollte. Vermutlich übersah der 44-Jährige beim Abbiegen einen 55-jährigen Radfahrer, der parallel zur Fahrbahn auf dem Radweg unterwegs war. Der 55-Jährige wollte wohl noch ausweichen, streifte dann aber doch den Opel auf der Beifahrerseite und stürzte in der Folge. Der Radfahrer zog sich bei dem Sturz leichte Verletzungen zu. Es entstand ein Sachschaden von insgesamt circa 1.900 Euro.

Ludwigsburg: Einbruch in Geschäft – Polizei sucht Zeugen

Ein bislang unbekannter Täter verschaffte sich zwischen Montag, 22:00 Uhr, und Dienstag, 7:00 Uhr, Zugang zu einem Geschäft in Ludwigsburg in der Straße „Untere Gasse“. Der Täter entwendete einen Einrichtungsgegenstand im Wert von circa 200 Euro. Das Polizeirevier Ludwigsburg nimmt Zeugenhinweise unter Tel. 07141 18 5353 entgegen.

 

23-Jähriger wird am Bahnhof in Ludwigsburg von Unbekannten angegriffen

Am Bahnhof in Ludwigsburg griffen laut einer Pressemeldung der Polizei am Dienstagabend gegen 20Uhr drei Unbekannte einen 23-Jährigen an und verletzten ihn dabei.

Drei bislang unbekannte Männer griffen am Dienstag gegen 20:05 Uhr in Ludwigsburg am Bahnhof einen 23-jährigen Mann an. Nach einer Meldung der Polizei, soll ein Streit zwischen dem 23-Jährigen und einem der Tatverdächtigen vorausgegangen sein. Als sich der 23-Jährige dann auf einem Bahnsteig des Bahnhofs befand, näherte sich dieser Tatverdächtige in Begleitung von zwei weiteren Männern. Die drei Männer sollen ihr Opfer von hinten gepackt, mit einer Flasche ins Gesicht geschlagen und getreten haben. In der Folge fiel der 23-Jährige ins Gleisbett. Zu diesem Zeitpunkt fuhr auf dem daneben liegenden Gleis ein Güterzug durch den Bahnhofsbereich. Der junge Mann wurde durch den Zug nicht erfasst. Ein Zeuge half dem Gestürzten wieder zurück auf den Bahnsteig. Da der Mann durch die Tathandlung leicht verletzt wurde, brachte ihn der verständigte Rettungsdienst in ein Krankenhaus. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hat die Ermittlungen aufgenommen. Zeugenhinweise können unter Tel. 07141 18 9 erfolgen.

Wegen Corona: Landesturnfest in Ludwigsburg findet nicht statt

Auch das diesjährig geplante Landesturnfest in Ludwigsburg ist abgesagt worden. Die Veranstalter Stadt Ludwigsburg und der Schwäbische Turnerbund haben das heute (18. März) in einer Presseerklärung mitgeteilt. Aufgrund der zunehmenden Verbreitung des neuartigen Coronavirus COVID-19 haben die Organisatoren des Schwäbischen Turnerbunds und der Stadt Ludwigsburg entschieden, das Landesturnfest in Ludwigsburg (21. bis 24. Mai 2020) abzusagen, heißt es in der Mitteilung. Zum Turnfest wurden von den Organisatoren ca. 15 000 Teilnehmer und rund   100. 000 Besucher erwartet.

„Nach längeren und ausführlichen Gesprächen mit der Stadt Ludwigsburg sehen wir keine Möglichkeit, das Landesturnfest stattfinden zu lassen. Wir folgen der Verordnung der Landesregierung über infektionsschützende Maßnahmen und insbesondere dem Verbot von Versammlungen und Veranstaltungen. Dieser Schritt ist uns natürlich extrem schwergefallen, letztendlich aber alternativlos, um unseren Teil dazu beizutragen, der weiteren Verbreitung des neuartigen Coronavirus entgegenzuwirken“, sagt Wolfgang Drexler, Präsident des Schwäbischen Turnerbunds.

Die Möglichkeit einer Verschiebung wurde ebenfalls geprüft, scheiterte aber an der Umsetzbarkeit. „Wir können aktuell nicht abschätzen, wie sich die Situation rund um den Coronavirus entwickelt, Prognosen sind aufgrund der Ernsthaftigkeit der Lage fehl am Platz. Die Verantwortlichen müssen aktuell jeden Tag auf neue Herausforderungen reagieren. Die Absage des Landesturnfests ist daher nur konsequent“, sagt Dr. Matthias Knecht, Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg.

Mit Blick in die Zukunft ergänzt Erster Bürgermeister Konrad Seigfried: „Vielleicht ergibt sich in den nächsten Jahren wieder die Chance, dieses großartige Fest nach Ludwigsburg zu holen. Mein Dank gilt allen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, die sich in der Vorbereitung mit viel Engagement für das Landesturnfest eingesetzt haben.“

Weiterer Todesfall: 80-Jähriger stirbt an den Folgen von Corona

Das Sozialministerium Baden-Württemberg meldet heute einen weiteren Todesfall. Dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium wurde am Mittwochmorgen (18. März) vom Landesgesundheitsamt und dem Gesundheitsamt Hohenlohekreis ein COVID-19-Todesfall eines über 80-jährigen Patienten gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus steigt damit im Land auf insgesamt sieben.

Der Mann zählte aufgrund seiner Vorerkrankungen zu den Hochrisikopatienten. Er wurde am 15.03. positiv auf Covid-19 getestet und verstarb am Tag darauf in einem Krankenhaus.

Helden der Straße

Hans Bendiks war mit dem Auto in seinem Heimatort Baumholder unterwegs. Da fiel ihm plötzlich ein umgekippter Transporter mitten auf der Fahrbahn auf. Was war passiert?

„Es waren weder Warndreieck noch Polizei oder Feuerwehr zu sehen. Das und die Tatsache, dass der Verkehr einfach weiterlief, machten mich stutzig“, so der 73-Jährige: „Dass da noch Personen drinnen waren, schien mir unvorstellbar.“ Er parkte seinen Wagen und ging zum Transporter, um sich ein Bild von der Situation zu machen.

An der Unfallstelle angekommen, realisierte Hans Bendiks, dass sich tatsächlich jemand im umgekippten Transporter befand. Dann schaute er nochmal genau nach und sah eine weitere ältere Person. „Ich rief dem Mann eindringlich zu: Mach schnell den Motor aus.“ Nachdem er dies vollbracht hatte, kam er auch oben zur Tür herausgeklettert.

Erst im Nachhinein konnte sich Hans Bendiks die Entstehung der Situation erklären: „Nachdem sich auch die zweite Person befreit hatte, sah ich einen weiteren Transporter, der offensichtlich den abbiegenden Wagen getroffen hatte und geradeaus weiter über eine kleine Mauer hinabgestürzt war.“ Als er dann festgestellt hatte, dass bei dem anderen Fahrzeug bereits Menschen halfen, konzentrierte er sich auf die weitere Absicherung der Unfallstelle.

Die Arbeit war für den 73-Jährigen damit aber noch nicht getan: Denn das Fahrzeug stand noch immer mitten auf der Straße. Deswegen leitete der Rentner die ankommenden Autos an dem Transporter vorbei. Dann traf die Polizei ein, bedankte sich und übernahm alles Weitere.

Für seinen umsichtigen und selbstlosen Einsatz verleihen Goodyear und der Automobilclub von Deutschland (AvD) Hans Bendiks den Titel „Held der Straße“ des Monats Februar 2020.

Ralf Loweg

Die Bänder stehen still

Die Corona-Krise legt die Autobranche lahm. Immer mehr Hersteller fahren die Produktion herunter oder stoppen sie ganz. Es gehe darum, die Mitarbeiter vor der Gefahr einer Infektion zu schützen, heißt es. Die wirtschaftlichen Folgen dieser drastischen Maßnahmen sind nicht abzusehen.

Selbst die ganz großen und namhaften Namen der Branche gehen nach und nach vom Netz. Nach VW zieht nun auch Daimler den Stecker. Ein Großteil der Produktion in Europa werde für zunächst zwei Wochen geschlossen, teilte der Konzern in Stuttgart mit. Betroffen seien die Pkw-, Transporter- und die Nutzfahrzeug-Produktion.

Zudem werde die Arbeit in ausgewählten Verwaltungsbereichen unterbrochen, so Daimler. Auch die Lieferketten, die derzeit nicht komplett aufrechterhalten werden könnten, sollen überprüft werden. „Mit diesen Maßnahmen leistet das Unternehmen seinen Beitrag, die Belegschaft zu schützen, Infektionsketten zu unterbrechen und die Ausbreitung dieser Pandemie einzudämmen“, teilt der Konzern mit.

Gleichzeitig trage diese Entscheidung dazu bei, Daimler auf eine Phase vorübergehend niedrigerer Nachfrage vorzubereiten und die Finanzkraft des Unternehmens zu sichern. Eine Verlängerung hänge von der weiteren Entwicklung der Situation ab. Wo der Betrieb aufrechterhalten werden müsse, da würden Vorkehrungen zum Schutz der Mitarbeiter getroffen, betont Daimler.

Zuvor hatte bereits Volkswagen die Bänder nach und nach abgeschaltet oder angekündigt, dies zu tun. Auch die Konzerntochter Audi fährt die Werke in Ingolstadt, Neckarsulm, Belgien, Mexiko und Ungarn ebenfalls schrittweise herunter – und auch bei Skoda soll die Produktion eine Zeitlang stillstehen.

Nach dem vom Mutterkonzern PSA Group erhängten Stopp fährt Opel die Produktion im Stammwerk Rüsselsheim herunter. Und Ford wird an den deutschen Standorten in Köln und Saarlouis sowie anderen Standorten in Europa die Bänder anhalten.

Ralf Loweg