
Ein Kinderfest, viele Familien, ein neuer Programmpunkt auf dem Akademiehof und plötzlich die Frage: Gehört ein Dackelrennen wirklich zu einem Fest für Kinder? Die Tierschutzorganisation PETA sagt klar nein und fordert die Absage der geplanten Veranstaltung.
Von der Redaktion – 13.07 Uhr
Ludwigsburg. Eigentlich soll der Akademiehof beim Ludwigsburger Kinderfest am Sonntag (05. Juli) zu einem der neuen Anziehungspunkte werden. Geplant sind dort unter anderem Ponyreiten, Rugby-Angebote, Gastronomie und erstmals auch ein Dackelrennen. Rund 70 Dackel sollen nach Angaben des Veranstalters an den Start gehen. Nun bekommt der Programmpunkt eine politische und tierschutzrechtliche Dimension.
Die Tierschutzorganisation PETA kritisiert das geplante Rennen scharf. Aus Sicht der Organisation ist ein Dackelrennen mit dem Tierschutz nicht vereinbar. PETA verweist dabei zum einen auf die erwarteten Temperaturen. Für Ludwigsburg seien am Sonntag laut Mitteilung 28 Grad vorhergesagt. Zum anderen kritisiert die Organisation grundsätzlich den Einsatz von Dackeln bei solchen Veranstaltungen.
PETA bezeichnet Dackel als Qualzuchten. Die Tiere litten nach Darstellung der Organisation unter einem Körperbau, der über lange Zeit durch menschliche Zuchtvorstellungen geprägt worden sei. Sowohl die Anreise als auch das Rennen selbst und die vielen Schaulustigen bedeuteten Stress für die Hunde. Bei hohen Außentemperaturen könne körperliche Anstrengung zusätzlich gefährlich werden, da Hunde ihre Körpertemperatur vor allem über Hecheln regulieren.
„Dackel leiden, weil wir Menschen über Jahrhunderte ihren Körperbau und das Aussehen unseren Bedürfnissen und Vorlieben angepasst und entschieden haben, wie sie aussehen sollen. Sie bei einem Dackelrennen bei diesen Temperaturen zur Unterhaltung einzusetzen, vermittelt Zuschauenden ein völlig falsches Bild, ist egoistisch und Tierquälerei“, sagt Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „„Bei dem Dackelrennen wird für eine Hunderasse geworben, die oftmals frühzeitig stirbt oder einen langen Leidensweg hat. Wir fordern von den zuständigen Behörden eine Absage des Rennens. “
PETA fordert die zuständigen Behörden auf, das Rennen abzusagen. Nach Angaben der Organisation wurden das Veterinäramt in Ludwigsburg und die Stadtverwaltung über die Kritik informiert.
Auch das beim Kinderfest angekündigte Ponyreiten wird von PETA kritisiert. Die Organisation sieht darin ein falsches Signal an Kinder. Tiere würden dabei als Attraktion erscheinen, ihre Bedürfnisse gerieten in den Hintergrund.
Das Ludwigsburger Kinderfest soll am Sonntag, 5. Juli, von 13 bis 18 Uhr in der Innenstadt stattfinden. Rund 70 Vereine und Organisationen beteiligen sich mit Spiel-, Sport- und Bastelangeboten. Neben dem Marktplatz, der Oberen Marktstraße und dem Rathaushof wird in diesem Jahr erstmals auch der Akademiehof bespielt.
Tourismus & Events Ludwigsburg hatte im Vorfeld angekündigt, wegen der erwarteten Wärme verschiedene Vorkehrungen zu treffen. Für die Dackel auf dem Akademiehof seien schattige Ruhezonen vorgesehen. Außerdem sollen unter anderem Trinkbrunnen, Springbrunnen, kühle Rückzugsorte in den Kirchen und schattige Bereiche zur Verfügung stehen.
Ob das Dackelrennen wie geplant stattfinden wird, blieb zunächst offen. Eine Stellungnahme der Stadt zu der Kritik lag bis zur Veröffentlichung nicht vor.
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