
Ludwigsburg. Sie ist klein, tagaktiv – und kann gefährlich werden: Die Asiatische Tigermücke breitet sich zunehmend im Landkreis Ludwigsburg aus. Das Gesundheitsdezernat des Landratsamts warnt nun vor dem Insekt, das nicht nur lästig ist, sondern auch Viren wie Dengue oder Chikungunya übertragen kann.
Besonders kritisch: Die Tigermücke brütet vorzugsweise in menschlicher Nähe. „Bevorzugte Brutstätten finden sich rund ums Haus, etwa in Gießkannen, Blumentopfuntersetzern, Regentonnen, Planschbecken oder Vogeltränken“, so das Landratsamt. Bereits sieben Tage stehendes Wasser reichen aus, um die Entwicklung der Stechmücke zu ermöglichen – besonders während der warmen Sommermonate.
Tipps zur Mückenbekämpfung im eigenen Garten
Um die Ausbreitung einzudämmen, rät das Gesundheitsdezernat zu gezielten Maßnahmen:
• Regelmäßige Kontrolle von Wasseransammlungen auf Grundstücken
• Abdichten von Regentonnen, z. B. mit Mückennetzen
• Erneuern von Wasser in Vogeltränken
• Einsatz von Bti-Tabletten in Wasserstellen, die nicht entfernt oder abgedeckt werden können
Da sich die Tigermücke nicht an Grundstücksgrenzen hält, empfiehlt das Landratsamt auch den Austausch mit Nachbarn – nur gemeinsames Handeln könne die Population wirksam begrenzen.
Keine Unterscheidung am Stich – aber Risiko bei hohen Temperaturen
Optisch unterscheidet sich der Stich der Tigermücke nicht von dem anderer Mückenarten. Die gute Nachricht: Solange die Mückendichte durch Prävention niedrig bleibt, sei eine Übertragung von Tropenkrankheiten in Deutschland auch bei höheren Temperaturen unwahrscheinlich, so die Behörde.
Empfehlung für Reiserückkehrerinnen und Reiserückkehrer
Personen, die ein Land besuchen, in dem Krankheiten wie Dengue oder Chikungunya dauerhaft auftreten beziehungsweise ein aktuelles Ausbruchgeschehen beobachtet wird, sollten auf der Reise, aber auch danach auf konsequenten Mückenschutz achten. Diese Empfehlung gilt ohne Einschränkung und ist unabhängig von Krankheitssymptomen. Sofern sich Symptome nach einer Reise entwickeln, sollte dies beim Besuch des Hausarztes erwähnt werden. Insektenschutz an Fenstern und Türen sowie Insektenschutzmittel, sogenannte Repellentien, helfen beim Schutz vor Mückenstichen. Der Mückenschutz sollte noch für zwei Wochen nach der Rückkehr aufrechterhalten werden, um eine Übertragung des Virus auf eine Mücke zu vermeiden.
Verdachtsfälle können beim Gesundheitsdezernat des Landratsamts, bei der KABS e.V., beim Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg oder beim Mückenatlas gemeldet werden. An das Gesundheitsdezernat können die Exemplare entweder per Post eingesendet oder aussagekräftige Fotos per Mail an gesundheitsschutz@landkreis-ludwigsburg.degeschickt werden. Einsendende sollten dabei bitte darauf achten, dass der Kopf der Mücke von vorne und die Hinterbeine auf den Fotos zu erkennen sind, da dort die spezifischen Merkmale der Mücke zu sehen sind.
red


