Tödliches Autorennen in Ludwigsburg: Lebenslange Haft für Hauptangeklagten wegen Mordes

Gut ein Jahr nach dem tödlichen Autorennen auf der Schwieberdinger Straße hat das Landgericht Stuttgart ein Urteil gesprochen. Der Hauptangeklagte wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Von Ayhan Güneş – 16.56 Uhr

Stuttgart/Ludwigsburg. Gut ein Jahr nach dem tödlichen Autorennen auf der Schwieberdinger Straße hat das Landgericht Stuttgart ein klares Urteil gefällt. Der Hauptangeklagte muss lebenslang ins Gefängnis.

Der 33-Jährige wurde am Dienstag (7. April 2026) wegen Mordes verurteilt. Sein Bruder, der ebenfalls an dem Rennen beteiligt war, erhielt eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren wegen versuchten Mordes. Ein dritter Angeklagter wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

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Das Gericht folgte damit der Argumentation der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf fahrlässige Tötung plädiert.

Zwei junge Frauen sterben bei Zusammenstoß

Die beiden Männer hatten sich am 20. März 2025 ein illegales Rennen durch Ludwigsburg geliefert. Dabei kam es zur Kollision mit dem Fahrzeug zweier unbeteiligter junger Frauen. Merve und Selin erlitten tödliche Verletzungen.

Der Fall hatte weit über die Region hinaus für Entsetzen gesorgt.

OB Knecht: „Furchtbare Tat“

Ludwigsburgs Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht erklärte nach dem Urteil: „Ich bin nach wie vor tief bestürzt über diese furchtbare Tat. Der tragische Verlust, den die Familien von Merve und Selin erleiden mussten, bewegt mich sehr.“

Zugleich betonte er: „Nun sind die Beteiligten zur Rechenschaft gezogen worden. Das Gericht ist im Falle des Hauptangeklagten und seines Bruders dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Das Urteil kann den betroffenen Familien hoffentlich bei der Bewältigung und Verarbeitung ihrer Trauer helfen – ihre Kinder, die sie so sehr vermissen, bringt es jedoch nicht zurück.“

Mit Blick auf die gesellschaftliche Dimension sagte Knecht: „Illegale Autorennen sind verantwortungslos und gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Dem entgegenzuwirken ist eine Aufgabe, der wir uns in allen Bereichen der Gesellschaft mit aller Konsequenz stellen müssen.“

Abschließend würdigte er die Arbeit des Gerichts: „Den beteiligten Richterinnen und Richtern zolle ich großen Respekt. Sie hatten einen juristisch wie emotional äußerst komplexen Fall zu bewältigen und eine Entscheidung zu treffen, die der Schwere der Tat gerecht wird.“