
Steigende Spritpreise sorgen für mehr Nachfrage im öffentlichen Nahverkehr. Doch Busse und Bahnen stoßen an ihre Grenzen – Verkehrsunternehmen warnen vor fehlenden Kapazitäten.
Von Hendrik Paul – 08.32 Uhr
Köln. Die steigenden Kraftstoffpreise in Deutschland wirken sich zunehmend auf das Mobilitätsverhalten aus: Verkehrsunternehmen rechnen mit deutlich mehr Fahrgästen in Bussen und Bahnen.
„Man gehe davon aus, dass die Nachfrage nach ÖPNV-Tickets vor dem Hintergrund gestiegener Kraftstoffpreise für Pkw gestiegen ist“, sagte ein Sprecher des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) der „Rheinischen Post“.
Mehr Nachfrage – aber kaum Spielraum
Die zusätzliche Nachfrage stellt die Branche jedoch vor Probleme. „Bedauerlicherweise können die Verkehrsunternehmen darauf nicht mit einem angemessenen Angebotsaufwuchs reagieren aufgrund der knappen Budgets“, so der Sprecher weiter.
Das bedeutet: Mehr Fahrgäste treffen auf ein Angebot, das kurzfristig kaum ausgeweitet werden kann.
Forderung nach politischem Handeln
Der Verband fordert daher ein entschlosseneres Vorgehen der Politik. Konkret müsse der im Koalitionsvertrag vereinbarte ÖPNV-Modernisierungspakt umgesetzt werden.
Ziel sei es unter anderem, das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz so anzupassen, „dass die Verkehrsunternehmen Planungssicherheit haben“.
Ob und wann es zu konkreten Verbesserungen im Angebot kommt, ist derzeit offen.

